Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Am 19. September 1953 haben Gudrun und Ernst Friedrich Oberacker hier in der Kirche vor Gott zueinander „Ja“ gesagt und seinen Segen für ihren gemeinsamen Lebensweg erbeten.
50 Jahre später, wollten sie am gleichen Ort, Gott dafür danken, dass er sie auf ihrem Lebensweg begleitet hat und dass er sie durch gute und schwere Zeiten getragen hat.
auf dem Weg zur Kirche Viel Leben ist auf ihrem Hof drüben in der Dettenheimer Straße passiert. Eine große Familie hat dort immer zusammen gelebt, dazu die Tiere, das Ackerland, die Frucht, die Arbeit, sie waren ständige Begleiter Ihres gemeinsamen Lebens, so wußte Pfarrer Boch am Beginn seiner Predigt.
Im Leben des Jubelpaares ist vieles geschehen, in diesem halben Jahrhundert, seit sie geheiratet haben. Freude und Leid - von Geburt und neuem Leben, von Unfall und Krankheit, über Tränen beim Verlust lieber Menschen und dem Zusammenstehen Ihrer Familie, da wo es nötig war, haben Beide erfahren.Das sollte für sie wie ein hilfreicher Erinnerungstag sein.
Wie eine Oase im Alltag ist dieser Festtag, ein freier Tag ohne die Arbeit im Stall oder auf dem Feld, obwohl sie diese im Lauf ihres Lebens ja gerne taten.
Pfarrer Boch meinte, dass dieser Jubiläumstag ein Tag der Rückschau, ein Tag der Besinnung auf Gottes Begleitung sein soll und ein Tag der neue Kraft gibt und eine gute Per-spektive für die Zukunft in der Gegenwart Gottes.
Ihre gemeinsamen 50 Jahre, all die gelebte, die gegebene und empfangene Liebe in der Familie und in der Arbeit bestätigen das Paar heute in der Einsicht: ja, sie beide waren füreinander bestimmt. Über die Jahre hin waren sie sich gegenseitig Trost und Stütze.
Vor fünfzig Jahren hat Pfarrer Maurer Ihnen hier in der Kirche ein Wort des Apostels Paulus mit auf den gemeinsamen Lebensweg gegeben, Römer 14,19:
„Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.“
die Sängervereinigung bei einem Gesangsstück
Um Frieden und Aufbauen soll es im Leben gehen. Wo wir uns die Zeit nehmen, um miteinander böse zu sein und Unfrieden zu säen, da verschwenden wir unsere Zeit und werden am Ende wohl kaum etwas Gutes zum Ernten haben.
Wo wir aber danach streben, einander im Frieden, mit Liebe und gegenseitiger Achtung zu begegnen, wo wir auch nach heftigem Streit immer wieder Wege der Versöhnung gehen, wo wir den anderen, auch mit seinen Ecken und Kanten annehmen können, da ist es möglich durch Krisen hindurch, im Alltag der Familie und der Arbeit gemein-sam in die Zukunft zu gehen.
Wir dürfen darüber aber nicht vergessen, wo die Quelle für die Liebe und den Frieden liegt. Wir können nur die Liebe einander weiter geben, die wir selbst empfangen haben. Wir leben davon, Liebe zu erfahren und werden erst so fähig, auch andere daran teilhaben zu lassen.
Das, was unser Leben reich und wertvoll macht, können wir uns nicht kaufen, nicht erarbeiten und auch nicht verdienen. Gott ist die Quelle der Liebe und des Friedens, in seiner Liebe hat er sich für uns hingegeben und hat Frieden mit uns gemacht. Freundschaft, Liebe und Frieden, sie sind nicht käuflich. Man bekommt sie umsonst. Und gerade in einer so engen Lebensgemeinschaft zwischen zwei Menschen, wie in der Ehe, sind wir darauf angewiesen, dass jeder dem anderen sein Vertrauen, seine Liebe und seine Zuneigung immer wieder schenkt.
Vertrauen, Liebe, Frieden, all dieses Dinge brauchen wir zum gemein-samen Leben.
nach dem Festgottesdienst
Dies sind aber keine Güter, die jeder für sich bewahren sollte, es sind Güter, die Gott uns im Überfluss schenkt, damit wir sie wieder an andere weitergeben.
Wir dürfen gewiss sein. Gott steht treu zu denen, die sich an ihm orientieren. Für seine ewige Treue gibt es in dieser Zeit Räume und Zeiten. Eines von ihnen ist die Ehe, wo eine Frau und ein Mann einander als verlässlich erfahren und miteinander ihren Weg gehen in Frieden und in einem guten Geist. Pfarrer Boch wünschte dem Jubelpaar, dass ihnen dies weiterhin gelingen möge, in den Kreisen in denen sie sich bewegen, vor allem im Kreis ihrer Familie. Der Gott des Friedens möge auch weiterhin mit dem Ehepaar sein.
 
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