Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Anlässlich des 50jährigen Ehejubiläums von Doris Lang, geb. Hillengaß und Karl-Heinz Lang fand am 15. Mai 2010, in der Evangelischen Kirche in Liedolsheim ein Dankgottesdienst statt.
Festliche Blechbläsermusik des Posauenchors erklang beim Einzug in die Kirche.
Pfarrer Boch begrüßte die Familienangehörigen, die Verwandten, die Freunde und Nachbarn des Jubiläums-paares, den Kirchenchor und den Posaunenchor um gemeinsam mit Doris und Karl-Heinz Lang Gott dafür zu danken, dass er sie auf ihrem gemeinsamen Lebensweg nun schon 50 Jahre lang begleitet hat. Vor fast genau 50 Jahren, am 12. Mai 1960 haben Doris und Karl-Heinz in dieser Kirche geheiratet. Miteinander haben sie Gott für seine Begleitung in all den Jahren gedankt und ihn um seinen Segen für den weiteren Lebensweg gebittet.
Vor 50 Jahren hat hier in dieser Kirche etwas ganz Neues begonnen. Zwei Menschen haben sich vor Gott zueinander bekannt und sind unter seinem Segen ins Abenteuer der Ehe gestartet.
Fünf Jahre zuvor hatten beide sich kennengelernt.
Der Bruder von Doris war mit Heinz befreundet, sie haben miteinander Jungschar gemacht. Ohne zu ahnen, welch weitreichende Folgen es haben würde, haben dei jungen Leute Manches miteinander unternommen und so ist aus der Freundschaft mit der Zeit mehr geworden.

1959 haben sich die Beiden verlobt und schon 1 Jahr später läuteten in der Kirche die Hochzeitsglocken.
Heute sind sie vor den Altar zurückgekehrt, an dem sie damals den Segen Gottes für den gemeinsamen Weg durch Pfarrer Püschel empfangen haben. Diese Kirche ist ein vertrauter Ort für das Paar: hier haben sie im Lauf der 50 Jahre Ehe viel gesungen und musiziert, hier haben sie sich gefreut bei Hochzeiten und Taufen und bei Beerdigungen geweint,. Auch die Ordination des Sohnes Christoph durften sie hier erleben.

Der Trauspruch, den Pfarrer Püschel zugesprochen hat, war Doris, schon vertraut. Es war ihr Konfirmandenspruch aus Matthäus 5,8, ein Wort Jesu aus den Seligpreisungen:
„Selig sind, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“
Ein großes Wort. Wer kann schon behaupten, er sei reines Herzens. Meint Jesus tatsächlich, ein Mensch könnte das schaffen? Wie seid Ihr beiden mit diesem Wort umgegangen?, so fragte Pfarrer Boch.
Bis ein biblisches Wort für uns verstehbar und begreifbar wird, kann es manchmal Jahre dauern. Der Sinn muss sich in unserem Alltag erschließen, damit wir verstehen können, was es uns bedeuten kann.
Bei dem Vorgespräch haben sie gesagt: „Man lernt sich erst richtig kennen in der Ehe.“ - Pfarrer Boch ergänzte: da lässt sich manches entdecken, da erfährt man aber auch, dass der andere auch nur ein Mensch ist, mit Fehlern, mit Ecken.

Ein zweiter wichtiger Gedanke, der Pfarrer Boch aus dem Gespräch hängen geblieben ist: als Heinz vor 12 Jahren erkrankte und fast gleichzeitig Dieter schwer krank wurde und starb, da haben beide erlebt, wie sich ihr Blick verändert hat – plötzlich war ihnen anderes wichtiger als zuvor. Sie haben gemerkt, wie wertvoll die Zeit ist, die wir mit anderen verbringen können, wie kostbar und unwiederbringlich.
„Selig sind, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“

Hier geht es nicht darum, einen Zustand der Reinheit zu erreichen, durch den wir in den Himmel kommen. Es bedeutet eher: in unserem alltäglichen Leben unser Herz auf den ausrichten, der diese Worte gesprochen hat.
Wer Jesus in seinem Herzen Raum gibt, wer ihm vertraut, der wird Gott schauen. Der wird schon hier und jetzt erleben, dass es gut ist, Jesus zu folgen und wird am Ende des Lebens hier auf Erden eine Perspektive haben, die über den Tod hinausreicht.
Dieser Glaube ist der Grund,

der die beiden über ihre Liebe hinaus, miteinander verbindet: Gemeinsam Gottesdienste besuchen, miteinander beten, in der Bibel lesen – das gehört zu ihrem Ehealltag mit dazu, weil sie beide wissen, dass sie den Glauben brauchen, um ihren Weg weiter gehen zu können.
Gott hat uns Menschen als Gemeinschaftswesen geschaffen. Miteinander, in der Gemeinschaft von Mann und Frau, in der Familie, in der Gemeinde, im Freundeskreis, im Team mit anderen sollen wir unser Leben gestalten, sollen in Frieden, Barmherzigkeit und Liebe miteinander umgehen. Nur gemeinsam kann es gelingen.
Pfarrer Boch wünschte den beiden, dass sie dieses Wort mitnehmen aus diesem Dankgottesdienst - als Hinweis und Verheißung zugleich. Als Hinweis darauf, dass es gut ist, unser Leben auf den lebendigen Gott auszurichten und als Verheißung, dass dem, der sein Herz für ihn öffnet, Gottes Segen geschenkt wird – in guten, wie in schweren Zeiten - und dass er einst Gottes Herrlichkeit sehen darf.
Der lebendige Gott möge Euch beiden noch manches gemeinsame Jahr schenken, in denen Ihr aus dieser Hoffnung leben könnt.

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