Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Am 21. und 22. August 2004 fand in Liedolsheim zum wiederholten Mal ein Straßenfest statt. Dabei wird der Sonntag immer mit einem Gottesdienst eröffnet. In diesem Jahr feierten wir diesen im Festzelt des Turnvereins. Da Pfarrer Boch auf einer Freizeit in Borkum ist, kam Prädikant Arno Bröker aus Bruchsal zu uns.
Wenn das Leben rund und gut sein soll, dann dürfen Feste nicht fehlen, so meinte Herr Bröker zu Beginn seiner Predigt. Er erinnerte an Zeiten in denen Feste rar waren, weil Krieg im Land herrschte. Und er meinte: wenn Gott, der Herr, einem Land nicht Frieden und Segen beschert, gibt es nichts zu feiern. Aber Wohlstand und Geld ist es auch nicht, der ein Volk auf Dauer zusammenhält. Wir brauchen eine Mitte die beständiger als die Konjunktur und tragfähiger als Wahlprogramme ist, nämlich die Verbindung mit dem lebendigen Gott. Wir brauchen eine Hoffung auf das ewige Fest bei ihm.
Herr Bröker gab zu bedenken, dass es früher und heute auch gottlose und menschenverachtende Feste gab. Er erinnerte an das Fest des Herodes, bei dem Johannes der Täufer umgebracht wurde. So wand er sich dem Predigttext zu, in dem beschrieben wird, was alles zu einem guten Fest gehört und wie dieses in rechter Weise gefeiert werden kann.
Zunächst erläuterte Prädikant Bröker in welche Zeit diese Worte gesagt wurden. Verschleppte Judäer waren nach Jerusalem zurückgekehrt und hatten unter großen Mühen den Tempel wieder aufgebaut. Als sie sich gemeinsam dem Wort Gottes zuwanden, erkannten sie, dass sie durch Egoismus und Abgötterei den Bund mit Gott gebrochen hatten. Sie erkannten den Zusammenhang ihres zuvor erlittenen Schicksals und der Schuld vor Gott. Nehemia und Esra aber trösteten das Volk.
So steht in Nehemia 8 Vers 10: Nun geht, haltet ein festliches Mahl und trinkt süßen Wein! Schickt auch denen etwas, die selbst nichts haben; denn heute ist ein heiliger Tag zur Ehre des Herrn. Macht euch keine Sorgen; denn die Freunde am Herrn ist eure Stärke.
Zu einem rechten Fest gehört die Freude an Gott. Er gibt uns Gesundheit und bewahrt Frieden. Er hat einen neuen Anfang geschenkt, damals in Jerusalem, nach der Katastrophe von 1945 und bei der wunderbaren Wiedervereinigung 1990. Herr Bröker fragte die Zuhörer ob ihnen das bewusst ist. Oder ob die wirtschaftliche Kraft nur im Zusammenhang mit der fast magischen Wirkung des Kapitals gesehen wird. War es nicht zu einfältig zu meinen, es genügt, wenn statt der Schüsse an der Mauer die Sektkorken knallen. Der Bibelvers macht deutlich: Die wahre Kraft kommt aus der Verbindung mit Gott. Jesus Christus ist unsere wahre Stärke. Ist die Freude am Geld unsere einzige Freunde, dann wird es ein kurze, brüchige Freundschaft sein.
Die Freude an Gott macht stark. Im Angesicht des Todes feierte Jesus mit seinen Jüngern das heilige Abendmahl. Er sah in Gott seine Zuflucht und Kraft. Herr Bröker gab zu bedenken, dass nun macher fragen wird, wie er Anschluß an diese schöpferische Kraft bekommen kann. So machte er deutlich, dass zunächst die Einsicht wichtig ist, dass wir durch die Taufe zu Kindern Gottes berufen sind. Die Schuld, die uns von Gott trennt, weil wir undankbar waren, Gott vergessen haben und nur unsere eigenen Wünsche vor Augen haben, muss nicht unser Schicksal werden. Selbsterkenntnis ist notwendig. Im Gebet können wir mit Gott in Kontakt treten und mit der Vergebung beginnt das Fest. Prädikant Bröker ermutigte die Zuhörer dazu, einander von den Erfahrungen mit Gott weiterzusagen.
Als weiteres gehört zu einem richtigen Fest das gute Essen. Damals hatten die Menschen zwar keine Kalorienprobleme. Herr Bröker erinnerte an die Zeit nach 1945, als es endlich wieder Fastnachtsküchle und Wurstsuppe gab. Damals wie heute freuen sich Augen, Nase und Mund über gute Speisen und Getränke und er dankte denen, die Köstlichkeiten bereitet haben. Aber gerade daran wird deutlich, dass die Freude am Herrn unsere erste Freude bleiben muss. Wo wir Freude nur aus dem Konsumieren beziehen, werden wir maßlos.
Als Drittes, zu einem Fest gehörendes, nannte Herr Bröker die Freude an der Gemeinschaft. Wir sollen einander teilhaben lassen an den guten Sachen die es gibt. Heute geht es dabei meist nicht um materielle Dinge, sondern um die Erfahrung: ich bin nicht vergessen, ich gehöre dazu.
Prädikant Bröker wünschte zusammenfassend der Gemeinde, dass dieses Fest von der dreifachen Freude erfüllt sein soll: Zuerst die Freude an Gott, der uns das Leben schenkt und erhält, dann die Freude an den guten Gaben der Schöpfung, an Essen, Zwiebelkuchen und anderen Schmankerln, an Wasser, Wein und Bier. Schließlich soll das Teilen die Gemeinschaft stärken und allen zur Freude verhelfen. Ein solches Fest kann Sorgen vertreiben und gewiß machen: Bei allen Problemen haben wir genug Grund zum Feiern und zum Danken, weil die Freude am Herrn unsere Stärke und Zuflucht ist.

Der Gottesdienst wurde vom Kirchenchor und vom Posaunechor musikalisch mitgestaltet.

Anschließend konnten die Besucher die verschiedenen Stände entlang der Bächlestrasse besuchen.

Wer sich zwischendurch nach Ruhe sehnte, hatte die Möglichkeit in der evangelischen Kirche bei meditativer Musik, nachdenkenswerter Texte und Bilder, inne zu halten.

Im Gemeindehaus und wurde am Nachmittag Kaffee und Kuchen angeboten. Sowohl am Samstag, als auch am Sonntag Abend spielten im Pfarrgarten Live-Bands zur Freude der Besucher.

 

Bilder vom Angebot der Kirchengemeinde und des CVJM

 
 
          Seitenanfang