Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Zum Gottesdienst am Sonntag den 20. August war Pfarrer Dr. Uwe Boch aus Mannheim Käfertal bei uns zu Gast. Die Predigt hatte die Berufung des Propheten Jeremia zum Thema. Wir hörten Worte aus Jeremia 1: Eines Tages sprach der Herr zu mir: "Ich habe dich schon gekannt, ehe ich dich im Mutterleib bildete, und ehe du geboren wurdest, habe ich dich erwählt. Du sollst ein Prophet sein, der den Völkern meine Botschaften verkündet".
Ich aber erwiderte: "O nein, mein Herr und Gott! Ich habe keine Erfahrung im Reden, denn ich bin noch viel zu jung!" Doch der Herr entgegnete: "Sag nicht: Ich bin zu jung! Zu allen Menschen, zu denen ich dich sende, sollst du gehen und ihnen alles verkünden, was ich dir sagen werde. Fürchte dich nicht vor ihnen, ich bin bei dir und werde dich beschützen. Darauf gebe ich , der Herr, mein Wort."

Jeremia mußte nach diesem Erleben verzweifelt gewesen sein. Jeremia war ein Jugendlicher von 16 oder 17 Jahren als Gott ihn direkt anspricht. Wie, das wissen wir nicht, aber Jeremia ist sicher, das ist Gott! Gott will ihn senden, zu Königen und Fürsten, um mit ihnen zu sprechen. Für ihn erscheint dies eine unmögliche Aufgabe zu sein. Das macht uns Jeremia sympatisch. Er ist ein normaler Mensch, aufgewachsen mit normalen Menschen und fühlt sich jetzt überfordert. Wie oft passiert uns das, wir fühlen uns berufen und trauen uns nicht.
Besonders Jeremia in seiner Situation. Welcher normale Jugendliche kann zum Bundespräsidenten oder Kanzler gehen und ihm etwas vorsagen wollen. Man muß auch noch berücksichtigen, dass früher unbedachtes anreden von Fürsten und Königen mit dem Tode bestraft werden konnte.

Berufungsgeschichten ziehen sich durch die ganze Bibel. Wir denken im AT an Mose, David, Jesaja, Hesekiel und Amos. Und im NT z.B. an Johannes den Täufer. Auch später berichtet Augustinus, dass er in einer verzweifelten Lage eine Stimme hörte, die ihn aufforderte in der Bibel zu lesen und dies sein Leben veränderte. Oder von Luther wissen wir, dass er sich nach einem schlimmen Gewitter berufen fühlte ins Kloster zu gehen. Auch heute gibt es Menschen die sich ganz sicher von Gott für einen bestimmten Dienst berufen wissen. In der modernen Popmusik kann man auf einer CD der Back Street Boys den Dank an Gott lesen und dass sie die Musik als Berufung ansehen.
In jedem Leben kann man sich zu etwas berufen fühlen, z.B. Nachbarschaftshilfe, Nachhilfe, Besuchsdienst usw. Gott gibt einem Menschen eine spezielle Aufgabe wo er wirken soll, er läßt ihn den Ruf spüren.
Die Bezeichnung Beruf kommt auch von diesem Ursprung. Luther sagte, dass der Beruf der Ort ist, an den Gott einen Menschen gestellt hat. Das kann bei der Hausfrau das Wechseln der Windeln sein und beim Manager weitreichende Entscheidungen in einer Firma.
Dies zieht die Berufung auf eine Ebene die wir nachvollziehen können. Durch die Berufung bin ich beauftragt den Willen Gottes zu tun.

Wir sind oft in unserem Berufsleben weit davon entfernt auch unsere Berufung zu sehen. Ein Job kann sich schnell ändern und wird von vielen angenommen, weil gerade nichts anderes möglich ist.
Viele Ältere sehnen sich schon vor 60 danach, in Rente gehen zu können. Häufig ist oder wird die Arbeit nur zur Last, mit Gottes Willen im Beruf kann heute mancher nichts mehr anfangen.
Oft ist es auch nicht der gewünschte Beruf der ausgeübt werden muß.
Für Jeremia war dies aber nicht anders. Er mußte in Kriegsgefangenschaft nach Ägypten und es hat auch bestimmt keinen Spaß gemacht, immer wieder Hohn und Spott über sich ergehen zu lassen. Berufung führt zum Beruf aber nicht unbedingt zur Erfüllung des Lebens. Jeremia hat die Berufung Gottes aber geholfen die Widrigkeiten zu überstehen. Er hatte eine feste Zusage von Gott. Dies ist wichtig für Jeden, ob er glücklich in seinem Beruf ist oder nicht. Gott kennt uns und gibt uns Aufgaben, aber er läßt uns nicht allein damit. Er sagte zu Jeremia: "Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir und werde dich beschützen". Gott hat Jeremia die Aufgaben, für die er ihn berufen hat, zugetraut.
Welche Aufgaben haben wir? Gott läßt auch uns nicht allein, seine Zusage gilt auch uns.
Pfarrer Boch beendete seine Predigt mit dem Wunsch, dass auch wir erfahren mögen: Gott ist bei uns mit seinem Segen und begleitet uns. Das gibt Kraft, Mut und Hoffnung für unser Tun.

Nach dem Gottesdienst Nach dem Gottesdienst gab es noch Gelegenheit für Gespräche.

 

 

 

Pfarrer Uwe Boch war mit seiner Verlobten und ihrem Hund nach Liedolsheim gekommen.

Markus Süß an der Orgel
An der Orgel war an diesem Sonntag Markus Süß zu hören.

Dr. Uwe Boch mit Verlobter und Hund

 

          Seitenanfang
   
  
Ev.Landeskirche