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"Es ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken
und lobsingen deinem Namen, du höchster, des Morgens
deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit zu verkündigen.
"
Mit Worten aus Psalm 92 begrüßte Pfarrer Boch
die Festgemeinde im Dankgottesdienst anlässlich der
Eisernen Hochzeit von Hertha und Heinz Neuer. 65 Jahre
wurde das Ehepaar auf ihrem Weg von Gott begleitet, seit
dem 12. Mai 1942 als sie sich hier in dieser Kirche das
Ja-Wort gegeben haben. |
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Das Jubiläumspaar selbst wünschte es
sehr, dass in diesem Gottesdienst der Dank an Gott
im Mittelpunkt stehen soll. Sängerinnen und
Sängern der Sängervereinigung unterstützten
mit Liedern Pfarrer Boch, der in Gebeten und Predigt
Gott die Ehre gab.
Seit 65 Jahren gestalten diese beiden Menschen ihr
Leben gemeinsam als Ehepaar. Im Rückblick sehen
Sie beide die Spuren ihres gemeinsamen Lebens. Sie
sehen, wo sich ihre Füße tief eingegraben
haben, als sie Schweres erleben mussten, sie sehen,
wo sie leichten Fußes gehen konnten, als Sie
Gutes und Schönes erfahren durften. |
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| Sie können aber auch Spuren Gottes in Ihrem Leben
erkennen, wo er mit seinem Segen in ihrem Leben gewirkt
und wo er Sie beide getragen hat. |
65 Jahre ist schon eine sehr lange Zeit –
viele Menschen, die das Jubelpaar in den Jahren
ihres gemeinsamen Lebens kennenlernten, sind nicht
so alt geworden.
In den 65 Jahren Ihres gemeinsamen Lebens stecken
viele Erinnerungen und Erfahrungen, die Ihre Ehe
bis heute prägen.
Allein schon die äußeren Bedingungen
haben sich seit damals erstaunlich gewandelt: mitten
im Weltkrieg geheiratet, durften Sie dennoch die
meiste Zeit ihrer Ehe – immerhin 62 Jahre
– Frieden in Deutschland miteinander erleben.
Miteinander sind Sie alt geworden und sie können
bis heute – trotz mancher Krankheit und mancher
Beschwerden – für einander da sein und
den Alltag miteinander bewältigen.
Die Trauung war 1942 mitten im Krieg. Angefangen
hat aber alles schon vier Jahre früher. |
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Unser Jubilar Heinz Neuer kann es sogar noch auf den
Tag genau sagen, wann ihm seine heutige Ehefrau zum ersten
Mal bewusst und buchstäblich über den Weg lief.
Im Jahr 1938 tat der Soldat Heinz Neuer mit einer Gruppe
seines Infanterieregimentes zur Ausbildung des Reichsarbeitsdienstes
hier in Liedolsheim seinen Dienst. Er war privat einquartiert
in einem Haus unweit der Kirche. Heinz Neuer selbst beschreibt
die erste Begegnung mit Hertha Seith an seinem 21. Geburtstag
am 14. Juli 1938 so:
„Ich saß abends auf der Treppe zum Wohnungseingang,
um meine Stiefel zu putzen, da hüpfte plötzlich
aus der Wohnung Haus 64 kommend eine hübsche Jungfer
über meine Stiefel und verschwand im Haus Nr. 66.
ich dachte, die muss ich haben.“ |
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Auch wenn der Mannheimer Heinz Neuer kurzfristig
Bedenken hatte, ob das junge Mädchen vom Land
überhaupt einen Städter haben möchte,
gab er jedoch nicht auf und warb um sie.
Der zweite Weltkrieg prägte die Zeit der jungen
Liebe unseres Jubiläumspaares sehr, und Pfarrer
Boch meinte, dass wir es uns wahrscheinlich nur
sehr schwer vorstellen, was es für die Verlobte
eines Soldaten bedeutete, immer in der Ungewissheit
zu leben, ob der Geliebte wieder zurückkehren
wird. Während des Russlandfeldzuges wurde Heinz
Neuer an vorderster Front eingesetzt. Zur Heirat
bekam er dann drei Wochen Heiratsurlaub und die
Hochzeit konnte am 12. Mai 1942 stattfinden.
Als Trauspruch wurde dem jungen Paar hier in der
Kirche von Pfarrer Heuser 2. Thessalonicher 3,5
zugesprochen:
„Der Herr aber richte
eure Herzen zu der Liebe Gottes und zu der Geduld
Christi.“
Blicken wir heute zurück auf die Geschichte
dieser Hochzeit, so sind wir von Herzen froh, dass
wir in unserem Land schon mehr als 60 Jahre Frieden
erleben durften und dass auch Russland für
uns kein Feind mehr ist. Heinz Neuer verbindet viel
mit diesem Land, in dem er als Soldat kämpfen
musste. |
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Die Sängervereinigung sang darum ein russisches
Lied, einen altrussischen Kirchengesang: Tebe Pajom–
übersetzt: „O Herr gib Frieden“
Pfarrer Boch wünschte dem Jubelpaar, dass selbst
wenn der Alltag von mancherlei Sorgen und Nöten durchwirkt
ist, Sie nie die Dankbarkeit dem gegenüber vergessen,
der ihnen jeden Tag das gibt, was Sie zum Leben brauchen.
Gott hat beide mit seiner Güte beschenkt, und sie
dürfen hoffen, dass Sie seine Güte an jedem
neuen Tag erfahren können. |
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