Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Was prägt - Was trägt
Christ sein zwischen Anpassung und Widerstand

Dies war das Thema in diesem Jahr auf dem Henhöfertag in Graben. Am 24. September 2000, dem 14. Sonntag nach Trinitatis, fand bei uns ein Gottesdienst zum Henhöfertag statt, an dem Dekan i.R. Landes die Predigt hielt.
Als Schriftlesung und Predigttext hörten wir Worte aus Phillipper4, die Verse 1+4-9, nach der Übersetzung "Hoffnung für alle".
Herr Landes ging in seiner Predigt auf den Schwund der Werte in unserer heutigen Gesellschaft ein. Das kann man schon im Kleinen beobachten, wenn zum Beispiel Kinder oder Jugendliche im Bus nicht mehr Älteren Platz machen oder das Mogeln bei einer Arbeit nicht als Unrecht ansehen. Das Gewissen meldet sich nicht, das ist ein Grund zur Sorge.
Die Grundlagen der Wertevermittlung werden in der Familie gelegt. Aber auch von außen wird jeder beeinflußt. Freunde und Medien, bei Jugendlichen die Schule, nehmen Einfluß auf die Lebenseinstellung. Der Frage nach Gott und den christlichen Wertmaßstäben wird dabei zunehmend keine Beachtung geschenkt. Daneben scheint es, haben alte Werte keine Kraft mehr, sie sind machtlos.

Das Zusammenleben zweier Menschen beginnt nicht mehr mit der Eheschließung und gar Forderungen nach Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Berziehungen sind an der Tagesordnung. Vor manchen Grenzfragen, z.B. in der Gentechnik, stehen Menschen hilflos da. Das führt uns vor Augen, wie notwendig Orientierung ist. Viele wollen das Gute. aber was ist richtig? Herr Landes wies darauf hin, dass die Maßstäbe der Bibel der Übersetzung bedürfen. Es ist auch nötig, für eine Entscheidung, die als richtig erkannt wurde, einzustehen, auch wenn sie nicht dem Trend entspricht.
Paulus erwähnt in seinen Briefen oft, dass es unbedingt notwendig ist, zu prüfen was dem Herrn gefällt. Phil 1,10 sagt: "So lernt ihr entscheiden, wie ihr leben sollt, um am Gerichtstag Jesu Christi untadelig und ohne Schuld vor euren Richter treten zu können."
In 1. Thes 5, Vers 21 lesen wir: "Prüft alles sorgfältig und behaltet nur das Gute."
Paulus hat dazu grundlegende Anweisungen gegeben. Im Predigttext weist Paulus im Vers 8 "...orientiert euch an dem, was wahrhaftig, gut und gerecht, was anständig, liebenswert und schön ist", besonders darauf hin, an was es gut ist sich zu orientieren und zu prüfen.

Fragt man in der Bevölkerung nach, welche Maßstäbe für das menschliche Zusammenleben notwendig sind, so fallen den meisten Menschen die 10 Gebote ein. Darin werden wir zum friedlichen Miteinander und zur Disziplin aufgefordert. Sie weisen auf unsere Verantwortung im Umgang mit unseren Worten und unserem Geld hin. So sind sie Orientierung und Hilfe damit das Leben gelingen kann. Voraussetzung dafür ist aber, dass wir die Autorität Gottes anerkennen.
Die Bibel sagt uns, wir sollen Gott mehr gehorchen als den Menschen. Auch sind wir aufgefordert Gott über alles zu lieben. Wenn uns nun die Worte einfallen, woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott, fordert uns das heraus. Können wir alles, außer Gott, loslassen?

Die Spitze und zugleich die Zusammenfassung dessen was Gott will, ist im Liebesgebot (Matt.22, 37-39) ausgedrückt. Dies hat Gott allen Menschen aufgetragen, wir wissen also woran wir sind. Die Ausrichtung danach fordert von uns aber immer wieder innere Umkehr, Vergebung von Gott und Erneuerung durch den Heiligen Geist.
Wie übersetzen wir das nun in unseren Lebensalltag? Wir sollen die Gerechigkeit gegenüber allen Menschen suchen. Das gilt im Beruf, im Verkehr, in der Nachbarschaft usw. Immer wieder nachfragen, was ist recht, gerecht, angemessen, fair und nicht den eigenen Vorteil suchen. Dies erfordert immer wieder einer Prüfung. Liebe nimmt Gestalt an, wenn wir in unserem Miteinander darauf achten, was positiv, aufbauend und lebensfreundlich ist. Albert Schweitzers Aussagen über die Ehrfurcht vor dem Leben sind praktizierte Liebe im täglichen Leben. Menschenwürde und Menschenrechte sind jedem zuzubilligen. Gegen Fremdenhaß, Folter und Radikalismus in jeder Form, sind wir aufgefordert einzutreten. Die Achtung des Anderen berührt auch die Nahe Gemeinschaft in Ehe und Familie. Auch hier soll sich nicht einer mit Gewalt durchsetzten sondern Respekt vor dem Nächsten, der Ehefrau, den Kindern, den Eltern, haben. Herr Landes machte deutlich, dass sich die Umsetzung des Liebesgebots durch alle Bereiche unseres Lebens zieht. Wo immer wir Gutes entdecken sollen wir ihm nachstreben und es prüfen.

Dabei sind Vorbilder hilfreich. Paulus hat sich als solches der Gemeinde empfohlen. Auch wir können uns an Lebensbildern orientieren. Das Vorbild, das uns in Jesus Christus gegeben ist, steht aber über allem. Wie er gelebt und geliebt hat, ist Inhalt und Maßstab gelebten Christseins. Dazu bekommen wir Hilfe im Gebet.
Wir brauchen in unserem Leben auch Ruhe um in der Stille zu hören und herauszufinden was Gott will. Dabei werden wir auch an Grenzen stoßen, wo wir keine Antwort finden. Wir dürfen aber auf Jesus Christus vertrauen, der mit uns geht in unsere Zukunft. Das ist der Sieg des Glaubens über Unsicherheiten, wenn Wellen hochgehen dürfen wir darauf vertrauen: Sein Reich kommt!

"Jesus wir sehen auf dich", dieses Lied sang die Gemeinde im Anschluß an diese hilfreiche Predigt.

 

 

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