Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Ihr 60jähriges Ehejubiläum feierten Susanna und Helmut Heyl am 9. Oktober 2007 in der Kirche in Liedolsheim.
Begrüßung am Eingang Die lange gemeinsame Zeit bedachte Pfarrer Boch in seiner Begrüßung. Bei diesem Ehejubiläum ist es die „Diamantene Hochzeit“.
Bei Diamanten denken wir unwillkürlich an den großen Wert dieser Steine, an ihre Schönheit, aber auch daran, dass sie dauerhafter sind als Gold und Silber.
Wieviele schöne und wertvolle Erinnerungen an die gemeinsame Zeit unser Jubiläumspaar in sich trägt, könnten sie am besten selbst erzählen, doch dass ihre Liebe dauerhaft und beständig war, das können wir alle daran sehen, dass beide, nach 60 Jahren vor dem Altar sitzen, um Gott zu danken und von ihm den Segen für das weitere gemeinsame Leben zu empfangen.

Diamantene Hochzeit heißt dieses Jubiläum – hart wie ein Diamant ist die Liebe, die zwei Menschen über so lange Jahre zusammenhält.
Doch nicht nur in der Widerstandsfähigkeit gleicht diese Liebe dem Diamanten: die Erfahrungen des gemeinsamen Lebens gleichen den Facetten des Diamanten, in denen sich das Licht in ganz unterschiedlichen Farben widerspiegelt.
Die guten und schweren Erfahrungen gehören zusammen, denn so wie erst alle Facetten gemeinsam dem Diamanten seinen ganz besonderen Glanz geben – so bilden auch die unterschiedlichen Erfahrungen Ihres gemeinsamen Lebens erst das Ganze.
Damals hatte das Jubiläumspaar einen ganz besonderen Schatz gefunden. Den Mann, die Frau, mit dem sie ihr Leben verbringen wollten. Den Menschen, mit dem sie alt werden wollten – einen unbezahlbaren Schatz, wertvoller als Geld, Gold oder Diamanten.
Auch der Trauspruch erzählt von einem Schatz. In Matthäus 13 Vers 44 sagt Jesus:
"Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg. und in seiner Freude ginge er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker."
Bei dem Vorgespräch hatte Pfarrer Boch mit dem Jubelpaar Rückschau gehalten und von den Erfahrungen aus den Zeiten vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg gesprochen.
Wer 60 Jahre als Ehepaar miteinander gelebt hat, weiß, dass der platte Vergleich des Himmelreiches mit dem Ehealltag ein gutes Stück zu hoch gegriffen ist. Es war aber ein großes Glück, dass beide sich kennenlernen durften, denn bis zu Ihrer Vertreibung aus der alten Heimat im Jahr 1944, hatte Frau Heyl sicher nicht daran gedacht, dass sie im fernen Liedolsheim eine neue Heimat und ihre Liebe finden würde.
Und auch Herr Heyl hatte während der Zeit seines Kriegseinsatzes und der Gefangenschaft noch keine Ahnung davon, was danach auf ihn wartet.
im Festgottesdienst
Die Art und Weise, wie der Mensch aus dem Gleichnis den Schatz im Acker findet, hat etwas mit dem Finden des Liebesglücks zu tun. Es gibt so viele die «beackern» ihre Aufgaben und Interessen – und finden doch keinen Menschen, mit dem sie ihr Leben in Freude und Leid von Herzen teilen können. Und wie viele andere können mit ihrem einst gefundenen Schatz nichts mehr anfangen, haben das bittere Gefühl: «Ich habe bei ihr (bei ihm) nichts mehr zu suchen»? – Ein Unglück, dem oft viele verunglückte Beziehungserlebnisse vorausgegangen sind.
das Jubelpaar Wohl dem, der seinen Schatz findet. Wohl dem, der das Liebesglück hegt und pflegt, damit es lange erhalten bleibt. Wohl dem, der miteinander die Lasten des Lebens trägt und die Freuden miteinander teilt.
Nach Flucht und Vertreibung, nach Krieg, Verwundungen und Gefangenschaft lernte sich das Ehepaar kennen, lieben und fanden ineinander einen ganz besonderen Schatz. Gemeinsam gestalteten Sie ihren Alltag, mit zwei Kindern, die sie auf dem Weg ins Erwachsenenleben begleiten konnten und freuen sich inzwischen auch über drei Enkelkinder.
Miteinander haben Sie manche stürmische Zeit erlebt, manche Schwierigkeit bewältigt und nehmen bis heute noch Anteil am Ortsgeschehen und am Vereinsleben.
Es gibt vieles, was beiden heute Anlass gibt, dankbar auf den reichen Schatz ihres Lebens zurückzuschauen und voller Hoffnung nach vorne zu blicken.
Was aber hat dies alles nun mit dem Himmelreich zu tun, auf das Jesus mit seinem Gleichnis aufmerksam macht? Das Himmelreich, das mit Jesus schon seinen Anfang genommen hat, steht für alle offen, die Jesus glauben, die ihm vertrauen. Sie können den Schatz heben und werden durch ihn beglückendes Leben und gelingendes Zusammenleben finden.
Jesus Christus ist die Quelle einer Kraft die uns stark macht und mutig, unseren Weg mit allen Freuden und mit allen Lasten, mit allem Leichten und allem Schweren, im Vertrauen auf Gottes begleitende Nähe zu gehen.
Darum lohnt es, sich auf Jesus einzulassen, mit ihm zu rechnen im alltäglichen Leben, mit ihm verbunden zu bleiben im Gebet, in seiner Nähe zu bleiben in der Gemeinschaft der Glaubenden.
Wo zwei Menschen auf 60 Jahre gemeinsamen Weg dankbar zurückschauen können, ist es gut, wenn sie wissen, wem der Dank dafür in erster Linie gebührt. Gott selbst, der Ihnen damals vor 60 Jahren hier in der Kirche im Segen seine Begleitung versprochen hat, er steht Ihnen beiden bis heute treu zur Seite.
Pfarrer Boch wünschte dem Jubiläumspaar und allen Festbesuchern Gottes Segen und Begleitung auf all den Wegen, die wir hier auf Erden noch gehen.
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