Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Bei strahlendem Sonnenschein gaben sich am 8. Oktober 2005 Sandra Freisinger, geb. Bolz und Torsten Freisinger in unserer Kirche das Jawort.
Begrüßung am Eingang

Zwei Tage zuvor, am Donnerstag, hatten sie auf dem Standesamt in Graben-Neudorf vor dem Gesetz ihre Ehe geschlossen.
In der Bibel lesen wir bei Johannes: "Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm."
Weil Gott die Liebe ist, darum können wir sicher sein, dass er in diesem Festgottesdienst da ist, sagte Pfarrer Boch.
Ganz am Anfang der Bibel wird uns erzählt, wie Gott den Menschen als etwas Besonderes schuf. Er schuf den Menschen als Mann und Frau - zwei, die jeder für sich ein Ganzes bilden und in ihrer Zweisamkeit eine neue Gemeinschaft bilden.
Vor zwei Jahren haben sich Sandra und Torsten kennen gelernt. Bis dahin hatte jeder seine eigenen Erfahrungen gemacht und einen eigenen Rhythmus im Leben.
Die Liebe zueinander wurde immer stärker und so haben beide Stück für Stück ihr Leben miteinander verknüpft.
Es ist ein großes Wunder, wenn Menschen mit unterschiedlichen Prägungen ihre Lebenswege miteinander verknüpfen, meinte Pfarrer Boch.
In einer Traupredigt von Dietrich Bonhoeffer aus dem Jahr 1943 heißt es:
Ein Brautpaar hat das Recht darauf, den Tag der Hochzeit mit dem Gefühl eines unvergleichlichen Triumphes zu begrüßen und zu begehen.

Wenn alle Schwierigkeiten, Widerstände, Hindernisse, Zweifel und Bedenken - nicht in den Wind geschlagen, aber ehrlich ausgestanden und überwunden sind, dann haben die beiden in der Tat den entscheidenden Triumph ihres Lebens errungen. Mit dem Ja, das sie zueinander gesprochen haben, haben sie ihrem ganzen Leben in freier Entscheidung eine neue Wendung gegeben.(Widerstand und Ergebung, KT 100)
Auch Sandra und Torsten hatten sich Neuland erobert, ein Land voller Hoffnung und voller Möglichkeiten. In einer gelingenden Ehe kann erahnt werden, wie es damals im Paradies war. Aber das Ja wird auch immer wieder auf die Probe gestellt. Auch in der besten Ehe kommt es vor, dass sich die Partner falsch verstehen und nicht immer liebevoll miteinander umgehen. Manche Verletzung ist nicht zu vermeiden. Die Qualität einer Ehe zeigt sich nicht daran wie lautstark ein Paar bei ihrer Hochzeit das JA sagt. Sie wird aber daran deutlich, wie beharrlich dieses JA im täglichen Leben bekräftigt wird.
im Gottesdienst
Musik bereichert den Festgottesdienst

Mehrere Musikbeiträge bereicherten den Festgottesdienst. So hatten sich Freunde zu einem Spontanchor zusammengefunden und Cae und Eddi Gauntt erfreuten die Festgemeinde mit mehreren Liedern. Der Bruder des Bräutigams spielte zum Ein- und Ausgang feierliche Klänge auf der Orgel und begleitete die Gemeindelieder.

"Seid freundlich und herzlich zueinander und vergebt euch gegenseitig, so wie Gott euch in Christus vergeben hat."

Vers 32 aus Epheser 4, haben sich das Brautpaar als Trauspruch für ihr gemeinsames Leben gewählt.
Darin werden sie aufgefordert, liebevoll miteinander umzugehen, einander Fehler zu vergeben und wo nötig immer wieder neu miteinander anzufangen.

Wer schon länger verheiratet ist, weiß wie schwierig es oft ist, Freud und Leid miteinander zu teilen, meinte Pfarrer Boch.
Seid freundlich und herzlich zueinander und vergebt euch gegenseitig. Nur als guter Rat wäre dieser Satz nicht viel wert. Pfarrer Boch vermutete, dass das Brautpaar an diesem Tag viele Ratschläge und gute Wünsche bekommen wird. Der Trauspruch ist aber mehr. Er ist ein Maßstab und eine Hilfe die motiviert, die Aufforderung in die Tat umzusetzen. Weil Gott uns durch seinen Sohn Jesus Christus vergibt, haben wir die Chance ein erfülltes Leben zu führen und uns auch gegenseitig in einem neuen Licht zu sehen.
Wo Christen als Ehepartner miteinander ihren Glauben leben, brauchen sie ihre Schwächen nicht zu verbergen. Wo zwei sich nichts vormachen und sich nehmen wie sie sind, kann echte und tiefe Gemeinschaft entstehen. Die Basis für dieses Umgehen miteinander ist die Liebe Gottes, die eine feste Grundlage für das gemeinsame Leben ist.

Dietrich Bonhoeffer schreibt dazu in seiner Trauansprache weiter:
Ehe ist mehr als eure Liebe zueinander. Sie hat höhere Würde und Gewalt, denn sie ist Gottes

Ringtausch
nach dem Gottesdienst

heilige Stiftung, durch die er die Menschen bis ans Ende der Tage erhalten will. In eurer Liebe seht ihr euch beide nur allein auf der Welt, in der Ehe seid ihr ein Glied in der Kette der Geschlechter, die Gott zu seiner Ehre kommen und vergehen lässt und zu seinem Reich ruft. .... Nicht eure Liebe trägt die Ehe, sondern von nun an trägt die Ehe eure Liebe.

Gott stellt dem Brautpaar die Aufgabe sich gegenseitig anzunehmen und die Fehler des anderen in Liebe zu vergeben. "Wo ihr so miteinander lebt, wo ihr auf Gott vertraut, werdet ihr zwar nicht das Paradies oder die heile Beziehung finden, aber ihr erlebt, dass euer Leben eine besondere Qualität bekommt. das wird sich dann auch auf die Umgebung ausbreiten," meinte Pfarrer Boch am Ende seiner Ansprache.

Nach dem Festgottesdienst hatte das Brautpaar noch viele Hände zu schütteln und gute Wünsche entgegen zu nehmen.

 
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