Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Am Samstag den 18. Mai 2002 kamen Regina und Winfried Seitz in die Kirche um ihren gemeinsamen Lebensweg unter Gottes Segen zu stellen.
vor dem Festgottesdienst

Da die Kirche wegen Renovierungsarbeiten durch den Turm nicht betreten werden konnte, begrüßte Pfarrer Boch das Brautpaar mit seinen Festgästen am Eingang bei den Kastanienbäumen.

Gott hat die Menschen geschaffen und er freut sich an solch einem Festtag mit uns. Das ist ein Grund zum Loben. So erklang als erstes Lied: Lobet den Herren, den mächtigen König der Ehren.

Wo zwei Menschen ihren Weg gemeinsam gehen, möchte Gott sie begleiten. Darum feierten wir auch diesen Gottedienst im Namen des Dreieinigen Gottes, des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes.

Der Trauspruch, den die Brautleute für ihre Ehe gewählt haben, steht im Buch Ruth, im 1. Kapitel die Verse 16+17:
Ruth antwortete: Rede mir nicht ein, daß ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.

Ruth, eine Frau aus dem alten Testament, kam in ein ihr fremdes Land. Sie spricht diese Worte zu ihrer Schwiegermutter, die sie unterwegs auffordert wieder umzukehren.

Heute sind diese Worte nun der Trautext. Passen sie da auch, so fragte Pfarrer Boch in seiner Ansprache.
Er meinte, das man dies durchaus bejahen kann. Die Eheleute, die sich vor knapp 3 Jahren fanden, bringen Erfahrungen der Vergangenheit, Glück und Enttäuschung, in den gemeinsamen Weg mit ein. Sie sind nun auch schon ein Stück gemeinsam gegangen und die Zukunft liegt wie ein fremdes Land vor ihnen.
  in der Kirche
Gerade weil wir Menschen im Ungewissen unterwegs sind, brauchen wir Begleiter. Glücklich ist, wer einen findet, bei dem man in guten und bösen Tagen bleiben kann.
Wenn Ruth zurückblickte war viel Schweres in ihrem Leben, aber sie hat auch gespürt, dass Gott seine Barmherzigkeit nicht von ihr abgewendet hat. Auch die Brautleute tun gut daran, wie Ruth voll Vertrauen in die Zukunft zu blicken. Aus der Quelle des Glaubens kann die Kraft für den gemeinsamen Weg entspringen. Dies trägt weiter als nur gemeinsame Interessen und Gewohnheiten.
Im Leben gibt es aber nicht immer nur eitel Freude, Sonnenschein. Mit Gottes Hilfe erleben wir nach Verletzungen und Streitigkeiten auch wieder Versöhnung. Wer in der Ehe nur Lust sucht, merkt, dass sie nicht durch schwere Zeiten tragen kann. Lachen und Lust gehören zur Liebe, aber dies ist eben nicht alles. Gott versteht etwas von der vollkommenen Liebe. An Ostern lies Gott nicht zu, dass seine Liebe beerdigt wurde.
Pfarrer Boch wünschte den Eheleuten, dass sie ein Leben lang an ihrer Liebe festhalten und sich unter Gottes Segen stellen mögen. Er gab ihnen den Rat sich gegenseitig Raum zu lassen damit die Liebe nicht zu einer Fessel wird. Er forderte sie auf, sich gegenseitig als ein Geschenk von Gott zu betrachten. "Freut euch, bleibt gelassen und schaut wie Ruth dankbar einmal zurück".
nach dem Gottesdienst
Nach dem Gottesdienst bildeten Motorradfreunde ein Spalier für das Brautpaar.
   
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