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Am 29. Mai 2010 feierten
Jasmin Knittel, geb. Stassen & Jan Knittel ihre
Kirchliche Trauung
in der Evangelischen Kirche in Liedolsheim mit Verwandten,
Freunden und Arbeitskollegen.
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Unter den Klängen
von Pachelbels Kanon in D zog die Braut und der
Brautvater mit Pfarrer Boch in die Kirche ein.
Nachdem Jasmin und Jan schon in der vergangenen
Woche auf dem Standesamt vor dem Gesetz ihre Ehe
geschlossen haben, wollten die beiden hier in der
Kirche auch vor Gott zueinander „Ja“
sagen.
Sie wollten ihn darum bitten, daß er sie beide
in ihrem gemeinsamen Leben beschützt und bewahrt.
Gott, der uns Menschen liebt wie kein anderer, er
will die beiden begleiten auf ihrem gemeinsamen
Weg, durch seine Liebe soll ihre Liebe zueinander
immer wieder gestärkt werden. Johannes sagt
uns: Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt,
der bleibt in Gott und Gott in ihm. Weil Gott die
Liebe ist, wollen und dürfen darauf vertrauen,
dass er in diesem Festgottesdienst mitten unter
uns ist. Darum feiern wir alle Gottesdienste im
Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des heiligen
Geistes.
Ganz am Anfang der Bibel wird uns erzählt,
wie Gott den Menschen schuf. Er schuf ein Wesen,
das denken, fühlen, planen kann, ein Wesen
mit der Freiheit, sich zu entscheiden. Ein Wesen
das die Fähigkeit besitzt, zu glauben, zu hoffen
und zu lieben. |
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| Der Trauspruch steht in der Bibel in
Epheser 4,die Verse 2-6
"Seid demütig, friedfertig
und geduldig, ertragt einander in Liebe und bemüht
euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden,
der euch zusammenhält. Ein Leib und ein Geist,
wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung
gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott
und Vater aller, der über allem und durch alles
und in allem ist."
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Damit aber der Mensch
seine Liebe nicht nur Gott schenken kann, schuf
ihm der Schöpfer ein Gegenüber. So wurde
aus dem Menschen Mann und Frau: zwei – die
jeder für sich ein Ganzes bilden und die
dennoch zueinander gehören und in ihrer Zweisamkeit
eine neue Einheit bilden.
Als das Hochzeitspaar, sich schon vor 11 Jahren
kennen gelernt haben, es war auf dem Fußballplatz
als sie miteinander ins Gespräch kamen, da
trafen zwei Menschen aufeinander, die bisher ohne
voneinander zu wissen, jeweils ihre eigene Wege
gegangen waren. |
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| Doch so ist das mit der Liebe. Sie kommt
oft ganz unverhofft und wird den Liebenden geschenkt.
Auch bei den Brautpaar war es so. Auf die erste Begegnung
folgte ein gemeinsamer Kinobesuch und sie haben beide
gespürt: da ist etwas Wunderbares mit uns geschehen.
Sie wurden ein Liebespaar und durften erleben, wie ihre
Liebe zueinander immer stärker geworden ist. Bei
dem Vorgespräch fiel der Satz „Seit damals
sind wir glücklich zusammen. Die Chemie hat gestimmt.“ |
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Sie haben entdeckt, was
sie gemeinsam haben: Sie sind beide sportlich sei
es beim Schwimmen, tauchen, Inliner fahren oder
in anderer Weise.
Sie haben aber auch erkannt, wo Ihre Persönlichkeiten
unterschiedlich sind:
so ist Jan eher der ruhige Typ, während Jasmin
quirliger und aufgedrehter ist.
Stück für Stück haben sie beide Lebenswege
miteinander verknüpft, musstet hier und da
Kompromisse schließen und haben so immer näher
zueinander gefunden. |
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| In einer Traupredigt des evangelischen
Theologen Dietrich Bonhoeffer aus dem Jahr 1943 heißt
es: Ein Brautpaar hat das Recht darauf, den Tag der
Hochzeit mit dem Gefühl eines unvergleichlichen
Triumphes zu begrüßen und zu begehen. ……
Mit dem Ja, das sie zueinander gesprochen haben, haben
sie ihrem ganzen Leben in freier Entscheidung eine neue
Wendung gegeben; sie haben allen Fragen und Bedenklichkeiten,
die das Leben jeder dauernden Verbindung zweier Menschen
entgegenstellt, in froher Gewissheit Trotz geboten und
sich in eigener Tat und Verantwortung ein Neuland für
ihr Leben erobert.
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Neuland hat sich das
Hochzeitspaar erobert, die Freude darüber konnte
man besonders spüren.
Doch es gibt auch eine andere Seite. Wo immer zwei
Menschen als Ehepartner miteinander leben, wird
ihr „JA“ zueinander immer wieder auf
die Probe gestellt werden.- Nicht immer wird Jan
seiner Frau jeden Wunsch von den Augen ablesen können.
