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Am Samstag,
den 19. August 2000, fand die kirchliche Trauung von Tanja
Maria und Klaus Richter statt. Da Pfarrer Boch noch im Urlaub
war, kam Pfarrer i.R. Artur Woll nach Liedolsheim um den Festgottesdienst
zu halten.
Der Trautext steht in 1. Korinther 13 Vers 13: "Nun aber
bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe
ist die größte unter ihnen."
Wie in
einem Schlagwort hat der Apostel Paulus hier Wichtiges zusammengefaßt.
Bei solchen Schlagworten muß man genau hinhören,
um ihren rechten Sinn zu erfassen. Pfarrer Woll wies in seiner
Predigt darauf hin, dass das ganze Kapitel 13, das so genannte
"Hohe Lied der Liebe", ein eher kritisches Wort
ist. Es richtete sich gegen Mißverständnisse in
der Gemeinde Korinth und hat mit der Sentimentalität,
mit der es heute oft gelesen wird, nichts zu tun.
In unserer Sprache ausgedrückt heißt es, Predigt,
Gebet, Teilnahme am Gottesdienst, Bemühen um christliches
Leben, all das hört einmal auf. Wenn aber diese großen
Dinge des christlichen Lebens einmal aufhören, was bleibt
dann? Was trägt uns? Wovon können wir leben?
Der Apostel nennt drei Dinge die bleiben, wenn alles aufhört.
Der Glaube. Kein schwärmerisches Gefühl,
sondern Glaube an Gott. Glauben heißt, aus Gottes Treue
leben.Glaube ist Ausrichtung des Lebens, Vertrauen auf Jesus
Christus, auf den Herrn, dem wir gehören.
Die Hoffnung. Ein zuversichtliches Wissen darum, dass
Gott am Anfang und am Ende aller Wege steht. Keine Resignation,
sondern "Jesus Christus gestern und heute und derselbe
auch in Ewigkeit". Wir dürfen alle Tage unseres
Lebens auf die Treue Gottes, der zu uns hält, bauen und
darum Hoffnung haben.
Die Liebe. Im vorliegenden Zusammenhang ist nicht von
der Liebe, die zwei Menschen verbindet, nicht vom Eros die
Rede, sondern von der Agape, von der Liebe Gottes, die unerschütterlich
uns Menschen zugewandt ist. Wenn Gott für uns ist, dann
kann uns nichts von dieser Liebe scheiden. Darum nennt der
Apostel Paulus die Liebe das Größte. "Nun
aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die
Liebe ist die größte unter ihnen."
Der Glaube hält sich an Gottes Treue. Die Hoffnung hat
ein festes Ziel. Gottes Liebe ist uns Menschen in Jesus Christus
zugewendet. So sind wir im Leben und auch einmal im Sterben
geborgen.
Die Ehe, gehört hinein in den großen Bogen, der
sich von Gottes Schöpfung zu Gottes Erlösung spannt.
Von Anbeginn, von seiner Schöpfung an, hat Gott den Menschen
als Mann uns Frau geschaffen und zwar als Partner. Die Ehe
zwischen zwei Menschen soll und darf ein kleines Abbild des
großen Gnadenbundes sein, den Gott mit uns Menschen
geschlossen hat. Das bedeutet aber auch, dass es nicht in
das menschliche Belieben gestellt ist, wie man in diesem Bund
miteinander umgeht. Die Bibel weiß, dass es keine einzige
ungefährdete Ehe, keine Partnerschaft ohne Störungen
und Krisen gibt. Gerade darum bietet sie die Orientierung
an Gottes Tun als Hilfe an.
Zwei konkrete Hilfen sind es, die die Bibel gibt. Das erste
ist die Gabe der Unauflöslichkeit der Ehe. "Was
Gott zusammengeführt hat, das soll der Mensch nicht scheiden".
Dieses Wort ist Verheißung, sie dürfen ihren Mann,
ihre Frau, als den von Gott gegebenen Partner annehmen.
Die andere Gabe ist die Gabe der Vergebung. Wie sollte man
im täglichen Leben miteinander auskommen, wenn wir nicht
jeden Tag unter dieser Vergebung, unter der Gnade Gottes,
von neuem anfangen könnten?
Die Bibel sagt ein uneingeschränktes Ja zur menschlichen
Liebe. Sie weiß aber auch um die Gefährdung. Sie
weiß, dass es in der Ehe eines ständigen Bemühens
um rechtes Miteinander bedarf . Darum erinnert sie an den
Glauben, an die Hoffnung und an die Liebe, damit Eheleute
nicht nur durch den gemeinsamen Namen und Haushalt, sondern
"im Herren" verbunden sind.
Pfarrer Woll wies zum Ende der Traupredigt darauf hin, dass
die Eheleute die Verheißung haben, dass Gottes Liebe
ihnen beiden zugewandt ist, sie auf ihrem gemeinsamen Weg
geleiten und mit ihnen sein will.
Als kleines
Geschenk der Kirchengemeinde überreichte Pfarrer Woll
dem Brautpaar eine Traubibel und verabschiedete sie mit dem
Segen Gottes.
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