Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Vor 50 Jahren, am 5. Juni 1952 wurde dem Ehepaar Rudolf und Margaretha Stanko bei der kirchlichen Trauung in Bruchsal ein Bibelwort aus dem 2. Timotheusbrief als Trauspruch auf den gemeinsamen Weg mitgegeben:
"Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit."
auf dem Weg zur Kirche

In der damals geläufigen Lutherübersetzung stand anstelle von Besonnenheit noch das Wort Zucht. Pfarrer Boch wies in seiner Ansprache darauf hin, dass sich in einem halben Jahrhundert manches ändert. Die Sprache und die Werte der Menschen wandeln sich, denn Erfahrungen verändern. Ein Grund, wofür man an solch einem Tag Gott loben kann ist, dass er geholfen hat, auch in wechselhaften Zeiten, aneinander festzuhalten.
Pfarrer Boch meinte, dass das Ehepaar heute manches anders machen würde, aber die Liebe zueinander und die Verantwortung füreinander sind geblieben.
Gemeinsam Erlebtes hat die Beziehung zueinander wachsen lassen.
Vor 50 Jahren wurde dem Brautpaar Stanko Gottes Segen für den gemeinsamen Lebensweg ganz persönlich zugesprochen.

Pfarrer Boch fragte das Jubelpaar wie es ihnen heute geht, wenn sie auf die Jahre ihrer Ehe zurückblicken. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sie im Rückblick Gottes Geleit auf dem Weg erkennen können und die Kraft die er ihnen gab.
Für ein junges Ehepaar ist es bestimmt nicht gleich verständlich, was der Begriff "Zucht" mit ihrer Ehe zu tun haben soll. Aber in dieser Formulierung steckt eine gute Lebenshilfe, die nicht zu unterschätzen ist. Selbstbeherrschung und Verzicht, dem Anderen oder den Kindern gegenüber um Gemeinsamens aufzubauen und zu erhalten.

Doch Zucht oder Besonnenheit reichen in einer Ehe nicht aus, so meinte Pfarrer Boch: Liebe und Kraft müssen dazukommen. Jesus sagte: "Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen und von ganzer Seele und deinen Nächsten wie dich selbst." Hier werden von Dimensionen der Liebe gesprochen, die diese erst vollkommen machen.
Auch die Liebe unterliegt der Wandlung und so hat sich bestimmt auch die Liebe des Jubiläumspaares verändert, so mutmaßte Pfarrer Boch. In allen Wandlungen blieb Gottes Zusage aber unverändert. Bei Gott kann man Geborgenheit finden, auch wenn im Alter oder in Krankheit deutlich Grenzen zu spüren sind.

Pfarrer Boch wünschte dem Jubelpaar, dass sie ihre Erinnerungen an die gemeinsame Vergangenheit, an die guten und schweren Wegstrecken, im Horizont der Liebe Gottes sehen können und dass ihnen auch die Zukunft in diesem Licht erscheint.
 
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