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Einen Gottesdienst anlässlich
der Trauung von Ines Herrmann, geb. Roth und Martin
Herrmann wurde
am 29. Mai 2010 in der Evangelischen Kirche Liedolsheim
gefeiert. |
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Orgelmusik erklang beim
Einzug des Brautpaar in die Kirche.
Pfarrer Boch begrüßte die Eltern des
Hochzeits- paares, die Geschwister, die Familien
und Freunde, die Bekannten, Kolleginnen und Kollegen,
die Nachbar-innen und Nachbarn ganz herzlich zu
diesem Festgottesdienst.
Das Brautpaar hat vor Gott „Ja“ zueinander
gesagt und sich gemeinsam unter Gottes Segen gestellt.
Wo zwei Menschen ihren Weg miteinander im Glauben
an den lebendigen Gott |
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| gehen wollen, ist er bei ihnen. Er möchte
auch unser Hochzeitspaar begleiten und segnen auf ihrem
Weg. |
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Vor rund 3100 Jahre
war es, in Moab, einem kleinen Land in der Nachbarschaft
Israels. Nachdem ihr Ehemann gestorben war, hatte
sich die Moabiterin Ruth dazu entschlossen, gemeinsam
mit ihrer Schwiegermutter in das für sie
fremde Land Israel zu wandern. Sie sagte zu ihr
:
„Wo du hingehst,
da will auch ich hingehen; wo du bleibst, da bleibe
ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott
ist mein Gott.“
Bei dieser Trauung ging es aber nicht um die
Schwiegertochter, die der Schwiegermutter in ein
fremdes Land folgt.
Hier verlässt die Tochter die Familie, um
gemeinsam mit ihrem Mann eine eigene Familie zu
gründen. Für Eltern ist die Trauung
der Kinder – bei aller Freude – deshalb
auch ein schmerzlicher Schritt – ein neuer
Abschnitt im Leben der ganzen Familie, sagte Pfarrer
Boch. "Ihr beide, liebes Hochzeitspaar, habt
diese Worte ganz bewusst als Trauspruch gewählt.
Wie für Ruth und Noemi ist für Euch
der Beginn Eurer Ehe auch so etwas wie der Einzug
in ein neues Land: Bis Ihr Euch vor 8 Jahren zu
ersten Mal gesehen habt, seid Ihr einander fremd
gewesen. Ihr habt beide ganz unterschiedliche
Berufe gelernt – Lehrerin und Jurist. Dennoch
hat die Liebe Euch zueinander gezogen.
Vor 7 Jahren habt Ihr das beide erkannt und seid
seit dieser Zeit ein Liebespaar", wußte
Pfarrer Boch zu berichten. |
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Der Sport war dabei das verbindende Element.
Das erste Date war bezeichnenderweise eine Verabredung
zum Badminton-Spielen.
In den Jahren, die seitdem vergangen sind, haben die Beiden
den jeweils anderen immer besser kennenlernen dürfen.
Sie haben entdeckt, was ihnen über die gemeinsame
Liebe zum Sport, zum Volleyball oder zum Laufen oder anderem
darüber hinaus miteinander verbindet, wo sie sich
ergänzen können. Sie haben aneinander besondere
Gaben und Wesenszüge gefunden und schätzen gelernt.
Sie haben Miteinander viel Schönes erlebt und seid
aber auch durch harte und schwere Zeit hindurchgegangen. |
„Wo du hingehst,
da will auch ich hingehen; wo du bleibst, da bleibe
ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott
ist mein Gott.“
Im Wagnis der Ruth, mit ihrer Schwieger-mutter
in ein fremdes Land zu gehen, spiegelt sich das
unbedingte Vertrauen in der Liebe wider und der
Wille, mit einem anderen Menschen den Weg in ein
unbekanntes Land zu wagen, wie an diesem Tag in
das Abenteuer des
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gemeinsamen Lebens als Ehepaar.
