Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

"Dies ist der Tag, den der Herr macht. Lasst uns freuen und fröhlich darinnen sein. Du bist mein Gott, und ich danke dir, mein Gott, dich will ich preisen." Mit diesem Vers aus Psalm 118 begrüßte Pfarrer Boch die Festgemeinde beim Traugottesdienst von Silke und Andreas Ritschel am 7. Mai 2005.

Vor ein paar Wochen hatten die Beiden auf Jamaika ihren Bund fürs Leben geschlossen. Nun wollten sie auch vor Gott "Ja" zueinander sagen und um seinen Segen bitten.
Wo es Liebe zwischen Menschen gibt, ist auch Gott im Spiel, denn er ist die Liebe. Darum ist es gut, wenn Gott im Miteinander einer Ehe einbezogen wird. Gottes Liebe kann die Liebe der Eheleute zueinander immer wieder stärken und erneuern.

Als ob es besonders wichtig wäre, wird uns auf den ersten Seiten der Bibel erzählt, wie Gott den Menschen geschaffen hat - als Mann und Frau.
Und als Gott dem ersten Mann, Adam, die Frau Eva vorstellte, war dieser begeistert. Er wusste, dass sie das war, was er brauchte. Er nahm sie als Gefährtin seines Lebens.
So sollte die Ehe eigentlich sein, sagte Pfarrer Boch, eine echte, tiefe und glückliche Gemeinschaft zweier Menschen, die wissen, dass sie füreinander bestimmt sind.

Die erste Begegnung unseres Hochzeitspaares war am Baggersee, beim Beach-Volleyball, wusste Pfarrer Boch. Das Gefühl, dass sie zusammen gehören, entwickelte sich erst mit der Zeit. Immer mehr Gemeinsames haben sie miteinander geteilt, sich gegenseitig gestützt und gestärkt und schon manches zusammen bewältigt.
Heute kann man den Beiden die Freude darüber, dass Gott den Mann, die Frau ihres Lebens geschaffen hat, förmlich abspüren.
Die Heirat auf einer paradiesischen Insel ist ein schönes Bild dafür, dass wir in einer gelingenden Ehe tatsächlich noch etwas vom Paradies erleben, so meinte Pfarrer Boch. Er wusste aber auch, dass es blauäugig wäre, wenn wir nicht auch an die schweren Zeiten im Miteinander denken würden. Nicht immer gelingt es einem Ehepaar liebevoll miteinander umzugehen und manch verletzendes Wort kann im Lauf der Jahre fallen. Es reicht für das Glück in der Ehe nicht aus, einen besonderen Ort für die Hochzeit zu wählen.
im Gottesdienst
Die Qualität einer Ehe zeigt sich darin, wie beharrlich und geduldig die Ehepartner das Ja zueinander im täglichen Leben bekräftigen und wiederholen.
Freunde singen

"Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem anderen, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus."

Diesen Vers aus dem Epheserbrief, Kapitel 4, 32, haben Silke und Andreas als Trauspruch für den gemeinsamen Lebensweg gewählt. Dieses Wort fordert dazu auf immer wieder neu miteinander anzufangen. Fehler und Versäumnisse einander nicht nachtragen und liebevoll miteinander umgehen, ist die immerwährende Aufgabe in einer guten Ehe.

Pfarrer Boch sprach die Paare an, die schon länger miteinander unterwegs sind. Sie wissen, wie schwierig es manchmal sein kann, in der Ehe Freude und Leid miteinander zu teilen, sich gemeinsam an den gutenTagen zu freuen und miteinander auszuhalten, wenn schwere Tage durchlebt werden müssen.
Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern. - Wenn dies nur ein guter Rat wäre, wie das Brautpaar bestimmt schon manchen bekommen hat, wären die Worte nicht viel wert. Der Trauspruch liefert aber gleichzeitig noch einen Maßstab und eine Hilfe den Rat in die Tat umzusetzen: so wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

Gott hat uns durch seinen Sohn Jesus Christus die Schuld vergeben. Darum haben wir die Chance ein sinnvolles Leben zu leben. Silke und Andy haben in ihrem Leben den Glauben an Jesus Christus kennen gelernt.
Ja und Ringe für immer
Vor wenigen Wochen wurde Andy in dieser Kirche getauft. Er hat erfahren, dass Gott uns mit Liebe begegnet und wir uns in einem ganz neuen Licht sehen können. Wir können uns annehmen wie wir sind, weil Gott uns so liebt.
Wo zwei Christen als Ehepartner ihren Glauben leben, geht es nicht darum, einem Ideal der vollkommenen christlichen Ehe zu entsprechen. Christen sind genauso wenig vollkommene Menschen, wie Menschen anderen Glaubens es sind. Wer aber glaubt, dass Gott ihm seine Schuld vergeben hat, kann ohne Furcht seinen eigenen Schwächen und Fehlern ins Gesicht sehen.
Wer Gottes Liebe erfahren hat, für den bedeutet es keine Minderung seines Glücks, wenn der andere seinen Erwartungen nicht entspricht.. Mit den Augen der Liebe betrachtet, kann ein Mensch trotz Fehler geliebt werden und so ist Vergebung möglich.

Das Glück einer Ehe hängt davon ab, ob das gemeinsame Leben als Aufgabe erkannt wird.

Pfarrer Boch sagte Silke und Andreas, dass Gott ihnen heute die Aufgabe stellt, sich gegenseitig als Gabe Gottes anzunehmen, freundlich und herzlich miteinander umzugehen und die Fehler des anderen in Liebe zu verzeihen.
Er wünschte ihnen, dass sie ihr gemeinsames Leben diesem Gott, der uns unsere Schuld vergibt und uns mit Liebe begegnet, anvertrauen.

 

die Hochzeitskutsche
Freunde des Brautpaares bereicherten den Festgottesdienst mit den Liedern: "Als ein Geschenk empfang ich dich vom Himmel" und "Salz und Licht, Mut und Hoffnung, die Welt braucht Menschen, die die Zukunft baun".
 
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