Und auch Jasmin wird das ein oder andere Mal damit
umgehen müssen, dass sie sich falsch verstehen
oder dass sie nicht begreifen, warum ihr Mann gerade
so und nicht anders handelt. - Es wird ihnen auch
bestimmt nicht immer gelingen, liebevoll und zärtlich
miteinander umzugehen - unterschiedliche Ansichten
werden das eine oder andere Mal aufeinander prallen
und die eine oder andere Verletzung wird nicht zu
vermeiden sein. Es ist eben nicht damit getan, dass
sich zwei Menschen sich im Überschwang der
Gefühle annehmen und lieben, sagte Pfarrer
Boch. |
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Die Qualität einer Ehe entscheidet sich nicht
darin, wie lautstark und wie selbstbewußt ein Hochzeitspaar
am Tag ihrer Hochzeit „JA“ sagt. Die Qualität
einer Ehe zeigt sich darin, wie beharrlich und geduldig
die beiden dieses „JA“ zueinander im täglichen
Leben wiederholen und bekräftigen.
Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander
in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes
zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält.
Diese Worte aus dem Epheserbrief, hat sich das Hochzeitspaar,
als Trauspruch für das gemeinsame Leben ausgewählt.
Dieses Wort fordert dazu auf, die Ehe im Horizont des
Glaubens in Liebe zu gestalten: liebevoll miteinander
umzugehen, Fehler und Versäumnisse einander nicht
nachzutragen, sondern immer wieder neu miteinander anzufangen. |
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Die Paare, die schon
länger miteinander unterwegs sind, wissen aber,
dass es manchmal schwierig sein kann, in der Ehe
durch dick und dünn zu gehen, Freude und Leid
miteinander zu teilen.
Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt
einander in Liebe
Das ist nicht nur ein guter Rat, einer von vielen,
die beide vielleicht zu hören bekamen. Sie
können demütig, friedfertig, geduldig
miteinander umgehen, weil Gott selbst uns in seinem
Sohn Jesus Christus seine Liebe geschenkt hat, weil
er uns in ihm die Schuld vergeben hat, weil er in
ihm all das weggenommen hat, was uns von ihm trennt.
Nur deshalb haben wir überhaupt die Chance
trotz aller Fehler, trotz aller Mängel und
Schwächen dennoch ein erfülltes Leben
miteinander zu leben.
Wo wir Gott glauben, der uns mit Liebe begegnet,
können wir uns selbst in einem ganz neuen Licht
sehen. Wenn Gott so freundlich und liebevoll mit
mir umgeht, dann kann ich auch mich selbst so annehmen
wie ich bin. Und dann wird sich auch einiges ändern
bei mir selbst und in meinem Verhältnis zu
meinen Mitmenschen.
Wo Christen als Ehepartner miteinander ihren Glauben
leben, können sie ohne Furcht die Fehler und
Schwächen anschauen. Sie brauchen sie nicht
zu verstecken weder vor sich selbst noch vor der
Partnerin oder dem Partner. Denn nur dort, wo Partner
sich gegenseitig nichts |
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vormachen, kann echte und tiefe Gemeinschaft
entstehen.
Wo ein anderer vielleicht eine Schwäche sieht, können
Liebende das Potential sehen, einander zu ergänzen.
Die Basis für dieses Umgehen miteinander ist die
Liebe Gottes, die beiden eine feste Grundlage für
das gemeinsame Leben gibt und die in der Ehe ihre äußere
Gestalt bekommt.
Die Ehe, für die das Paar Gottes Segen erbat, ist
mehr als die Liebe. Sie ist eine Stiftung Gottes. Eine
ganz besondere Gemeinschaft. Von nun an trägt die
Ehe – und damit Gott selbst – Eure Liebe.,
sagte Pfarrer Boch.
"Er stellt Euch beide vor diese große und schöne
Aufgabe: euch gegenseitig als seine Gabe anzunehmen, so
wie ihr seid, demütig, friedfertig und geduldig miteinander
umzugehen, die Fehler des anderen in Liebe zu vergeben
und immer den gemeinsamen Weg zu suchen.
Wo Ihr so miteinander lebt, und wo ihr auf Gott vertraut,
mit ihm im Gespräch bleibt, werdet Ihr erleben, wie
unter seiner Begleitung Euer gemeinsames Leben eine ganz
besondere Qualität bekommt.
Denn überall da, wo Menschen aus der Liebe Gottes
heraus friedfertig, liebevoll, barmherzig und versöhnlich
miteinander umgehen, kann sich in ihrer Umgebung das ausbreitet,
worauf unsere Welt sehnsüchtig wartet: Liebe, Vertrauen,
Trost, Hoffnung und Geduld."
Pfarrer Boch wünschte dem Brautpaar, dass sie sich
selbst und das gemeinsames Leben dem lebendigen und liebenden
Gott anvertrauen können. Er vergibt uns unsere Schuld
und will uns in Frieden begleiten. So wird ihr Lebenshaus
Vertrauen, Liebe, Hoffnung und Frieden ausstrahlen auf
alle, die Euch begegnen. |
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