Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Am Samstag, den 2. AUGUST 2008, fand ein Gottesdienst anläßlich der Trauung von Husam Ali und Rebekka Ali, geb. Roth in unserer Kirche statt. Die Braut wurde von ihrem Vater vor den Altar zu ihrem Ehemann geführt.
die Braut wurde vom Vater  vor den  Altar geführt

Ganz herzlich begrüßte Pfarrer Boch alle die zu diesem Traugottesdienst. gekommen waren, um vor Gott den Beginn der Ehe von Husam Ali und Rebekka Ali zu feiern.
Auf dem Standesamt hatten die beiden am Donnerstag ihre Ehe geschlossen

Auch wenn sie unterschiedlichen Religionen angehören, soll dennoch sichtbar werden, dass sie beide ihren Glauben auch mit in die Ehe bringen und auch in diesem Bereich des Lebens miteinander im Gespräch bleiben möchten, sagte Pfarrer Boch.

Er lud alle ein, ganz gleich, welcher Religion sie angehören, ob Sie glauben oder ob ihnen jede Religion fremd ist, gemeinsam mit unserem Hochzeitspaar ihre Liebe zu feiern, zu feiern, dass Gott uns die Liebe schenkt, damit wir sie liebend an andere weitergeben.

"Lasst uns nicht lieben bloß mit Worten und mit dem Munde, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit."
Dieses Wort, aus dem ersten Johannesbrief, hat sich das Hochzeitspaar für diesen Traugottesdienst ausgewählt.
Wo zwei Menschen miteinander den Schritt in ein gemeinsames Leben als Ehepaar wagen, da sind sie sich in der Regel bewusst, dass man in einer so engen Gemeinschaft wie der Ehe sich nicht hinter Worten und Versprechungen, nicht hinter Lippenbekenntnissen verstecken kann.
Als die beiden sich vor 5 Jahren im Café Palladio kennengelernt haben, war keinem im Blick, dass sie schon wenige Jahre später ein Ehepaar sein würden. Doch, was ihnen am Anfang aneinander so gefallen hat, ist auch heute noch das, woran sie sich freuen können. Sie haben beide ein lebhaftes Temperament, schätzten aneinander die Ehrlichkeit, und das unbedingte Vertrauen aneinander.
im Festgottesdienst
Sicher sind da auch Unterschiede, da ist nicht nur die unterschiedliche Herkunft, wußte Pfarrer Boch zu berichten. Rebekka, hier im badischen geboren und aufgewachsen, in einer Familie, die dem christlichen Glauben und der Kirche sehr verbunden ist, Erzieherin von Beruf und Leiterin eines Evangelischen Kindergartens. Dagegen Husam, geboren in Syrien, viel umhergezogen in ganz unterschiedlichen Ländern, dem islamischen Glauben verbunden, in der Gastronomie erfolgreich tätig.
Doch wie es mit der Liebe so geht. Hier in Deutschland, in Karlsruhe haben sich ihre verschiedenen Wege gekreuzt und die Liebe zueinander hat dafür gesorgt, dass sich zwei zuvor getrennte Wege miteinander verbunden haben.
das Brautpaar vor dem Altar Die Liebe braucht Worte, die Zuneigung und Zärtlichkeit auch hörbar machen.
Auch in der Musik, die beide, gleichermaßen lieben, spielt die Liebe eine große Rolle. In Liedern aller Musikgattungen werden Liebesschwüre und Liebesbeteuerungen in unendlichen Variationen zum Ausdruck gebracht. Warum gibt es eigentlich kaum einen Schlager, kaum einen Popsong, in dem nicht das Wort „Liebe“ vorkommt?
Die Söhne Mannheims haben es in einem ihrer Hits auf den Punkt gebracht. Xavier Naidoo singt: „Und wenn ein Lied meine Lippen verlässt, dann nur damit du Liebe empfängst, durch die Nacht und das dichteste Geäst, damit du keine Ängste mehr kennst.“
Und bei Silbermond klingt es so: „Du bist das Beste, was mir je passiert ist, es tut so gut, wie du mich liebst. Vergess den Rest der Welt, wenn du bei mir bist.“
Liebe muss spürbar werden, damit sie Vertrauen und Geborgenheit schenken kann .
Wir Menschen brauchen die Liebe, um leben zu können. Doch eine Liebe, die sich nur in Worten äußert, - seien diese auch untermalt durch noch so gefühlvolle Musik – eine solche Liebe kann nicht lange lebendig bleiben. Die Liebe braucht den Einsatz des ganzen Menschen. Worte reichen da einfach nicht aus.
Pfarrer Boch meinte, dass Rebekka weiß, dass Kinder ein gutes Beispiel sind. Bei einem Kind reicht es nicht allein in Worten zu sagen: „Ich habe dich lieb.“ Es braucht Nähe, es braucht die Zuwendung, das Lächeln, das die Liebe spürbar macht. Liebe braucht Taten der Liebe. Diese geschehen oft ganz selbstverständlich, ganz natürlich. Wo die Liebe einen Menschen ganz erfasst, fließt ihre Kraft in sein Handeln am und für den geliebten Menschen ein. - Wir wollen lieben..... mit der Wahrheit.
Wie viel Heuchelei kann in einer Liebesbeteuerung liegen, und wie groß ist die Enttäuschung, wenn der betrogene das Spiel durchschaut und entdeckt, dass die eigenen Gefühle nur ausgenutzt wurden, warnte Pfarrer Boch. Liebe lebt davon, dass sie ehrlich und wahrhaftig geschieht. Liebe lebt von der Wahrhaftigkeit, von der Offenheit und vom Vertrauen.