In der Ehe werden alle ganz persönlichen Eigenschaften,
die Erfahrungen des bisherigen Lebens zu einem neuen Ganzen
zusammengefügt. Wohin der gemeinsame Weg in 5, 10,
20 Jahren hinführen wird, das kann heute niemand
wissen. Die Zukunft ist ein fremdes Land. |
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Glücklich ist, wer
so reden kann wie Ruth, weil er jemanden gefunden
hat, bei dem er Zuhause sein kann auch in der Fremde,
im unbekannten Land: Wo du hingehst, da will ich
auch hingehen und wo du bleibst, da bleibe ich auch.
Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein
Gott. Gott gibt zum Wagnis der Ruth seinen Segen
dazu. Am Ende darf sie auf ein Leben zurückschauen,
das in all den Höhen und Tiefen dennoch von
Gott reich gesegnet war. |
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Das Brautpaar tut gut daran, dem Beispiel
von Ruth zu folgen, die mutig in die Zukunft schaut. Nicht
im Vertrauen auf die eigene Kraft, sondern im Vertrauen
auf den Gott, der seinen Segen dazu gibt.
Dein Gott soll auch mein Gott sein heißt es im zweiten
Teil des Trauspruches. Damit ist eine Quelle angesprochen,
die der Beziehung mehr Kraft schenken kann, als das Wissen
darum, dass sie gut zueinander passen, bisher viel Schönes
erlebt haben, und erfahren durften, dass sie auf den jeweils
anderen zählen können. |
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In den bisherigen 7
Jahren ihrer Liebe ist manches geschehen, was ihre
Liebe zueinander heraus-gefordert hat.
Einen gemeinsamen Glauben haben heißt, sich
als Liebespaar in der gleichen Hoffnung geborgen
wissen, bei dem, der versprochen hat alle Tage bei
uns zu sein bis ans Ende der Welt.
Wir brauchen diese Begleitung Gottes, wir brauchen
seine Liebe, denn die Liebe zwischen Menschen hat
Höhen und Abgründe. So wie beide erfahren
durften, dass sie sich aufeinander verlassen können,
so können sie darauf bauen, dass der himmlische
Vater, der gute Hirte ihnen zur Seite steht, was
immer auch kommen mag.
Wo du stirbst, da sterbe ich auch, sagt Ruth in
dem Vers, der auf Euren Trauspruch folgt. Ruth weiß,
dass die Nähe eines Menschen gesund oder krank,
tot oder lebendig, traurig oder froh machen kann.
Die Liebe zwischen Menschen wird niemals so vollkommen
sein, dass sie ohne Verletzungen und Streitigkeiten
auskommt.
Wer nur einen Lebensabschnittspartner sucht für
ein Leben voller Spaß, der findet vielleicht
nette Gesellschaft, aber die Liebe wohl kaum.
Die Liebe braucht unser ganzes Lachen und alle unsere
Tränen. Leider scheinen heute immer weniger
Menschen etwas von der Liebe zu verstehen. Sie glauben,
Liebe habe nur etwas mit Freude, Glück und
Ekstase zu tun und leben so an der Liebe vorbei.
Gott aber versteht etwas von der Liebe. Seine Liebe
zu uns und unsere menschliche Liebe haben viel miteinander
zu tun. |
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| Der Weg Jesu auf dieser Welt war ein
Weg der Liebe. Durch die Höhen und Tiefen des Lebens
führte er bis in den Tod. Doch an Ostern gab der
lebendige Gott seinen Segen dazu. In der Auferstehung
zeigte er, dass das Leben, das von der Liebe bestimmt
und getragen wird, Zukunft, ja sogar Ewigkeit hat. Ein
Leben ohne Liebe ist dagegen sinnlos. Die Liebe ist
Gottes oberstes Gebot. Sie soll als Liebe zu Gott, zu
meinem Nächsten und zu mir selbst bei uns Wirklichkeit
werden.
Pfarrer Boch wünschte dem Hochzeitspaar von Herzen,
dass sie miteinander viel gute Erfahrungen machen und
dass sie später einmal nach vielen Jahren wie Ruth
zurückschauen und feststellen können, dass
ihr gemeinsames Leben in den Höhen und Tiefen von
Gott reich gesegnet war.
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