Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Am Samstag, den 11. Juli 2009, kamen Fritz und Else Bolz mit Verwandten und Freunden in die Kirche um das Goldene Jubiläum ihrer Hochzeit zu feiern.
Ehepaar Bolz wird von Pfarrer Boch begrüßt Es ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit zu verkündigen.
Mit diesem Wort aus Psalm 92 begrüßte Pfarrer Boch alle ganz herzlich zu diesem Dankgottesdienst.
50 Jahre habt das Ehepaar Bolz bisher miteinander erlebt, also 600 Monate, 2600 Wochen oder 18250 Tage oder 438000 Stunden.
Wenn man bedenkt, dass eine einzige Stunde manchmal schon genügt, um ein Kind zur Welt zu bringen; dass sie auf alle Fälle ausreicht, um eine Liebeserklärung oder einen Heiratsantrag zu machen; dann kann man erahnen, was es bedeutet, wenn man über fast eine halbe Million solcher gemeinsamer Stunden verfügt.
Natürlich waren beide nicht alle diese Stunden zusammen, aber das ist doch auch nicht entscheidend, meinte Pfarrer Boch. Für eine glückliche und gute Ehe zählen alle Stunden - auch die getrennten - weil man auch in diesen
Stunden weiß, dass man sich hat und dass man zusammengehört.
So richtig angefangen hat alles damals mit einem Kirchenchorausflug. Vier Jahre vor der Hochzeit, am 11. Juli 1955 war das gewesen. Da haben die Beiden sich kennengelernt. Das verbindende Element war der Chorgesang und der Chorgesang und die Musik hat die Beiden die ganzen 50 Jahren ihrer Ehe immer begleitet.

Nun haben Sie beide schon die 70 überschritten – viel jünger könnten Sie auch kaum sein als goldene Eheleute. Miteinander haben Sie Erfahrungen gesammelt und können heute im Rückblick spüren und erkennen, mit wie viel Güte der lebendige Gott sie in den fünfzig Jahren Ihrer Ehe gesegnet hat.
In dem Wort, das Pfarrer Püschel den Brautpaar vor 50 Jahren mit auf den gemeinsamen Lebensweg gegeben hat, bittet einer um Gottes Bewahrung, weil er weiß, dass allein das, durchs Leben tragen kann.
Der Trauspruch steht in Psalm 16,1 und lautet:

„Bewahre mich Gott, denn ich traue auf dich.“

im Festgottesdienst
Am Ende dieses Gebets sagt er dann voller Vertrauen: „Du tust mir kund den Weg zum leben: vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich.“
Wer dem lebendigen Gott glaubt, wer sein Vertrauen auf ihn setzt, wird seine Güte zu spüren bekommen, wird seine Nähe erfahren, wird bei ihm die Fülle des Lebens finden.
Musik bereicherte den Gottesdienst Das heißt aber auch umgekehrt: wer sich von Gott abwendet, wer ihm den Rücken kehrt, wer seinen Verheißungen nicht vertraut, wird es schwer haben, seine Güte zu erfahren.
Doch wenn wir in Gottes Nähe bleiben, wenn wir uns auf ihn verlassen, wird - auch in schwerer Zeit, Gottes Güte spürbar sein.
Man könnte also den Trauspruch als eine Aufforderung an das junge Ehepaar verstehen: Haltet Euren Glauben auch als Ehepaar fest, haltet Euch zusammen an Gott, an die Quelle des Lebens, und lasst Euch in eurer Ehe von ihm erfüllen und beschenken!
Ein guter Ausgangspunkt für eine junge Ehe und ein gutes Rüstzeug für die späteren Jahre. Wieviele Lieder, die Beide im Chor oder im Gottesdienst

gespielt und gesungen haben, erzählen von eben diesem Vertrauen, das durchs Leben trägt?
Wir brauchen Gottes Nähe, seinen Beistand auf all unseren Wegen. Ganz gleich wie es um uns steht, ganz gleich wie dunkel oder wie hell unser Weg uns scheinen mag, Gott steht zu denen, die ihm vertrauen.

Gott hat auch das Ehepaar Bolz begleitet auf Ihrem gemeinsamen Weg - 50 Jahre lang - Er hat ihnen ihre Familie geschenkt. Zwei Kinder, die selbst wieder Kinder haben – die sechs Enkel, die Ihnen viel bedeuten und mit denen Sie sehr verbunden sind. Er hat ihnen Kraft gegeben der Mutter über Jahre zur Seite zu stehen, sie zu betreuen und zu pflegen. Er hat ihnen Freundinnen und Freunde geschenkt, Menschen, deren Zuneigung Sie bis heute zu spüren bekommen.
Er hat Ihnen die Gabe des Singens und Musizierens gegeben, Gaben, die Ihnen wertvoll sind, weil sie auch daraus viel Kraft und Zuversicht schöpfen.
Doch wer aus der Dankbarkeit heraus
nach dem Festgottesdienst
lebt, lebt nicht mehr nur für sich. Wer Gott dankbar ist, der gibt auch anderen von dem weiter, was er aus Gottes Hand empfangen hat. Sei es durch Worte und Taten, oder sein es durch Musik und Gesang, durch Freundschaft und Liebe, die anderen Mut macht.
„Bewahre mich Gott, denn ich traue auf dich.“ – Pfarrer Boch wünschte dem Jubelpaar dass Sie Ihren Trauspruch immer wieder zu Ihrem Gebet werden lassen und die Lieder des Vertrauens singen. Auch sie erzählen davon, dass Gott unser Vertrauen nicht enttäuschen wird.
Pfarrer Boch ist gewiss, wenn wir alle Gott so in unsere Herzen und in unser Leben wirken lassen, werden wir alle auch in Zukunft immer wieder die Spuren seiner Güte sehen können.
          Seitenanfang
   
  
Ev.Landeskirche