Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Am 5. Oktober 2002 kamen Nicole und Thomas Seiter in die Kirche, um vor Gott den Beginn ihrer Ehe zu feiern. Nachdem die beiden am Tag zuvor auf dem Standesamt ihre Ehe geschlossen hatten, wollten sie in der Kirche auch vor Gott zueinander „Ja“ sagen.
Gott, der uns Menschen liebt wie kein anderer, er will die beiden begleiten auf ihrem gemeinsamen Weg, durch seine Liebe soll ihre Liebe zueinander immer wieder gestärkt werden.
Im Alten Testament im Buch des Predigers Salomo lesen wir folgende Zeilen:
„So ist’s ja besser zu zweien als allein; denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe. Fällt einer von ihnen, so hilft ihm der andere auf. Weh dem, der allein ist, wenn er fällt, dann ist kein anderer da, der ihm auf hilft..“
Wie gut eignen sich diese Zeilen als Motto, als Leitspruch am Beginn einer jungen Ehe, und das Hochzeitspaar, hat sich genau diese Worte als Trauspruch ausgewählt. Miteinander als Ehepaar zu leben, das bedeutet, fortan nicht mehr allein das Leben zu gestalten, zu planen und zu entscheiden, wie und wo der Lebensweg hinführen soll.
In der Ehe geht es darum, daß Mann und Frau zu einer Lebenseinheit zusammenwachsen.
Sie sollen fortan miteinander immer wieder nach dem gemeinsamen Weg suchen. Sicher sind und bleiben Ehepartner zwei Persönlichkeiten für sich. Jeder von beiden bringt seine Biographie mit in diese Gemeinschaft. Jeder von beiden hat die eigenen Erfahrungen und Erinnerungen. Gerade da ist deshalb auch viel Konfliktstoff enthalten, weil es schnell zu Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Partnern kommen kann. In der Ehe kommt es daher darauf an, wie die beiden mit solchen Konflikten umgehen.
das Paar wechselt die Ringe
Pfarrer Boch mahnte das Paar: "Wo der eine Partner sich dem anderen einfach unterordnet und fügt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Unzufriedenheit sich im Herzen breit macht.
Wo beide sich ständig um die richtige Entscheidung streiten, werden sich bald Missmut und Frust breit machen.
Besser ist es, wenn beide Ehepartner – auch wenn es manchmal schwer erscheint - immer wieder versuchen einen gemeinsamen Weg zu finden, denn nur so können sie ihre Meinungen und Prägungen einbringen und ihre Ziele miteinander verknüpfen.
Da wo zwei so unterschiedliche Menschen es wagen, miteinander eine enge Lebensgemeinschaft einzugehen, da bekommen sie die große Chance, miteinander eine neue Einheit bilden.
In dieser Einheit, die Gott euch schenkt, habt Ihr, liebes Hochzeitspaar, dann plötzlich doppelt so viele Gaben und Fähigkeiten, weil jeder seine mitbringt in die Ehe."
nach dem Gottesdienst Pfarrer Boch forderte das Ehepaar auch auf, nie zu vergessen, dass es nie unfehlbare und fehlerfreie Menschen sind, die in der Ehe zusammenkommen. Daran kann weder der Trauschein noch die kirchliche Trauung etwas ändern.
Menschen machen Fehler und haben welche;
Menschen können versagen; und immer wieder – werden sie auch aneinander schuldig werden.
Das kann auch die tiefste und stärkste Liebe nicht verhindern. Doch was immer sie aneinander finden werden, es soll nie Grund genug sein, um deshalb einander das Vertrauen zu entziehen oder gar die Einheit der Ehe zu zerbrechen.
Auch das gehört zur Liebe nach Gottes Idee dazu: dass sie das aushält, was sonst vielleicht zur Trennung zweier Menschen führen würde.
Dass der eine den anderen nicht liegen läßt, wenn er gefallen ist, sondern, dass er der Partnerin / dem Partner die Hand reicht, beim Aufstehen hilft und beide gemeinsam ihren Weg weitergehen.
Ebenso wie Gott mit uns Menschen umgeht, so sollen wir miteinander umgehen.
Vergebung und Versöhnung gehören nach Gottes Willen zur Ehe unbedingt dazu. Alle Tipps zur guten Ehe, alle weisen Ratschläge nützen nichts, wenn der Liebe zueinander das Entscheidende fehlt: der Wille einander vergebend zu tragen, zu ertragen und dadurch wirklich offen füreinander zu werden.
Ein solches Miteinander setzt ungeheure Kräfte frei. Es eröffnet die Chance, gemeinsam aus Fehlern lernen, zu wachsen und zu reifen.
Im Segen sagt Gott dem Brautpaar heute zu, daß er sie begleiten wird. Er möchte dabeisein, wenn zwei ihren Lebensweg gemeinsam gehen, gewissermaßen als der Dritte im Bunde.
Gottes Begleitung bedeutet zwar nicht, daß eine Ehe sicher ist vor Krisen, aber die Partner können sich darauf verlassen: er ist in guten und in schwierigen Zeiten dabei; er möchte sie leiten und führen und möchte ihnen immer wieder die Kraft zur Vergebung schenken.
Pfarrer Boch gab dem Brautpaar den Rat: "Laß Gott nicht außen vor. Sprecht mit ihm im Gebet und hört auf das, was er Euch durch sein Wort in der Bibel zu sagen hat. Laßt Gott in Eurer Ehe wirken, damit er durch seine Liebe Euch beide erfüllen und stärken kann und wo zwei ihren Weg im Vertrauen auf den lebendigen Gott gehen, da werden Sie miteinander und mit ihm zu einem starken Team zusammenwachsen."
die Festgemeinde
 
 
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