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Anläßlich des 50jährigen
Ehejubiläums von Bruno und Sonja Seitz fand am 4.
September 2002 ein Dankgottesdienst in der Evangelischen
Kirche in Liedolsheim statt.
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Zu Beginn des Festgottesdienstes betete Pfarrer
Boch mit Worten aus Psalm 71. Der Beter dankt
Gott in diesem Gebet für all das Gute, das
er ihm geschenkt hat und bittet ihn um sein Geleit
in der Zukunft.
"Seid allezeit fröhlich,
betet ohne Unterlaß, seid dankbar in allen
Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus
Jesus an euch."
Dies war vor 50 Jahren der Hochzeitsspruch unseres
Goldhochzeitspaares.
Damals erschien Ihnen beiden, dieser Vers wahr-scheinlich
als eine Aufforderung, vielleicht auch wie eine
Mahnung, die sie auf ihrem gemeinsamen Weg auch
beachten sollten.
Inwieweit es sich aber tatsächlich lohnt,
sich zu Jesus Christus als dem Herrn der Geschichte
und des eigenen Lebens zu bekennen, und auf ihn
das Vertrauen zu setzen, das konnten die Beiden
ein halbes Jahrhundert lang prüfen, so meinte
Pfarrer Boch in seiner Festansprache.
Es gibt doch auch immer wieder genügend Gründe,
berechtigte
Sorgen vor die Fröhlichkeit zu stellen. Es
gibt immer wieder Ereignisse im persönlichen
Leben und im Leben unserer Welt, die es uns schwer
machen, Freude zu empfinden.
Ich denke da an die Zeiten des Krieges, an die
Zeit des Wiederaufbaus. Wo zwei Menschen als Ehepaar
miteinander in einer Zeit ohne soziale Absicherung,
eine Familie ernähren und das Leben bewältigen,
da ist nicht immer alles voller Sonnenschein.
Ich denke an den Verlust lieber Menschen, an schwere
Zeiten, die einem viel Kraft und Durchhaltevermögen
abverlangen, so Pfarrer Boch. |
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Kann es wirklich gelingen, das Leben fröhlich
zu gestalten?
Ich denke schon. Wir haben das Wort ja noch nicht bis
zu Ende gelesen. Manche Frage wird uns schon bald beantwortet,
wenn wir den anderen nur ausreden lassen – das kennen
wir aus Gesprächen in der Familie nur zu gut.
»Betet, ohne Unterlass!« Paulus zeigt uns
hier die Richtung auf, in der wir den Grund unserer Freude
suchen sollen. In Gott haben wir einen festen Grund. Mit
ihm, mit unserem himmlischen Vater, sollen wir reden im
Gebet.
Nun, es gibt Zeiten, da kommt das Gebet wie von selbst
über die Lippen, besonders wenn uns die Sorge um
einen lieben wichtigen Menschen bewegt.
Aber es gibt auch Zeiten, da beten wir kaum, weil wir
eigentlich keinen Grund haben, etwas zu wünschen.
Das Gebet ist ein Gespräch mit Gott. Es ist mit meinem
Amen nicht zu Ende, denn wenn ich spreche, muss ich doch
auch meinem Gesprächspartner Zeit lassen, muss ihm
zuhören, während er antwortet.
Wenn mein Wunsch nicht in Erfüllung geht, kann ich
ihn wiederholen, aber ich muss Gott auch Zeit lassen.
Oft sind unsere Gebete zu kurzatmig.
Wie in einem Gespräch zwischen guten Freunden, wird
es auch im Gebet immer wieder Pausen geben. Aber dann
– auch wenn eine lange Zeit dazwischen gelegen hat
- können wir unser Gespräch fortsetzen, als
hätten wir es nur für einen Augenblick oder
eine Nacht unterbrochen.
Lesen wir weiter in ihrem Trauspruch: Seid dankbar!
Dankbar sein, heißt in diesem Leben sich eingestehen,
dass wir unendlich reich beschenkt sind.
Wer - wie sie beide - die goldene Hochzeit erleben kann,
der ist dafür aufgeschlossen, er erlebt etwas, was
nur wenigen vergönnt wird.
Aber „Seid dankbar“ - gilt das nicht auch
für so viele andere Dinge im Leben? Ich denke da
auch an die kleinen Dinge, an die Fröhlichkeit, die
Sie als Ehepaar im Alltag an vielen Stellen miteinander
erleben dürfen oder in froher Gemeinschaft mit anderen
zusammen: zum Beispiel auch beim gemeinsamen Singen zum
Akkordeon, so meinte Pfarrer Boch.
Ich denke an das rechte Wort zur rechten Zeit, an das
Licht der Sonne, an den Klang einer vertrauten Stimme,
die liebe Worte zu uns spricht. Ich denke an das vertraute
Gespräch mit den erwachsenen Kindern und an das fröhliche
Spielen mit den Enkelkindern.
Wie dankbar wir eigentlich sein müssten, erkennen
wir, wenn wir uns einmal vor Augen führen, dass auch
alles anders sein könnte, dass nichts im Leben selbstverständlich
ist.
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In einer dankbaren Lebenshaltung wird es auch deutlich,
dass es nicht zuviel verlangt ist, allezeit fröhlich
zu sein. Fröhlich in dem Sinne, dass wir wissen,
der lebendige Gott ist da, er ist uns nahe und er
hält uns in seiner guten Hand. Auch in den
Tagen, in denen es uns nicht gut geht, denn auch
diese Tage sind geschenkte Zeiten, und jeder Tag
enthält die Möglichkeit, dass darin Liebe
geschehen kann und auch immer wieder geschieht.
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Wer in solcher Dankbarkeit lebt, wer sein Leben als
Geschenk annimmt, der lebt in der Haltung, die Paulus
„Gebet ohne Unterlaß“ nennt, denn wer
dankbar lebt, bleibt stets offen zu Gott.
Pfarrer Boch wünschte dem Jubelpaar, dass Sie auch
in Zukunft Ihnen Trauspruch leben können, an all
den Tagen, die ihnen der Herr noch miteinander schenken
wird. "Seid allezeit fröhlich, betet ohne
Unterlaß, seid dankbar in allen Dingen; denn das
ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch."
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