Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Am Sonntag den 26. November wird in den Kirchen der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag begangen. Im Gottesdienst erinnerten wir besonders an die im letzten Kirchenjahr Verstorbenen.
Der Turnverein Liedolsheim gedachte, anläßlich des Jubiläums, der verstorbenen Mitglieder der letzten 100 Jahre.

Der Predigttext stand an diesem Tag in Jesaja 65, die Verse 17-25.
Pfarrer Boch warf zu Beginn seiner Predigt die Frage auf, was Totensonntag für jeden Einzelnen bedeutet.
Für Viele ein Tag der in die Vergangenheit weist. Wir denken an die Verstorbenen und jeder Name birgt ein Stück Erinnerung. Das Leben des Verstorbenen rückt für Angehörige wieder mehr in den Blick. Auch bei schon länger Verstorbenen führt die Erinnerung oft in neue Trauer über das, was verloren ist. Die Gegenwart wird stark von der Vergangenheit bestimmt und das ist schmerzhaft.
Wenn wir bedenken, dass dieser Tag auch Ewigkeitssonntag heißt, kommt eine neue Dimension dazu. Heute geht es nicht nur um die Erinnerung an Vergangenes, um Traurigkeit in der Gegenwart sondern auch um die Zukunft für uns Menschen, die wir auf den Tod zu gehen.

Fahne und Gedenkkranz des Turnverein Liedolsheim
Im Predigtext lesen wir: "Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken wird." Dies erinnert uns daran, dass Gott als Schöpfer nicht untätig geworden ist. Wir alle sind von Gott gewollt und erdacht. Auf der Erde leben wir im Angesicht Gottes, egal ob uns das bewußt ist oder nicht. Gott weiß, dass das Leben auf dieser Erde von Leid, Tod, Abschied und Trauer begleitet wird. Und doch ist ein Stück Ewigkeit sichtbar. Wo wir vertrauen, auch im Leid nicht verloren zu gehen, erleben wir, dass wir nicht allein sind. Gottes Kraft ist wirksam, höher und unbegreiflicher als wir ahnen. Im Tod sehen Manche das Ende, für Christen ist es der Anfang eines Neuen, eines paradiesischen Reiches. Das ist doch nur eine Vertröstung, sagen Einige. Lesen wir in der Bibel so sehen wir, dass Jesus in seinen Worten und Taten Gottes Zuwendung lebendig gemacht hat. Menschen zu Gott zurück zu holen war sein großes Anliegen.
Gott hat Leben und Tod in seiner Hand und wir fallen aus der Ewigkeit nicht heraus. Paulus sagte: "Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so steben wir dem Herrn, darum wir leben oder sterben so sind wir des Herrn."
So vertrauen wir, dass Gott Neues schafft und geben die Verstorbenen und uns in seine Hände. Wir können etwas Gutes, Friedvolles erwarten. Wo ich Gott in meinem Leben Raum zum Wirken lasse, darf ich das glauben. Ich darf nach vorne schauen, das Leben kann dadurch eine neue Perspektive bekommen, der neue Himmel wird jetzt schon sichtbar. Sterben mag uns noch Angst machen, aber der Tod kann seine Bedrohung verlieren.
Der Ewigkeitssonntag läßt uns so auch in die Zukunft schauen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vor Augen, können wir die Zeitdimension unseres Lebens überschreiten, im Wissen, Gott ist uns zugewandt. Wir dürfen mit Hoffnung getrost Abschied nehmen und dem Leben und auch dem eigenen Tod entgegensehen.
Kerzen wurden entzündet Für jeden Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres wurde eine Kerze mit seinem Namen entzündet.
Eine größere Kerze brannte für die Verstorbenen des Turnvereins Liedolsheim.
           

 

Am vergangenen Sonntag, dem Volkstrauertag, wurde der Getöteten der Weltkriege gedacht und Kränze an den Mahnmalen niedergelegt.

  Mahnmal mit Kränzen
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