Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Am 26. September 1953 wurden Thea und Heinz Kammerer von Pfarrer Maurer in der Liedolsheimer evangelischen Kirche getraut. Ein halbes Jahrhundert später kamen sie, mit der Familie und vielen Freunden, am Jahrestag wieder in die Kirche. Gott gab ihnen in diesen Jahren die Kraft den Weg zu gehen, in guten und schweren Zeiten. Der Dank an diesem Tag galt darum Gott.
im Festgottesdienst Wer sich aufmacht um neue Wege zu beschreiten, macht sich Gedanken wie er ans Ziel kommen wird. Man schaut in Karten und informiert sich in Büchern. Je länger so ein Weg ist, um so unsicherer fällt die Planung aus, meinte Pfarrer Boch zu Beginn seiner Festansprache.
Manche Richtungsänderung muss gemacht werden, wenn man aber gemeinsam ans Ziel kommt, ist die Freude groß.
Als Orientierungshilfe gab vor 50 Jahren Pfarrer Maurer Vers 5 aus Psalm 37, als segensreiche Perspektive für den gemeinsamen Lebensweg mit:
" Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohlmachen."
Je nachdem wie wir diesen Vers betonen, verändert sich sein Sinn. Wenn wir locker sagen, er da oben wird`s schon machen, werden wir dem Vers nicht gerecht. Das Leben einfach nur so dahin laufen lassen, das ist nicht damit gemeint.
Pfarrer Boch wußte von Herrn Kammerer, dass es in seinem früher ausgeübten Beruf sehr auf gut überlegte Planung ankam. Damit können teilweise Unwägbarkeiten ausgeschlossen werden. Im Leben haben wir aber auch Vieles nicht in der Hand. Verschieben wir die Betonung im Trauspruch ein wenig auf das Wort - wohl -, so hören wir heraus, dass alle Wege in Gottes Wirken eingehüllt sind. Mit ihm gelangen wir ans Ziel.
Ein Jubiläumstag läßt zurückschauen und gibt gleichzeitig den Blick frei in die Zukunft.
Wie Wanderer die am Ende des vergangen Tages Erlebnisse austauschen und Planungen erstellen für den nächsten Tag.
Im Rückblick kann das Jubelpaar selbst am Besten beurteilen was gewesen ist. Es gab gute und schlechte Zeiten und nicht alle Wege verliefen geradlinig. Ihre Ehe hatte 50 Jahre Bestand und sie waren und sind gerne zusammen. Dies ist ein Grund zur Dankbarkeit, meinte Pfarrer Boch.
das Jubelpaar mit Familie und Freunden
In die Dankbarkeit mischt sich aber auch die Frage nach der Zukunft. "Wie lange werden wir unseren Alltag noch bewältigen können?" Nach 50 Jahren sind Menschen nicht mehr die selben, sie sind älter, zwar weiser, aber die Energie ist nicht mehr wie damals. Pfarrer Boch ermutigte das Goldhochzeitspaar bei diesen Gedanken auf den Trauspruch zu schauen. Er kann die Quelle der Kraft sein. Er macht Mut auf Gott zu vertrauen, auch da wo wir ihn nicht verstehen.
ein Spalier aus Rosen

Damit ist keine Blauäugigkeit gemeint. Vertrauen heißt, ehrlich auf sich blicken und dem lebendigen Gott zutrauen, dass er unser Leben in seiner Hand hält.
Am Jubiläumstag der Hochzeit wird auch die Segenszusage Gottes erneuert.
Pfarrer Boch wünschte dem Jubelpaar, dass sie Freude im Herzen über Gott empfinden, der ihnen nahe ist und mit ihnen geht. Das ist ein Grund zur Hoffnung auf eine gute Zeit. Besonders schön drückt dies auch der alte Choral "Befiehl du deine Wege" aus, wo es heißt:
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

Durch Liedbeiträge des Gesangverein Vorwärts und ihres Dirigenten wurde die Feierstunde bereichert.

 
 
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