Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

"Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren", wurde als erstes Lied bei der Hochzeit von Judith und Martin Kulz in unserer Kirche gesungen.

Auf dem Weg in die Kirche


Es regnete ein wenig, als das Brautpaar und die Festgäste in die Kirche, zum Traugottesdienst, einzogen.
Pfarrer Matthias Boch begrüßte das Paar im Turmeingang und geleitete sie vor den Altar.

 

Das Brautpaar vor der Kirche
Nach dem Eingangsgebet hörten wir auf Worte aus Psalm 36, der mit "Gott kennen ist Leben!" überschrieben werden kann.
Danach wurde eine Lesung zum Thema "Liebe ist mehr als ein Wort" vorgetragen.
Die Feier wurde musikalisch durch die Lieder "Ich liebe Dich" (Beethoven), "One hand, one heart" (Berstein) und "Largo" (Händel), gesungen von Tenor Rüdiger Husenmeyer, umrahmt. Außerdem spielte eine Freundin der Braut auf der Querflöte die Stücke "Air" (Bach), "Menuett" (Boccherini).
Der Trautext, über den Pfarrer Boch seine Predigt hielt, steht in 1. Korinther 13 Vers 13:
"Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen."
Es gibt im Leben wichtige Stationen, wo Wege sich gabeln, wo man sich entscheiden muss. Als solch eine Weggabelung kann man den heutigen Tag sehen, meinte Pfarrer Boch. Der heutige Richtungseinschlag ist aber anders, als eine Entscheidung vor die das Schicksal einem stellt. Es ist eine freiwillige Entscheidung, im Leben nicht mehr allein zu gehen. Kaum einer geht den Weg des Lebens gern allein. Das Brautpaar ist seinen Weg schon ein Stück gemeinsam unterwegs und hat sich entschieden ein ganzes Leben, nicht nur ein Teilstück, zusammen zu gehen. Das ist ein Grund zum Feiern und dies nicht nur heute, jeder Hochzeitstag darf gefeiert werden.
Wenn man so einen weiten Weg aber vor sich hat, sollte man einen Rucksack packen und vorher hineinschauen, damit nicht unnötiger Ballast mitgeschleppt wird. Ein Ehepaar braucht keine Einzelkämpferausrüstung, denn es ist jetzt noch einer da, der unterstützen kann. Vier Augen sehen mehr als zwei und vier Hände sind stärker als zwei. So können schöne aber auch dunkle Seiten des Lebens geteilt werden. Wenn zwei etwas tragen wird es leichter und geht besser, das gilt für Last und Lust im Leben.
Im Trauspruch werden aber noch drei Dinge genannt die unbedingt in den Rucksack gehören. Schön daran ist,dass sie nichts wiegen aber vieles leichter machen können.
Als erstes wird der Glaube genannt. Der Glaube an den Herrn, der verheißen hat, bei uns zu sein, bis ans Ende der Welt. Trotz vieler Sicherheiten haben wir den Verlauf unseres Lebens letztendlich nicht in der Hand. Das Eheversprechen kann nicht gegeben werden ohne diesen Herrn, der ein wachsames und gnädiges Auge auf unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hat. Wenn wir mit Ja ein Versprechen geben ist dies zerbrechlich. Darum gehört der Glaube an den guten Hirten dazu. Darum forderte Pfarrer Boch das Brautpaar auf, sagt: "Ja, mit Gottes Hilfe!"
Hoffnung ist das weitere Gepäckstück. Hoffnung auf Jesus Christus, der vom Tod auferstanden ist. Der Tod ist nicht irgendwas, das am Ende des Lebens, in ferner Zukunft, auf uns wartet. Er wird oft unversehens zum Begleiter, wo die Worte "nicht mehr" zutreffen. Wo zwei, die zusammengehören, sich nicht mehr verzeihen. Wo sie nicht mehr miteinander reden, nicht mehr spüren.
Das Brautpaar tauscht die Ringe
Hier ist die Hoffnung auf die Auferstehung die Hoffnung der Lebenden. Hoffnung,dass sie wieder neu anfangen miteinander zu reden, aufeinander zu hören, einander zu lieben.
Und die Liebe ist das Wichtigste, Größte wie es der Trauspruch sagt. Wo die Liebe fehlt, da werden all die schönen Dinge, die einem Braupaar gewünscht werden, nutzlos. Denn Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich, Verantwortung ohne Liebe rücksichtslos, Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart, Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch, Klugheit ohne Liebe macht grausam, Ordnung ohne Liebe kleinlich. Besitz ohne Liebe macht geizig, Ehre ohne Liebe hochmütig, Glaube ohne Liebe macht fanatisch. Ein Leben ohne Liebe ist ohne Sinn. Darum darf die Liebe nicht fehlen, darum ist sie Gottes oberstes Gebot.
Augustinus sagte einmal:"Liebe, und dann tue was du willst. Es wird dann immer das Richtige sein".
Dass diese drei Dinge, Glaube, Hoffnung, Liebe, immer reichlich im Rucksack vorhanden sind, wünschte Pfarrer Boch dem Brautpaar zum Schuß seiner Predigt.
vor der Kirche warteten  die Motoradfreunde

Zwei Freundinnen des Brautpaares sprachen in Gedichtform noch ihre Wünsche für die Zukunft aus. Die Anliegen reichten von dem Wunsch nach Zeit, Liebe, Glaube, Freiheit, Freude und Zärtlichkeit bis zum Wunsch Freunde zu bleiben.

Nach dem Festgottesdienst wurde das Brautpaar von einem Spalier Motorradfahrer erwartet, die auf ihren Maschinen die Glückwünsche überbrachten.

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