Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Pfarrer Boch begrüßte Familienangehörigen, Verwandten, Mitarbeiter, Freunde und Nachbarn von Herta Marie Bolz, geb. Löffler und Gunter Bolz am 9. Mai 2009 in der Evangelische Kirche in Liedolsheim. Gemeinsam dankten sie Gott dafür, dass er sie auf ihrem gemeinsamen Lebensweg nun schon 50 Jahre lang begleitete.
Pfarrer Boch begrüßt das Goldhochzeitspaar Goldene Hochzeit durften die beiden feiern.
Bei Gold denken wir unwillkürlich an den Glanz dieses Edelmetalls, an seinen Wert und an seine Beständigkeit, meinte Pfarrer Boch.
Wieviele glänzende und wertvolle Erinnerungen an die gemeinsame Zeit unser Jubiläumspaar in sich trägt, können sie am besten selbst erzählen. Doch dass ihre Liebe beständig war und bis heute gehalten hat, das konnten wir alle daran sehen, dass beide nach 50 Jahren traut vereint vor dem Altar saßen, um Gott zu danken und von ihm den Segen für das weitere gemeinsame Leben zu empfangen. Und wie damals, als am 9. Mai 1959 der Beginn Ihrer Ehe in der katholischen St. Nikolaus-Kirche in Graben im Namen des dreieinigen Gottes geschehen ist, so wurde auch dieser Dankgottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes gefeiert.
Pfarrer Boch hatte in Vorgesprächen mit dem Jubelpaar gemeinsam ein wenig Rückschau auf die vergangenen 50 Jahre gehalten und wußte so von Erfahrungen die ihr gemeinsames Leben prägten und welche Menschen für das Ehepaar wichtig waren.
Damit, dass sie an ihrer Goldenen Hochzeit noch einmal vor den Altar traten, setzten Sie ein Zeichen. Sie machen deutlich, dass Sie das Glück ihrer Liebe und ihre Beständigkeit nicht allein den eigenen Bemühungen verdanken. Der lebendige Gott, dessen Segen Ihnen beiden vor 50 Jahren zugesagt wurde, ist Ihnen darum bis heute der wichtigste Wegbegleiter. Der Gottesdienst, den Sie jeweils in der Kirche ihrer eigenen Konfession besuchen, die Gemeinschaft der Glaubenden und Gottes Wort gehören bis heute zu Ihrer Ehe dazu.
Ein biblisches Wort, das Ihnen beiden in Ihrer Ehe in guten, wie in schweren Zeiten wichtig war, war Grundlage der Predigt des Festgottesdienstes. Der Konfirmandenspruch von Herrn Bolz, ein Wort Jesu aus Matthäus, 6,33: "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen."
Pfarrer Boch meinte, dass es scheint, dieses Wort würde überhaupt nicht mehr in unsere Zeit passen! Wer tut das denn: "Zuerst nach Gottes Reich trachten"? – Doch, wenn uns dieses Wort auch weltfremd, unzeitgemäß, ja, unmodern erscheint, so teilt es damit nur das Schicksal vieler anderer Worte, Werte und Gedanken. Wie ist es mit dem Trauversprechen: "...ich will Dich lieben und ehren...bis der Tod uns scheidet!" - Das passt doch eigentlich auch nicht mehr in unsere Zeit und zu den Erfahrungen, die wir immer wieder machen müssen. Wir können unsere Gedanken um Gottes Sache und den Glauben durchforsten und prüfen, was wir eigentlich endlich aufgeben müssten oder wir können nach dem Wert fragen, der in diesen das Jubelpaar
Worten steckt. Pfarrer Boch dachte dabei an ein Gespräch über Gottesdienste und Predigt, das er mit Herrn Bolz, geführt hatte. Herr Bolz sagte da einmal sinngemäß: „Ich bin da vielleicht etwas altmodisch eingestellt.“
Solche Worte wie: „ Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“ mögen auch altmodisch und unmodern sein, mögen scheinbar nicht in die Zeit passen... aber sie haben uns dennoch etwas zu sagen, weil sie Worte der Bibel sind. Sie haben eine Verheißung und einen Segen! Oder anders formuliert: Diese Worte beschenken uns, wenn wir ihnen folgen! Es geht uns besser durch sie. Wir gewinnen durch sie Freude vielleicht oder auch Zufriedenheit!
Glückwünsche nach dem Gottesdienst Pfarrer Boch glaubt, dass dem Ehepaar Bolz dieser Vers deshalb so wichtig ist, weil sie um sein Geheimnis wissen:
Wer ihn zu erfüllen versucht, der erfährt seine Wahrheit. Wer nach Gottes Reich trachtet, erhält alles andere dazu, was er nur zum Leben braucht. Und zwei Menschen, die es mit diesem Wort ehrlich probieren, werden Fülle und Segen haben.
Auch das Wort "Gerechtigkeit Gottes" ist ja ein solcher Begriff, der in unseren Tagen keine Konjunktur hat. Wir haben dieses Wort sehr menschlich umgedeutet! Gerecht ist, was mir dient. Gerecht ist, dass alle dasselbe haben und ich nicht weniger als andere. Gerecht ist, wenn jeder die Folgen seines Tuns tragen muss.

Gottes Gerechtigkeit ist anders: sie meint eben gerade nicht, dass alle dasselbe haben und keiner mehr oder weniger. Vor ihr gilt vielmehr: Alle mögen ganz unterschiedlich sein, aber sie sind bei Gott alle gleich geliebt! Alle sind ihm gleich nah. Alle will er bei sich und um sich haben - und das auch noch in Ewigkeit!

Die Festgemeinde
Das Jubelpaar kann mit Dankbarkeit zurückblicken und sich über seine Kinder, Schwiegerkinder und Enkel freuen. Am Jubiläumstag haben Verwandte und Freunde, Weggefährten aus dem Musikverein, aus der Kommunalpolitik, Mitarbeiter, mit denen Sie bis heute verbunden sind und manch andere mehr, mitgefeiert. Pfarrer Boch wünschte allen, dass dieses Wort aus Matthäus 6, gegen den Gedanken, es wäre nicht modern und auf der Höhe der Zeit, gern zu erfüllen versuchen. Und er wünschte allen, dass sie seinem Geheimnis auf die Spur kommen, dem Geheimnis, wieviel Segen, wieviel Freude und gelungenes Leben aus ihm fließen.
"Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen."
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