Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Die kirchliche Trauung von Christiane Hans, geb. Roth und Hartmut Hans wurde in einem Festgottesdienst am 21. Juni 2008 gefeiert. Ganz herzlich begrüßte Pfarrer Boch dazu die Eltern des Hochzeitspaares, die Geschwister, die Familien und Freunde, Bekannten, Kolleginnen und Kollegen, die Nachbarinnen und Nachbarn.
eine große Festgemeinde erwartete das Brautpaar Eine Hochzeit ist ein guter Grund, Gott zu loben und um seinen Segen
für den gemeinsamen Lebensweg zu bitten.
Das Motto, das sich die Brautleute für ihre Ehe ausgesucht haben, steht in der Bibel in Ruth 1, Verse 16-17.
„Wo du hingehst, da will auch ich hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der Herr tue mir dies und das, der Tod muss mich und dich scheiden.“
Vor rund 3100 Jahre war es, in Moab, einem kleinen Land in der Nachbarschaft Israels, als Ruth, nach dem Tod ihres Mannes, diese Worte zu ihrer Schwiegermutter sagte.
Sie entschloß sie sich dazu, gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter in das für sie fremde Land Israel zu wandern. Bei dieser Trauung ging es aber nicht um die Schwiegertochter, die ihrer Schwiegermutter in ein fremdes Land folgt. Es ist eher umgekehrt: die Tochter verlässt die Familie, um gemeinsam mit ihrem Mann eine eigene Familie zu gründen. Für die Eltern ist deshalb die Trauung der Kinder – bei aller Freude – auch ein schmerzlicher Schritt – ein neuer Abschnitt im Leben der ganzen Familie.
Das Brautpaar hat sich diese Worte aber ganz bewusst als Trauspruch gewählt, weil sie auch für sie passen.
Beide stammen zwar nicht aus unterschiedlichen Ländern, und doch kommen sie aus sehr weit voneinander entfernten Gegenden Deutschlands: Christiane hier aus Liedolsheim, Hartmut aus dem Berliner Stadtteil Altmoabit.
Bevor sie vor drei Jahren zueinander gefunden haben, sind sie aber schon jeweils ein ganzes Stück auf ihrem Lebensweg unterwegs gewesen und haben eigenen Erfahrungen im Leben und in der Liebe gemacht.
Hartmut, mussten es schmerzlich erleben, dass Menschen in der Ehe auch scheitern können, aber er darf sich dennoch über zwei Jungs aus seiner ersten Ehe freuen.
Pfarrer Boch wußte zu berichten, dass auch die weite Entfernung zwischen Berlin und Liedolsheim nicht verhindern konnte, dass beide Wege sich gekreuzt haben.
im Festgottesdienst
Kennengelernt haben sich die Beiden über den Beruf - rein geschäftlich gewissermaßen. Doch wo die Liebe hinfällt, da braucht es manchmal den richtigen Schritt zur richtigen Zeit, um von der rein beruflichen Beziehung einen Weg in ein ganz neues Miteinander zu finden. Am Ostersonntag 2005 habt Hartmut es gewagt und habt ganz privat zum Telefon gegriffen, um Christiane anzurufen. Zunächst sind die Beiden sich ein wenig näher gerückt – doch auch zwischen Stuttgart und Hannover ist es weit. Die ersten 1 1/2 Jahre waren geprägt durch viele Gespräche per Telefon unter der Woche und durch Flüge quer durch die Republik an den Wochenenden. Es war trotz allem für das Paar eine sehr intensive Zeit, in der ein starkes Gefühl der Gemeinschaft gewachsen ist. Ein weiterer Wechsel eröffnete die Chance näher zueinander zu kommen, und so leben sie nun seit Herbst 2006 miteinander in Mannheim.
Musik bereicherte den Gottesdienst Im Wagnis der Ruth in ein fremdes Land zu gehen, spiegelt sich das unbedingte Vertrauen der Brautleute wider, mit einem anderen Menschen den Weg in ein unbekanntes Land zu wagen. All die Erfahrungen des Glücks, der Freude, und des Scheiterns, die sie auf den jeweils eigenen Wegen gemacht haben, werden in ihrer Ehe zu einem neuen Ganzen zusammengefügt. Dabei ist es ein großes Glück und ein wahrer Segen, dass nicht nur das Ehepaar sich gut versteht, sondern dass auch die beiden Kinder, mit Christiane gut auskommen.
Doch wohin der gemeinsamer Weg in 5, 10, 20 Jahren hinführen wird, das kann heute niemand wissen. Die Zukunft ist ein fremdes Land. Glücklich ist, wer so reden kann wie Ruth, weil er jemanden gefunden hat, bei dem er Zuhause sein kann auch in
der Fremde, im unbekannten Land. Gott gibt zum Wagnis der Ruth seinen Segen dazu. Am Ende darf sie auf ein Leben zurückschauen, das in all den Höhen und Tiefen dennoch von Gott reich gesegnet war. Pfarrer Boch gab dem Brautpaar den Rat, dem Beispiel von Ruth zu folgen, die mutig in die Zukunft schaut. Nicht im Vertrauen auf die eigene Kraft, sondern im Vertrauen auf den Gott, der seinen Segen dazu gibt. "Wo Ihr dem vertraut, der Euch zusammengeführt hat, wird er auch in Zukunft für Euch der treue Wegbegleiter sein."
Mehr als alles kann der Glaube für die Eheleute eine Quelle sein, aus der sie gemeinsam Hoffnung, Liebe und Kraft schöpfen können, um all dem zu begegnen, was im alltäglichen Leben auf sie wartet.
Wir brauchen die Begleitung Gottes, wir brauchen seine Liebe, denn die Liebe zwischen Menschen hat Höhen und Abgründe. Die Liebe zwischen Menschen wird niemals so vollkommen sein, dass sie ohne Verletzungen und Streitigkeiten auskommt. Wer nur einen Lebensabschnittspartner sucht für ein Leben voller Spaß, der findet vielleicht nette Gesellschaft, aber die Liebe wohl kaum.
Leider scheinen heute immer weniger Menschen etwas von der Liebe zu
das Brautpaar wird am Ausgang von vielen Freunden beglückwünscht
verstehen. Gott aber versteht etwas von der Liebe. Der Weg Jesu auf dieser Welt war ein Weg der Liebe. Durch die Höhen und Tiefen des Lebens führte er bis in den Tod. Doch an Ostern gab der lebendige Gott seinen Segen dazu. In der Auferstehung zeigte er, dass das Leben, das von der Liebe bestimmt und getragen wird, Zukunft, ja sogar Ewigkeit hat. Pfarrer Boch forderte das Paar auf, sich immer wieder daran zu erinnern und ihr Leben und ihre Liebe zueinander immer wieder unter den Schutz und Segen Gottes zu stellen. "Traut der Liebe Gottes und er wird Euch davor bewahren, dass Ihr einander aus den Augen verliert."
Pfarrer Boch wußte auch, dass wieder ein Wechsel des Wohnortes ansteht – kein Umzug in ein unbekanntes Land, sondern hierher nach Liedolsheim. Alle wünschen es der jungen Familie von Herzen, dass sie hier miteinander viele guten Erfahrungen machen, mit den Menschen hier, mit den Schwestern und Brüdern in unserer Kirchengemeinde. Sie sollen später einmal nach vielen Jahren wie Ruth zurückschauen und feststellen können, dass ihr gemeinsames Leben trotz aller Höhen und Tiefen von Gott reich gesegnet war.
 
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