Beide sind in unterschiedlichen Kulturen aufgewachsen und sind in verschiedenen Religionen verwurzelt, dennoch wagen sie den gemeinsamen Weg, um miteinander einen neuen Weg zu gehen, um voneinander zu lernen und zu teilen, was sie als Grund des Lebens jeweils gefunden haben.
Wo zwei Liebende miteinander offen und ehrlich, mit Achtung und Vertrauen ihren Alltag gestalten, kann in ihrer Ehe tatsächlich etwas ganz Neues wachsen. Liebende haben die große Chance, einander in aller Gemeinsamkeit und in aller Unterschiedlichkeit als Bereicherung und Ergänzungen zu begreifen.
Wir Christen glauben daran, dass Gott – von dem die Bibel sagt – er ist die Liebe, dieses Wort selbst in die Tat umgesetzt hat. Wir glauben daran, dass uns in Jesus Christus die Liebe Gottes in Person begegnet ist, damit wir die Chance haben, Vergebung und Befreiung aus Sünde und Schuld zu finden und ein neues Leben in der Nähe Gottes zu gewinnen.
Wie auch einem Liebespaar die Liebe unverdient und unerklärbar geschenkt wurde, so ist es auch mit der Liebe Gottes: sie widerfährt uns als Geschenk.
Wir glauben, dass Gottes Liebe aller menschlichen Liebe vorausgeht. Wo immer Menschen Liebe zueinander empfinden, haben sie es letztlich mit Gott zu tun, der seine Geschöpfe von Herzen liebt.

Glückwünsche nach dem Gottesdienst
Lasst uns nicht lieben bloß mit Worten und mit dem Munde, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.
Pfarrer Boch meinte, dass das Ehepaar bestimmt noch manches Gespräch über den Glauben, der in beiden lebendig ist, führen wird. Er wünschte, dass auch dabei die Liebe das entscheidende Thema ist und dass sie den Bibelvers des heutigen Tages immer wieder in die Tat umsetzen können - im ganz alltäglichen Umgang miteinander, in den Zeiten, in denen alles gut läuft und sie glücklich sind, aber auch in den Momenten, in denen sie Schweres durchleben müssen.
Pfarrer Boch gab seiner Überzeugung Ausdruck, dass Gott sich mit dem Paar freut, wenn ihre Liebe zueinander groß und stark ist, und wo ihre Liebe abzukühlen droht, möge sie immer wieder neues Feuer bekommen.
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