Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Am Samstag, den 7. September 2002 kamen Kristina und Matthias Metz in die Kirche um sich vor Gott und der Gemeinde ihr Eheversprechen zu geben. Kristina wurde von ihrem Vater in die Kirche geleitet, wo ihr Bräutigam schon voller Freude auf sie wartete.
Einzug in die Kirche

Der Trauspruch, der das Brautpaar durch ihre Ehe begleiten wird, steht in Matthäus 6, Vers 33:
"Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben."

Pfarrer Boch wies darauf hin, dass es gut ist, zu schauen in welchem Zusammenhang Jesus diese Worte gesprochen hat. Jesus macht damit seinen Zuhörern deutlich, wie unsinnig es ist, sich Sorgen zu machen wenn Gott sogar für Tiere und Pflanzen sorgt.

Allein deine Gnade genügt, dieses Lied wurde zu Beginn gesungen.

Das Reich Gottes - wo und was ist das? Ist es nicht sinnvoller sich an etwas Greifbares zu halten, als sich nach etwas zu sehnen, das unerreichbar fern zu sein scheint, ganz wie es das Sprichwort sagt: Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.
Als Grundlage für eine gelingende Ehe ist es da nicht genug, dass beide Partner sich von Herzen lieben, sich vertrauen und zärtlich miteinander umgehen? Der Trauspruch sagt hier etwas anderes.
Zuerst das Reich Gottes - also doch die Taube auf dem Dach - unerreichbar und nicht zu fassen.
Wenn wir Jesus fragen, so sagt er uns, das Reich Gottes ist in dieser Welt. Mit ihm ist es gekommen und lebendig, wo immer Menschen sich im Glauben an Jesus orientieren.
Das Reich Gottes ist da zu finden, wo Menschen in ihrem Alltag, im Beruf, der Familie in der Gemeinde Jesus nachfolgen. Wo ein Ehepaar miteinander Jesus nach geht, da können wir ein Stück des Reiches Gottes sehen. Sie haben die Verheißung des Trauspruches erkannt, dass es sinnvoll ist, den Spatz in der Hand loszulassen.
Pfarrer Boch wußte, dass die Beziehung des Paares untereinander schon immer eng mit dem Glauben verknüpft war. Und es gab bei den Beiden den berühmten Funken, die Liebe und Zuneigung. Doch es war Kristina und Matthias von Anfang an wichtig, dass Jesus als Bestandteil ihrer Liebesbeziehung dabei ist. Aus diesem Grund haben sie an diesem Tag auch um Gottes Segen für ihre Ehe gebittet.
Jesus sagt: Sorgt nicht um euer Leben und nicht um eure Liebe, sondern vertraut als erstes auf den Herrn Jesus Christus. Ihr werdet im Laufe des Lebens erfahren, vieles, was uns begegnet haben wir nicht in der Hand. Auch vieles was in der Ehe die Liebe zueinander beeinflußt, können wir nicht steuern. Sorgen helfen da auch nicht weiter.
Pfarrer Boch fragte die älteren Ehepaare der Festgemeinde, wenn sie sich zurückerinnern, so schwebt man bei der Trauung oft auf Wolken. Auch wenn Beide sich aber noch so große Mühe geben, können sie nicht verhindern, aneinander schuldig zu werden.
vor dem Altar
Die Liebe verändert sich auch und bekommt mit den Jahren ein anderes Gesicht. Manche sehnen sich nach dem Kribbeln von damals. Eheleute überfordern sich aber, wenn sie vom anderen eine Liebe ohne Fehler erwarten.
Jesus weist auf den hin, der allein fähig ist, umfassend für uns da zu sein. Darum sollten wir uns nicht mit dem Spatz in der Hand zufrieden geben. Gott hält mehr für uns bereit: das Reich Gottes, seine Nähe, ein Leben in seiner Gegenwart. Das stellt die Partnerschaft des Brautpaares in einen weiten Horizont. Wo sie keinen Weg sehen, wird Gott Wege öffnen.
nach der Trauung Zwei Menschen die aneinander und in Gott einen festen Halt haben, werden spüren, wie sie auch in ihrer Ehe gehalten werden. Sie können es lernen mit Gottes Hilfe auch schwere Zeiten zu überwinden, Krisen zu überstehen und das gemeinsame Leben immer wieder neu miteinander zu wagen.
Pfarrer Boch wünschte dem Brautpaar, dass sie ihre Ehe im Vertrauen auf Gott gestalten und sagte ihnen zu, dass Gott seine Verheißung des Trauspruches wahr machen werde.
"Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben."
Wie ein Geschenk empfang ich dich vom Himmel, wie einen Schatz halte ich dich fest, so sagen Freunde gegen Ende des Festgottesdienstes.
 
 
 
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