Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Es war am Samstag den 16. Juli 2005, als bei herrlichem Sonnenschein Claudia und Stefan Erndwein zu ihrer kirchlichen Trauung in die Kirche kamen.
Pfarrer Lang erwartet das Paar am Eingang

Am Eingang wurden sie von Pfarrer Christoph Lang, einem Cousin des Bräutigams, begrüßt.
Stefan hat früher auch im Posaunenchor mitgespielt und so spielte zum Einzug eine kleine Besetzung des Chors, von weiteren Verwandten unterstützt.
Eine Bekannte des Brautpaares bereicherte den Festgottesdienst mit den Gesangsbeiträgen "Love how you love me" und "Get here"

Wen brauchst du?
So fragte, Pfarrer Lang zu Beginn seiner Trauansprache. Er bezog die Frage auf ein Gedicht von Regina Schwarz, das dem Paar wichtig geworden ist.
Wen brauchst du? So fragt sich mancher, wenn er überlegt, wer zu ihm passt.

Einen zum Küssen und Augenzubinden,
einem zum lustige Streiche erfinden,
.........
einen zum Lachen und einen zum Weinen.
Auf jeden Fall einen der dich mag,
heute und morgen und jeden Tag.

Das Brautpaar macht nun im Gottesdienst deutlich, dass sie den Partner gefunden haben, den sie zum Glücklichsein brauchen. Höhen und Tiefen miteinander erleben und einander beistehen, das ist das Glück und das höchste Geschenk, das sich zwei Menschen machen, wenn sie sich lieben und sich für die die Ehe entscheiden, so meinte Pfarrer Lang.
Bei allem was eine Beziehung so mitmacht im Laufe der Jahre, ist etwas doch entscheidend wichtig: der Entschluss und der Wille miteinander durch's Leben zu gehen und Ja zueinander zu sagen. Ja ich achte dich und schätze dich, auch am frühen Morgen, wenn die Falten vom Kissen noch im Gesicht zu sehen sind und am späten Abend, wenn die Müdigkeit um sich greift.
Du bist mir wichtig. Es ist notwendig dies auch immer wieder zu sagen und durch kleine Zeichen der Aufmerksamkeit zum Ausdruck zu bringen.
Dieser Tag ist auch eine klare Zäsur für Eltern und Freunde. Das Paar geht nun mit Gottes Segen die eigenen Wege.
die Ringe werden getauscht
Von Generation zu Generation, immer wieder neu lassen sich Ehepartner aufeinander ein und wollen zueinander stehen. Das ist ein Abenteuer, ein Wagnis, zumal in unseren Tagen, wo auf die Ehe nicht mehr viel gegeben wird.
Musikbeiträge bereichern den Gottesdienst Dabei bietet die Ehe unendlich viele Chancen, sagte Pfarrer Lang. Sie schafft einen verlässlichen Rahmen und schützt die Liebe vor Zugriffen von außen. Die Ehe nach biblischem Verständnis ist ein Schutzraum, in dem sich zwei Menschen bedingungslos einander anvertrauen.
Menschlich gesprochen haben Stefan und Claudia den gefunden, den sie brauchen. Doch jede christliche Ehe braucht noch eine Basis, die Grundlage für das gemeinsame Leben. Sie braucht nicht nur Mann und Frau, sondern das Fundament der Liebe. Die Liebe von der es im
1. Johannesbrief heißt:
"Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm."
Darin wird deutlich was der tragende Grund unserer menschlichen Liebe ist: Gott selbst. Er hat uns in Jesus Christus gezeigt was Vergebung heißt, wie man den ersten Schritt macht und wie man lernt mit Fehlern und Schwächen umzugehen.
Der Kirchenvater Augustinus hat dazu einmal folgenden Merksatz für die Ehe geprägt:
"Im Wesentlichen Einheit, im Zweifelhaften Freiheit, in allem Liebe."
Wer spült ab oder saugt das Wohnzimmer, wie viel Geld geben wir für den Urlaub aus, das sind Fragen die zu Beginn einer Ehe oft zu Streitereien führen, so wußte Pfarrer Lang. Aber zum Wesentlichen zählt das nicht, da gibt es Fragen die die Lebensbasis berühren. Was glauben wir? Was sind unsere Werte? Was hat bei uns Priorität, wofür setzen wir uns ein? Es tut einer Ehe gut, wenn im Wesentlichen Einheit besteht. Darüber muss man miteinander reden und einander zuhören.
Die Freiheit ist ein wichtiger Begriff in der Ehe. Die Ehe nach dem Verständnis des Evangeliums, das ja eine Botschaft der Befreiung ist, ist immer auf partner-schaftliches Miteinander angelegt, in dem der Geist der Freiheit wirkt. Wer dem Partner Freiheit gewährt, bekommt Liebe geschenkt. Jeder muss auch mal etwas allein machen dürfen. Liebe und Freiheit hängen zusammen.
"In allem die Liebe", das ist ein hoher Anspruch, aber billiger geht es nicht. Für Christen heißt dies, Orientierung an Jesus Christus. Mit Gott im Gespräch bleiben. Dann wird Angst dem Lebensmut weichen und Hoffnung einen langen Atem bekommen.
nach dem Gottesdienst

Menschliche Liebe schöpft ihre Energie aus Gottes unendlicher Liebe. An die drei Punkte Einheit, Freiheit und Liebe soll der Trauspruch erinnern: "Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm."
Pfarrer Lang wünschte dem Paar Gottes Segen für den gemeinsamen Lebensweg.

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