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| Nachdem Matthias und Tanja
Michalske am 20. August 2004 auf dem Standesamt ihre Ehe
geschlossen hatten, kamen sie am 23. Oktober 2004 mit
einer Festgemeinde in die Kirche um Gott um seinen Segen
für ihr Zusammenleben zu bitten. |
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Es ist schon eine ganze
Weile her, dass die Beiden sich kennen gelernt haben.
Seit der Teenagerzeit kennen sie sich – so
wußte Pfarrer Boch zu berichten. Viel geredet
haben sie nie miteinander und die Tanja konnte den
Matthias sogar nicht besonders gut leiden. Doch
Menschen ändern sich, Meinungen ändern
sich und es ist gut, wenn Menschen füreinander
offen bleiben. Denn nur da, wo wir fähig sind,
unsere vorgefassten Urteile, unsere Vorurteile auch
einmal beiseite zu lassen, können wir Überraschungen
mit anderen Menschen erleben.
Am Ende war es die gemeinsame Liebe zum Kegeln,
die unserem Hochzeitspaar die Möglichkeit gab,
sich näher zu kommen, erzählte Pfarrer
Boch. Auf einem gemeinsamen Fest hat Tanja gemerkt:
eigentlich ist der Matthias doch ein ganz Netter.
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Der Trauspruch, den die Beiden über ihre Ehe und
über ihr gemeinsames Leben stellen möchten,
passt gut zu diesem Vorhaben, miteinander in gegenseitiger
Liebe und Achtung und im Glauben an den lebendigen Gott,
zu leben: "Lasst alles
bei euch in Liebe geschehen." (1 Korinther
16,14) |
Eigentlich klingen diese Worte aus
dem 1. Korintherbrief einfach und irgendwie ziemlich
banal. Doch Paulus war nun wahrlich keiner, der
es sich leicht gemacht hätte in seinem Leben.
Wenn er schreibt: Lasst alles bei euch in Liebe
geschehen, so heißt das mehr als einfach nur:
seid immer lieb zu einander.
Das muss nicht gleich, eine Ehekrise sein, auch
Zeiten der räumlichen Trennung können
das Miteinander belasten, oder auch die Veränderungen,
die durch die Ankunft eines Kindes in der Familie
geschehen. Alle Dinge gehören zum Leben hier
auf Erden dazu: das Gute, wie das Böse, das
Glück wie das Leid, die Freude wie die Trauer
– der Glaube aber sagt uns: keine Erfahrung
ist Gott fremd oder gar Gott-los und gerade deshalb
gilt es, alle Dinge nicht nur einfach hinnehmen:
sondern im Guten, wie im Schweren, darauf zu vertrauen,
dass die Liebe Gottes uns die Kraft gibt, in dieser
Welt das Leben zu bestehen und mit anderen liebevoll
und mit Achtung umzugehen. |
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Die Liebe von der, der Trauspruch spricht,
hat mindestens zwei Aspekte. Da ist zunächst die
Liebe unter den Eheleuten.
Diese Liebe wurde geschenkt. Sie ist nicht erarbeitet
und auch nicht verdient. Die Beiden durften einander finden
und durften im jeweils anderen den einen Menschen für
ihr Leben erkennen. Mit dieser Liebe wurde etwas sehr
Kostbares geschenkt.
In dieser Liebe unter den Menschen aber, steckt die Liebe
zu Gott und seine Liebe zu uns: Lasst alles bei euch in
Liebe geschehen. |
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Mit den Liedbeiträgen "Für
dich" und "Power of Love" bereicherte
eine Freundin den Festgottesdienst. |
Die Liebe Gottes greift über
das hinaus, was wir Menschen zu sagen und zu tun
vermögen.
Am Anfang steht allein Gottes Liebe. Die Liebe Gottes
gilt, auch wenn wir zweifeln, auch wenn wir vielleicht
Schwierigkeiten haben mit der Kirche und ihren Vertretern,
mit den Menschen, die berufen sind, Gottes gute
Botschaft in der Welt zu verkündigen. Diese
Liebe macht es möglich, dass in einer Gemeinde
ganz unterschiedliche Menschen miteinander ihren
Glauben leben, Liebe und Hoffnung teilen können.
Eines aber fehlt noch aus eurem Trauspruch. Lasst
alles bei euch in Liebe geschehen.
Dieses: "lasst es geschehen" ist mehr
als ein Hinnehmen von Dingen, die man eh nicht ändern
kann. Es bedeutet vielmehr ein bewusstes Vertrauen
darauf, dass Gott es gut mit uns meint.
Um dies zu erkennen, brauchen wir die offenen Augen
und die offenen Herzen, um Gottes Wirken bei uns
wahr zu nehmen. |
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Dann können wir es erleben, wie manchmal etwas
von der Gotteserkenntnis aufblitzt, so wie, wenn die
Wolkendecke am Himmel aufreißt und für einen
Augenblick die Sonne auf unsere Haut scheint.
Es ist heute schwer geworden, von Gott zu reden. Viele
Menschen glauben, die Welt ganz ohne Gott erklären
zu können. Wozu brauchen wir einen Schöpfer
– das war doch der Urknall; wozu sollen wir Gott
danken wir für die Ernte, die Gesetze der Natur
haben doch dafür gesorgt, dass Früchte und
Getreide wachsen und reifen konnten.
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Aber es gibt Gott sei Dank auch die
Momente, in denen unser Herz übergeht vor Freude.
Momente der Erfahrung mit Gott, wenn uns Gottes
ungeahnte Liebe ergreift - wenn ein Lied in uns
etwas bewegt, wenn ein Bibelwort uns zur rechten
Zeit eine neue Perspektive gibt; wenn wir, in die
Augen eines Kindes blicken und in ihnen erkennen,
wie groß Gottes Liebe ist; wenn uns ein anderer
Worte der Hoffnung zusagt, die unseren Glauben stärken.
Der Trauspruch macht Mut, nach Gottes Wirken in
unserem Leben zu suchen und dafür dankbar zu
sein.
Diese Dankbarkeit verleiht Gelassenheit und Ruhe
im Blick auf das, was uns im Leben erwarten wird.
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Pfarrer Boch wünschte dem Brautpaar,
dass sie mit Gott an jedem Tag rechnen. Und er wünschte
ihnen Gottes Beistand in ihrer Ehe.
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