Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

620 km nordöstlich von Liedolsheim fand am 4. Juni 2005 in Sachsen-Anhalt im Ort Schweinitz, eine für uns sehr interessante Hochzeit statt. Marco Richter, Bläser in unserem Posaunenchor, heiratete Sandra geb. Hesse.
im Traugottesdienst

Der Trauspruch, der dem Paar für den gemeinsamen Weg zugesprochen wurde, steht in der Bibel in Hosea 14, Vers 10:

"Die Wege des Herrn sind richtig, und die Gerechten wandeln darauf."

Der Pfarrer aus Schweinitz wies in seiner Trauansprach darauf hin, dass jedes Paar, das heiratet, in diesem Moment eine von Gott gegebene Ordnung anerkennt.
Bei der Heirat wird durch ein öffentliches Versprechen die Bindung zweier Menschen fest gemacht.
Unser Leben verläuft nicht statisch. Wir erleben Höhen und Tiefen und müssen immer wieder Entscheidungen treffen, wohin es gehen soll. Dabei gibt es Kreuzungen, wo sich Wege begegnen, Zwei zueinander finden und die Entscheidung treffen, dass die Lebenswege dauerhaft verbunden werden.

Der Pfarrer wusste, dass es die Arbeitssituation war, die Sandra und Marco nach Dettenheim in den Ortsteil Liedolsheim geführt hat. Der Weg den ein Mensch geht betrifft auch andere. So wurde durch den Wegzug der Posaunenchor von Schweinitz kleiner und der Chor in Liedolsheim hat einen Trompetenspieler dazugewonnen.

Wenn wir uns im Leben für Richtungsänderungen entscheiden, gibt es oft viele Möglichkeiten. Die Entscheidungshilfen die wir dabei haben sagen manchmal nichts darüber aus, ob der Weg richtig sein wird. Wonach sollen wir uns aber dann richten, so fragte der Pfarrer. Er erzählte uns dazu eine Geschichte die sein Cousin auf einer Tour durch die Sahara erlebt hat. In der Wüste gibt es teilweise nur Spuren als Weggabelungen und man weiss nicht welche Richtung die richtige ist. Dann ist man geneigt den Weg mit den vielen Spuren zu gehen. Einheimische gaben dazu aber den Rat, den mit den wenigen Spuren zu nehmen. Auf dem anderen Weg sind die Vorausgehenden gegangen, bis sie merkten das es der falsche ist und umkehrten mussten. Darum ist der Weg ausgetretener.
Der Pfarrer meinte, dass wir uns im Leben auch oft daran orientieren was die Mehrheit tut. Das ist aber nicht immer richtig. Er gab den Rat in der Bibel nachzuforschen. Sie sagt uns, dass Gottes Wege die richtigen sind. Zu diesem Weg gehört auch die Ehe. Gott selbst hat gesagt: Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden.
In der Ehe sind die Lebenswege zweier Menschen eng verbunden, was den einen betrifft, betrifft auch den anderen. Das ist eine große Herausforderung. Jeder für sich hat schon eine Strecke des Lebensweges zurückgelegt, jeder bringt Wissen, Herkunft und Ursprungsfamilie mit. Das gibt oft Zündstoff, es gibt Punkte wo man sich reibt.

Dann ist bedingungslose gegenseitige Annahme notwendig. Es ist richtig, dass ohne Liebe kein Kind groß wird und kein Zusammenleben möglich ist. Liebe, ein heute teilweise abgegriffenes Wort, kann aber vergehen, wenn man sich nicht zur gegenseitigen Annahme durchringt. Ehe ist ein Weg und ein Stück Arbeit. Sie ist aber kein Selbstläufer.
nach dem Gottesdienst Sie muss in Gang gehalten werden, sonst kann sie im Sand verlaufen.
Gott hat den Menschen nicht Ordnungen gegeben und gesagt: "nun macht was ihr wollt." Er möchte Mittelpunkt und Fluchtpunkt sein.
Der Wunsch an das Brautpaar war, dass sie ihren Weg im Glauben gehen und seine Gebote, die uns nicht einengen, anerkennen. Gott hat uns geschaffen und wir können viel selbst gestalten. Aber letztlich wissen wir, dass das Leben nicht immer so verläuft, wie es die guten Wünsche, die an so einem frohen Tag ausgesprochen werden, aussagen. Aber auch wenn wir durch ein finsteres Tal gehen, so wie es der Psalm 23 aussagt, ist Gott bei uns. Und wenn Beide am Ehebund festhalten, kann der gemeinsame Weg viel aushalten.
Choräle wie "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren", bereicherten den Festgottesdienst. Zusammen mit der Orgel wurde der Gemeindegesang von dem vereinten Posaunechor aus Schweinitz und Liedolsheim begleitet.
die Festgemeinde
 
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