Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

An Himmelfahrt - Gottesdienst unter den Linden

„Das hab' ich nicht gewusst, dass man hier so schön sitzen kann!“ Nicht nur auswärtige Gottesdienstteilnehmer, sondern selbst Liedolsheimer Gemeindeglieder machten diese Feststellung am Donnerstag, dem
20. Mai 2004 nach einem gelungenen Gottesdienst auf dem Platz vor unserer Kirche. Bei herrlichem Sonnenschein und munterem Vogelgezwitscher hatten sich fast 400 Menschen auf dem Kirchplatz eingefunden, die Kirchen- und Posaunenchöre mit eingerechnet. Gekommen waren etliche aus Graben, Hochstetten und Rußheim und natürlich auch viele Liedolsheimer.
Pfarrer Boch begleitet ein Lied auf der Gitarre
Posaunenchöre der beteiligten Gemeinden spielen zusammen Bei seiner Begrüßung stellte Pfarrer Boch fest, dass dieser gemeinsame Gottesdienst der vier Kirchengemeinden bei uns in Liedolsheim erstmals im Freien auf dem wirklich ideal von Lindenbäumen beschatteten Kirchplatz stattfindet. Er hieß alle Teilnehmer herzlich willkommen.
Musikalisch hatten zuvor die knapp 50 Bläserinnen und Bläser aus den vier Gemeinden den Gottesdienst mit einer fröhlichen Fanfare eröffnet, wobei die beteiligten Jungbläser/Innen ihren eigenen Part spielen durften.
Nach einem Gemeindelied und einem Vortragslied der vereinigten Kirchenchöre standen „Impulse zur Predigt“ auf dem Programm.
Pfarrer Reppenhagen trat dazu mit einer Bierflasche in der Hand an das Rednerpult und begann zunächst mit einem Plädoyer für den Vatertag (mit Fahrrad und kleinem Anhänger samt einer Bierkiste), um dann allerdings festzustellen, dass der Vatertag ja nur eine Erfindung der letzten 20 bis 30 Jahre sei, und dass er vermutlich zu dem geworden sei, weil viele Menschen mit Christi Himmelfahrt nichts mehr anfangen können. Die Kirchenchöre beim gemeinsamen Liedvortrag
Den gesetzlichen Feiertag würden wir vielmehr dem Tag „Christi Himmelfahrt“ verdanken, den es bereits seit dem 4. Jahrhundert gibt. Christen sollten deshalb an diesem Tag unbedingt auch weiterhin Gottesdienst feiern, damit der Tag auch tatsächlich als Feiertag erhalten bleibt. Wenn nämlich an diesem Tag alle im Garten oder im Haushalt arbeiten würden, könnten die Arbeitgeber sagen: „dann könnt ihr ja auch im Betrieb arbeiten!“
In seiner Predigt ging Pfarrer Reppenhagen in seiner bekannt lebendigen Art auf den wirklichen Inhalt der Himmelfahrt Christi ein. Die Jünger hätten Jesus nach seiner Auferstehung 40 Tage und Nächte gehabt, ihn alles fragen und mit ihm vieles besprechen können. Das würden wir uns heute manchmal auch wünschen. Eigentlich hätten sie ihn ja festhalten können. Er, Pfarrer Reppenhagen, hätte Jesus in dieser Situation sicher in Rußheim festgehalten. Das wäre doch die Sensation gewesen. Rußheim wäre zu einem Glaubenszentrum, ja zu einer wahren Pilgerstätte geworden. Man hätte Jesus gelegentlich auch mal nach Liedolsheim, Graben oder Hochstetten ausleihen können, aber natürlich nur dann, wenn man ihn in Rußheim gerade mal nicht gebraucht hätte.
Aber, das wussten auch die Jünger: Alles Wissen von und über Jesus nützt uns Menschen nichts, wenn nicht das Vertrauen zu ihm und das Zeugnis über ihn dazu kommt.
gemütlich sitzt man unter den Linden Oder, anders ausgedrückt: „Alles Wissen der Welt nützt nichts, wenn man keine Glaubensbeziehung zu Jesus hat“. Und deshalb sei es ungemein wichtig, dass Jesus nicht in Jerusalem geblieben, sondern in den Himmel aufgefahren ist, damit er nun für alle Menschen erreichbar sein kann. Aus diesem Grunde waren die Jünger auch nicht enttäuscht - er hatte sich ja auch nicht einfach aus dem Staub gemacht. Vielmehr kehrten sie freudig und gestärkt in ihren Alltag zurück. Das wünschte Pfarrer Reppenhagen ebenso allen Gottesdienstteilnehmern.
Deutlich spürbar war diese Freude beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen. Es ergaben sich noch viele Gespräche, auch über die Gemeindegrenzen hinweg und so wurde das Treffen „unter den Linden“ zu einem wirklich erlebnisreichen Tag.
Karl-Heinz Lang
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