Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Am 7. Juni 2003 machte sich Pfarrer Boch auf den Weg ins Kloster Waghäusel, um in einem ökumenischen Festgottesdienst mit Pater Stefan, die Eheleute Roswitha und Christian Heilig zu tauen.
Kloster Waghäusel

Wenn wir im Fernsehen oder Kino Liebensgeschichten sehen, kommt uns das manchmal weit hergeholt vor. Das Hochzeitspaar Heilig hat aber eine Geschichte erleben dürfen, die kein Drehbuch besser schreiben könnte. So wußte Pfarrer Boch in seiner Ansprache zu berichten, dass sich das Brautpaar vor zwei Jahren im Skiurlaub in Österreich kennenlernte. Ein Mißgeschick läßt Herrn Heilig vermuten, dass dies eine ganz besondere Frau sein muss!
Die Liebe hat aus einer zufälligen Begegnung etwas ganz besonderes entstehen lassen. Es herrscht eine Harmonie, ein Verstehen auch ohne Worte.

Der Trautext, den sich das Paar dann aussuchte, erzählt etwas von der Liebe die zwischen Beiden lebendig ist und von der Liebe, die der lebendige Gott zu jedem von uns hat.
Wir lesen im 1. Johannesbrief 3, Vers 18:

"Lasst uns nicht lieben mit Worten und mit dem Munde, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit."
Der Schreiber Johannes weiß wohl, auf der einen Seite braucht es Worte der Liebe und der Zuneigung.
Auch nach Jahren gemeinsamen Lebens, tut es gut einander die Worte zuzusprechen: "Ich liebe dich."
Doch eine Liebe die sich nur in Worten äußert, kann nicht lange am Leben bleiben. Die Liebe braucht den Einsatz des ganzen Menschen.
Jeder Partner gibt einen Teil seiner eigenen Möglichkeiten auf, um in der Gemeinsamkeit größere Möglichkeiten und neue Erfahrungen zu gewinnen. Und dazu muss die Liebe gelebt werden.
Es ist wie bei einem Kind. Es reicht nicht ihm nur zu sagen:"Ich habe dich lieb".
Ein Kind braucht Nähe, Zuwendung, Liebkosungen. So muss man die Liebe spürbar und erfahrbar machen.
Eine Liebe , die nicht in Taten der Liebe zum Ausdruck kommt, bleibt letztlich ohne Wirkung und wird langsam aber sicher erkalten.
in der Wallfahrtskirche
Wahrhaftige Liebe braucht keine Fassade. Liebende können sich fallen lassen, ohne Netz und doppelten Boden. Liebende können auch die Eigenarten des anderen mit den Augen der Liebe betrachten. Und sie können sogar ab und zu miteinander streiten, ohne dass ihre Liebe davon einen bleibenden Schaden nimmt.
nach dem Festgottesdienst

Die Worte des Trautextes hat Gott selbst in die Tat umgesetzt. In seinem Sohn Jesus Christus hat er sich selbst hingegeben, aus Liebe zu uns Menschen. Sein Tod und seine Auferstehung eröffnen uns neues Leben. Mit ihm hat die neue Schöpfung ihren Anfang genommen.
Gottes Liebe widerfährt uns unverdient und unerklärbar als ein Geschenk. So wie das Brautleute nie restlos erklären können, warum sie die Liebe gerade zu diesem bestimmten Menschen ergriffen hat, so unerklärlich ist die Liebe Gottes zu uns Menschen.

Pfarrer Boch wünschte dem Brautpaar, dass sie ihren Trauvers immer wieder in die Tat umsetzen können, im ganz normalen Alltag, in den Zeiten in denen alles gut läuft und sie glücklich sind. Aber auch in den Stunden, in denen sie Schweres durchleben müssen.

Zu jeder Zeit können sie auf Gottes tatkräftige und wahrhaftige Liebe zählen. Pfarrer Boch forderte das Paar auf, daran festzuhalten und Gott mit in ihre Ehe hineinzunehmen. Dann können sie erfahren, dass in den Zeiten wo die Liebe abzukühlen droht, sie durch Gottes Liebe wieder neues Feuer bekommt.

Der Festgottesdienst wurde durch Lieder des Männergesangvereins Liederkranz Neudorf und durch einen Sololiedbeitrag musikalisch ausgeschmückt.

 
 
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