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| Am Samstag, den 11. Juni 2005,
kamen Jessica und Christian Keresi mit Freunden und Verwandten
in die evangelische Kirche, um in einem ökumenischen
Traugottesdienst den Beginn ihrer Ehe zu feiern und Gott
um seinen Segen zu bitten. |
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Am Tag zuvor hatten beide auf dem
Standesamt in Linkenheim-Hochstetten schon öffentlich
bekundet, dass sie in Zukunft ihren Lebensweg
gemeinsam gehen wollen. Nun wollten sie auch vor
Gott "Ja" zueinander sagen.
Der Trauspruch steht in 1. Johannes 3, Vers 18:
" Wir wollen nicht
mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und
Wahrheit."
Pfarrer Huber las den Vers in der Bibel in einem
größeren Zusammenhang und Pfarrer Boch
führte in einer Ansprache einige Gedanken
dazu aus. |
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| Mit der Liebe ist es so eine Sache, meinte Pfarrer Boch.
Manchmal dauert es scheinbar endlos lange, bis der geliebte
Mensch auf die Signale reagiert und bis die Liebe erwidert
wird. Es gibt aber auch die Variante, dass sich zwei Menschen
kennen lernen, ineinander verlieben und schon sehr schnell
klar ist, wir wollen mehr als hier und da einen Abend
oder ein Wochenende teilen, wir wollen zusammen leben. |
So war es bei Jessica und Christian als sie sich
vor 6 Jahren näher kennen lernten. Pfarrer
Boch wußte, dass beide, trotz aller Gegensätze,
sich zueinander hingezogen fühlten und immer
deutlicher spürten, dass sie zusammengehören.
Warum so etwas ist, ist Liebenden egal.
"Ich liebe dich", solche Worte, die Zuneigung
und Zärtlichkeit hörbar machen, brauchen
Liebende auch noch nach vielen Jahren.
In der Musik aller Gattungen sind Liebesschwüre
und Liebesbeteuerungen in unendlichen Variationen
zu hören. Kaum ein Schlager oder Popsong hat
nicht Liebe zum Thema. Pfarrer Boch nannte beispielhaft
die Söhne Mannheims, die dies in ihrer Erfolgssingle
auf den Punkt bringen. Dort singt Xavier Naidoo:
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| "Und wenn ein Lied meine Lippen verlässt,
dann nur damit du Liebe empfängst, durch die Nacht
und das dichteste Geäst, damit du keine Ängste
mehr kennst." Hier wird von Liebe gesungen, die Vertrauen
und Geborgenheit schenkt. Aber Liebesbeteuerungen allein,
auch wenn sie von gefühlvoller Musik untermalt werden,
halten nicht lange an. Liebe braucht den ganzen Einsatz
des Menschen. |
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Wer liebt, gibt ein Stück von
sich für den anderen auf. Er verzichtet auf
eigene Möglichkeiten um mit dem Partner neue
Möglichkeiten zu entdecken. Solches ist mit
Worten allein nicht möglich.
Bei einem Kind reicht es auch nicht nur zu sagen,
"ich hab dich lieb". Ein Kind wartet darauf
umarmt zu werden, es braucht Liebkosungen, die Liebe
spürbar werden lassen. Liebe braucht Taten,
so wie es der Trauspruch aussagt.
Wieviel Falschheit kann in Worten auch liegen und
wie groß ist die Enttäuschung wenn jemand
entdeckt, dass die eigenen Gefühle nur ausgenutzt
wurden. Liebe lebt davon, dass sie wahrhaftig geschieht.
Wo zwei sich ehrlich und offen begegnen, können
sie auch Ecken und Kanten mit den Augen der Liebe
sehen. Dann wird die Quirlige und Aktive sich mit
dem Geduldigen und Ruhigen blenden verstehen, weil
sie Beide ihre Unterschiede als Ergänzung und
Bereicherung begreifen. |
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| Gott blieb in seiner Liebe zu uns Menschen nicht bei
einem Lippenbekenntnis stehen. In Jesus Christus hat sich
Gott hingegeben und hat uns von Schuld zu neuem Leben
befreit. Mit seiner Liebe ist es wie beim ochzeitspaar:
sie widerfährt unverdient und unerklärbar, einfach
als Geschenk. Die Frage ist nur, ob wir sie in uns wirken
lassen, das Genschenk also annehmen. |
Wo sich Menschen der Liebe Gottes öffnen
und sich von ihr erfüllen lassen, erleben
sie, wie diese Liebe das Leben reich macht.
Pfarrer Boch wünschte dem Brautpaar, dass
sie die Ermunterung des Trauspruches im Alltag
in die Tat umsetzen. In guten und in schweren
Tagen können sie auf die Liebe Gottes zählen.
Wenn die Liebe zu erkalten droht, bekommt sie
durch seine Liebe neues Feuer. Wenn die Lieb stark
ist, wird Gott sich mit ihnen freuen.
Das Gemeindelied "Ins Wasser fällt
ein Stein" brachte die Wirkungen der Liebe
nochmals zum Ausdruck. Dort heißt es: |
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| "Wo Gottes große Liebe in einen
Menschen fällt, da wirkt sie fort in Tat und Wort
hinaus in unsre Welt." |
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