Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Petra und Rainer Habich feierten am 20. Juli 2007 ihre kirchliche Hochzeit. Pfarrer Boch konnte im Festgottesdienst
die Familie, viele Freunde, Bekannte, Kolleginnen und Kollegen begrüßen.
Ehepaar Habich mit Pfarrer Boch

Gott ist die Liebe - deshalb ist, wo immer es Liebe zwischen Menschen gibt, Gott im Spiel. Es ist gut, wenn ein Hochzeitspaar Gott mit einbezieht in seine Ehe, damit Gottes Liebe die Liebe der Partner zueinander immer wieder stärken und erneuern kann.
Das Brautpaar hat sich als Motto für den gemeinsamen Lebensweg aus der Bibel Vers 16 aus Rut 1 gewählt. Diese Worte sagte vor rund 3100 Jahren Rut zu ihrer Schwiegermutter, nachdem ihr Mann gestorben war.

"Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott."

Auf den ersten Blick ein Bibelspruch der so richtig schön klingt. Wenn man die Situation betrachtet will er aber nicht so richtig passen, meinte Pfarrer Boch. Das Brautpaar hat die Worte aber dennoch bewußt gewählt, nicht weil sie so schön klingen, sondern weil sie ihnen in ihrer Lage viel sagen. "Wo du hingehst, will auch ich hingehen" - diese Worte möchten sich beide zu Herzen nehmen. Darin spiegelt sich ihre Liebe zueinander wider, das unbedingte Vertrauen und der Wille, mit diesem Menschen den Weg in ein unbekanntes Land zu wagen.

Vor 5 Jahren haben sich Petra und Rainer beim Tanzen kennengelernt, Damals haben sie miteinander gesprochen und gemerkt, dass sie sich etwas zu sagen haben. Es folgte eine längere Zeit des Kennenlernens. Es gab viel auszutauschen, denn jeder hatte schon ein ganzes Stück Lebensgeschichte hinter sich.
Beide hatten ihre eigenen Erfahrungen im Leben und in der Liebe gemacht. Beide mussten erleben, dass Menschen in der Ehe auch scheitern können.
Wo zwei Menschen so zueinander finden braucht es Zeit, um einander kennen zu lernen. Zwei Leben miteinander zu verknüpfen braucht Fingerspitzen-gefühl und Geduld. Das Leben bisher und die Menschen, die dort eine wichtige Rolle spielen, müssen mit einbezogen werden. Kinder aus der ersten Ehe brauchen Raum im neuen Miteinander. Beide haben sich dieser Aufgabe gestellt und einander Anteil an ihrer Lebensgeschichte gegeben. Petra konnte erleben, wie handwerklich geschickt Rainer ist und darüber hinaus haben beide entdeckt, dass manche Parallelen im Lauf ihres bisherigen Lebens zu finden sind.
Am Hochzeitstag werden alle Erfahrungen des Glücks und der Freude und Erfahrungen des Scheiterns zu einem neuen Ganzen zusammengefügt.
Trauung mit Tausch der Ringe
Wohin dieser Weg führen wird, wissen wir nicht, heute kann niemand sagen was in 5, 10 oder 20 Jahren sein wird. Die Zukunft ist ein fremdes Land. Wo immer Menschen ins Unbekannte gehen, brauchen und suchen sie jemanden, der sie begleitet. Mit einem lieben Menschen an der Seite ist man auch in der Fremde geborgen und daheim.
Musik bereichert den Gottesdienst Als Rut in die Fremde aufbricht, weiß sie nicht was sie erwartet. Doch sie schaut nach vorn und erweist sich als verlässliche Partnerin. Am Ende ihres Weges kann Rut Gottes Segen bezeugen. Pfarrer Boch gab dem Brautpaar den Rat, heute dem Beispiel von Rut zu folgen. Nicht im Vertrauen auf die eigene Kraft, sondern im Vertrauen auf den Gott, der seinen Segen dazu gibt. Er wird die Partnerschaft und Liebe stärken.
"Dein Gott soll auch mein Gott sein", heißt es im zweiten Teil des Trauspruches. Damit ist eine Quelle angesprochen, die der Beziehung mehr Kraft schenken kann, als das Wissen darum, dass beide gut zueinander passen.
Einen gemeinsamen Glauben haben heißt, sich als Liebespaar in der gleichen Hoffnung geborgen zu wissen, bei dem Gott, der versprochen hat alle Tage bei ihnen zu sein, bis ans Ende der Welt.
Die Liebe zwischen Menschen hat Höhen und Abgründe. "Wo du stirbst, da sterbe ich auch", sagt Rut. Sie weiß, dass die Nähe eines Menschen gesund und krank machen kann. Doch die ware Liebe zwischen Menschen wird niemals so vollkommen sein, dass sie ohne Verletzungen und Streitigkeiten auskommt.
Pfarrer Boch sagte, die Liebe braucht unser ganzes Lachen und all unsere Tränen. Wenn Menschen auch immer weniger von wahrer Liebe verstehen, Gott versteht etwas von der Liebe. Sein Sohn, Jesus Christus, ging einen Weg der Liebe. Dieser führte durch Höhen und Tiefen des Lebens, bis in den Tod. Durch die Auferstehung seines Sohnes zeigt Gott, dass nur ein Leben, das von der Liebe bestimmt wird, Zukunft, ja sogar Ewigkeit hat.
Die Liebe ist Gottes oberstes Gebot.
mit Rad und Tat zum Fest
In drei Dimensionen - als Liebe zu Gott, zu dem Nächsten und zu sich selbst soll sie bei uns Wirklichkeit werden.
Von dieser lebenstragenden Liebe erzählte ein Lied, das Freunde des Paares im Festgottesdienstes sangen.
Die Feierstunde wurde auch durch die Musik der Harmonikafreunde bereichert.
Am Ausgang erwarteten viele Freunde das Paar, um zu gratulieren. Eine rote "Hochzeitskutsche" brachte das Brautpaar dann zu der anschließenden Feier.
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