Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Vor genau einem Jahr gab sich das Ehepaar Andrea und Jörg Vogel vor dem Standesamt das Jawort. Am 14. Juni 2003 kamen sie nun in die Liedolsheimer Kirche, um Gottes Segen für Ihren Ehestand zu erbitten und um Ihre Tochter Judith Nicola taufen zu lassen.
vor der Kirche

Als Trauspruch hatte das Hochzeitspaar sich Vers 12 aus Matthäus 7 ausgesucht: "Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten."

Dieses Wort Jesu aus der Bergpredigt ist als goldene Regel in den Volksmund übergegangen. Allerdings wurde es dort etwas abgewandelt:"Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Ein feiner Unterschied liegt in diesen beiden Sätzen. Im Volksmund geht es um die Vermeidung von Taten, aber Jesu fordert zum Handeln auf. Wenn ihr wollt das euch Gutes getan wird, dann fangt selbst damit an. Geht mit eurem Nächsten liebevoll und barmherzig um.
Unser Brautpaar, das miteinander das Leben als Ehepaar und mit der Tochter als Familie gestalten möchte, braucht dieses Entgegenkommen, damit das Miteinander gelingt, so meinte Pfarrer Boch in seiner Ansprache. Es beginnt da, wo man in Liebe miteinander umgeht und wo die Partner aufeinander Rücksicht nehmen und miteinander reden; und es geht da weiter wo man einander beim Tragen von Sorgen und Nöten hilft und sich gegenseitig entlastet.
Der erste Teil des Trautextes passt somit gut als Leitspruch für eine Ehe. Was fangen wir aber mit dem zweiten Teil an?

Pfarrer Boch wußte, dass Ehefrau Andrea beruflich mit Gesetzen zu tun hat, aber sollte heute nicht eher von Liebe und Treue geredet werden? Vor einem Jahr wurde die Ehe nach staatlichen Gesetzen vor dem Standesamt geschlossen. Heute kommt mit der kirchlichen Trauung noch etwas Wesentliches hinzu. Aus freiem Willen bekundet das Paar, dass sie ihre Ehe nach den Regeln leben möchten, an denen sich gläubige Menschen überall auf der Welt orientieren. Für Jesus lässt sich das, was Gottes Wille für das Leben der Menschen ist, in diesem Vers 12 zusammenfassen.
Verbindlichkeit und Vertrauen; Gesetz und Freiheit - in einer Ehe und in einer Familie, die von Gottes Liebe bestimmt ist, müssen Kopf und Herz nicht voneinander getrennt werden. Wo nur Gefühle das Miteinander bestimmen, wird es gefährlich, denn Gefühle verändern sich. Die Geburt der Tochter hat die Partnerschaft beeinflußt und andere Dinge die verändern kommen hinzu. Neben Gefühlen gehören darum auch die bewußte Entscheidung beieinander zu bleiben und das gemeinsame Leben im Horizont des Glaubens zu gestalten, zum Miteinander dazu.
der Festgottesdienst
Füreinander da sein, einander aufrichten und barmherzig mit den Fehlern des Anderen umgehen, trägt dazu bei, dass der Bund stark bleibt. In der Ehe und in der Familie gilt es, Verantwortung zu übernehmen, füreinander und miteinander; sich gegenseitig den Rücken stärken.
Eine Ehe hat auch ein Außenleben. Alle leben in vielfältigen Beziehungen. Neben der Familie, nannte Pfarrer Boch Freunde, Arbeitskollegen und die christliche Gemeinde. Eine gute Regel und eine lebenslange Aufgabe zeigt dabei der Trauspruch auf. Eine Aufgabe, in der Gott eine sehr wichtige Rolle spielt.
Judith bei der Taufe Pfarrer Boch forderte das Paar auf, das Leben im Bewußtsein, dass Gott da ist zu leben. Ausdruck davon ist zum Beispiel die Dankbarkeit.
An diesem Tag kann die Familie besonders auch für das Kind dankbar sein, das Gott ihnen anvertraut hat.
Der Bibeltext für die Taufe von Judith Nicola, steht in Römer 8, Vers 38-39:
"Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn."

Hier redet Einer von seinem Glauben an den mächtigen Gott. Mit ihm kann man getrost in die Zukunft gehen, er zeigt wie Leben gelingt.
Gott liebt alle Menschen, mit seiner Nähe dürfen wir an jedem Tag rechnen. Er drängt sich aber nicht auf. Was Eltern und Paten an diesem Tag stellvertretend für Judith versprochen haben, muss Judith später selbst einmal bestätigen. Dann wird sie erfahren: Gott ist mächtiger als alles und er setzt sich gerne für sie ein.
Der Festgottesdienst wurde durch Orgelzwischenspiele und Liedbeiträge von Freunden des Brautpaares bereichert .
 
 
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