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Am
2. Weihnachtsfeiertag war Pfarrer Martin Reppenhagen aus
Rußheim bei uns, um mit uns Gottesdienst zu feiern.
Die Predigt leitete er mit einer kurzen Geschichte ein. (Aus
"Als Team in den Tag", Hänssler Verlag):
Vor Jahren
lebte im Erzgebirge ein kleiner reicher Bauer. Er war durch
seinen ganzen Reichtum lieblos, hart und gefühlskalt
geworden - so hart wie die Nüsse seines Nussbaumes, ein
richtiger "Giftzwerg". Nach seiner Nussernte stellte
er eine große Belohnung für den in Aussicht, der
ihm ein Gerät liefern würde, das Nüsse ohne
Mühe knacken könnte.
Viele kamen und brachten Vorschläge merkwürdigster
Art. Ein ausgedienter Soldat riet, auf die Nüsse zu schießen.
Der Schreiner des Dorfes bot eine spezielle Säge zum
Zersägen der Nüsse an. Der Schmied wieder riet zu
Hammer und Ambos, aber der Bauer war mürrisch, verwarf
diese Vorschläge und ließ sich nicht auf ein Gespräch
ein.
Der alte Puppenschnitzer aber kannte den Bauer gut. Er machte
sich Gedanken, wie er das Herz des Bauern erreichen konnte,
der so ruppig und hart war. Drei Tage lang war der Künstler
verschwunden. Er saß in seiner Werkstatt und schnitzte
ein grimmiges, hölzernes Männlein und bemalte es
mit bunten Farben. Es war bekleidet mit der Sonntagstracht
der Bergleute des Erzgebirges. Der große Mund und der
harte Kiefer waren zum Nüsseknacken geschaffen. Sein
Gesicht konnte aber geradezu Furcht einflößen.
Als der reiche Bauer dieses Männlein, knuffig und mürrisch,
sah, musste er lachen. Hatte er sich selbst in ihm erkannt?
War er selbst nicht so ein "Nussknacker", ein Giftzwerg?
Begeistert lies er alle seine Nüsse damit knacken. Das
Schönste aber war, dass die Dorfbewohner merkten, dass
sein Herz immer weicher wurde. Jetzt verschenkte er seine
Nüsse auch noch an die Kinder, und der alte Puppenschnitzer
erhielt von ihm eine neue Werkststt, aus der die schönsten
und kräftigsten Nussknacker in alle Welt gingen. Durch
die Liebe des Puppenschnitzers wurde die harte Schale des
Bauern ein für alle Mal geknackt.
Können wir nicht von dieser barmherzigen Weisheit des
Puppenschnitzers etwas lernen? In Liebe konnte dieser den
Bauer auf seine lieblose Art hinweisen, und dieser Giftzwerg
konnte im Nussknacker wohl sein eigenes Wesen erkennen. Geben
wir uns gegenseitig solche Chancen uns zu verändern.
Gott
hat uns angenommen so wie wir sind und hilft uns, uns durch
seine Liebe zu verändern.
Anschließend
lies uns Pfarrer Reppenhagen einStück an seinem Familienleben
teilhaben. Er hatte zwei Puppen seiner zweijährigen Tochter
Miriam mitgebracht. Eine davon, die Mimi, liebt das Kind innig.
Überall nimmt sie die Puppe mit hin. Ist sie einmal verschwunden
hilft kein Trick mit der Ersatzpuppe, auch wenn die schöner
aussieht. Miriams Favorit ist eindeutig die Mimi, trotz ihrer
Gebrauchsspuren und Unzulänglichkeiten.
Den Bezug zum Weihnachtsgeschehen stellte Pfarrer Reppenhagen
gleich her. Jesus kam zu uns in einem Stall, nicht in einem
Palast. Er fragte nicht, ob er bei den Menschen willkommen
ist. Ein Kind fragt nicht, ob es recht ist zu kommen. So hat
auch Gott ein Zeichen gesetzt mit seinem Kommen. Er wählte
uns, auch unsere Gebrauchsspuren haben ihn nicht abgehalten.
Die Liebe fragt nicht was recht und schön ist. Gott möchte,
dass unser Herz eine Krippe für seinen Sohn wird. Wir
sollen es persönlich meinen, wenn wir singen:
Eins aber hoff ich wirst du mir, mein Heiland nicht versagen:
dass ich dich möchte für und für in, bei und
an mir tragen. So lass mich doch dein Kripplein sein; komm,
kommm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden. (Paul
Gerhardt, Ich steh an deiner Krippen, Vers 9)
Pfarrer
Reppenhagen wies noch einmal darauf hin , dass wir nicht zeigen
müssen was wir können. Gott liebt uns mit allen
Flicken und schäbigen Stellen, so wie dei Miriam die
abgenutzte Puppe der neuen vorzieht. Auch wenn wir uns nach
Außen oft den Schein der schönen Puppe geben, Gott
sieht uns wie wir wirklich sind und hilft uns durch Jesus
beim Verändern. Wer den Sohn hat der hat das ewige Leben.
Sehet,
was hat Gott gegeben: seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser
kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud.
Diesen
Gottesdienst bereicherte auch der Kirchenchor mit zwei Liedern.
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