Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Am Samstag den 5. August 2000 kamen viele Festgäste in unsere Kirche anläßlich der
Hochzeit von André und Renate Bremer
.
Da dieser Tag in der Urlaubszeit von Pfarrer Boch lag, wurde der Festgottesdienst von Pfarrer Reppenhagen aus Rußheim gehalten. In seinen einführenden Worten wies er darauf hin, dass Gott Mann und Frau zur Gemeinschaft geschaffen hat und diese auch segnen will. Somit gehört zu einer Trauung auch unbedingt die kirchliche Feier mit dem Empfang des Segens dazu.
Als Trautext hat sich das Ehepaar Bremer Worte aus 1.Korinther 13 ausgesucht. Nichts geht über die Liebe.
Das Brautpaar wechselt die Ringe
Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Ist der Trauspruch einseitig?, so fragte Pfarrer Reppenhagen. Sie hofft, egal was er macht oder umgekehrt. Manch einer wünscht sich so einen Partner. Für das Brautpaar Bremer war das nicht der Gedanke bei der Wahl dieses Trauspruches.
Mit Sie ist nicht Ehefrau sondern die Liebe gemeint. Die vier Aussagen machen die Weite des Trauspruches aus. Ehe soll allumfassend sein. Ehe gilt bis der Tod scheidet, sie macht keine Pausen und es gibt keine Leasing- oder Rückgabegarantie. Zwischenlösungen sind nichts Ganzes und nichts Halbes. Aber wie kann man solch allumfassende Aussagen machen? Weil es die Liebe ist um die es hier geht. Dabei werden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft berücksichtigt. In Liebe wird der Partner so angenommen wie er ist, mit dem was er getan hat und noch tun wird. Liebe berechnet nicht.
Liebe ist also innovativ und zukunftsorientiert.
Unsere Liebe darf sich mit diesem Wort darum nur dann schmücken, wenn sie auf Dauer angelegt ist.
Ohne Treue ist die Liebe ein Experiment. Und Liebe ist mit Arbeit verbunden. Wir müssen ertragen und dies heißt auch Bereitschaft zur Veränderung. Wer liebt ist bereit den Partner zu tragen, weil dieser gerade nicht die nötige Kraft hat, oder auch nur weil er es ist.
Liebe ist aber nicht blind, sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie heißt nicht, ich lasse alle 5 gerade sein. Doch wenn der Geduldsfaden zu reißen scheint, hofft die Liebe. Ohne Hoffnung für den Anderen schaffen wir unser Vorhaben nicht.
Wo ist die Quelle solch einer Liebe? Die Bibel sagt: "Gott ist die Liebe". Im Vertrauen auf ihn können wir uns Liebe schenken lassen.
Die Liebe ist eine zarte Pflanze, die auch mal gelbe Blätter bekommen kann. Auch dann will uns Gott beistehen..
Ehepaar Bremer beim Auszug aus der KircheLiebe als reines Gefühl kann vergehen. Durch gemeinsames Tun und der erneuten Zuwendung kann sie wieder wachsen. Liebe ist eine Entscheidung die jeden Tag neu getan und gelebt werden muß.

Pfarrer Reppenhagen wünschte dem Brautpaar am Ende seiner Traupredigt, dass Gott ihnen die Bereitschaft schenken möge, täglich diese Entscheidung zu treffen: Was wir getan haben war richtig und hat Bestand.


Am Ende der Feier überreichte Pfarrer Reppenhagen dem Brautpaar eine Traubibel. Er gab seiner Hoffnung dabei Ausdruck, dass diese Bibel zur Silberhochzeit viele Gebrauchsspuren aufweisen möge.

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