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Nachdem am Vorabend die Konfirmandinnen und Konfirmanden, ihre Familien und
die Gemeindeglieder die Möglichkeit hatten, in
einem zeitlich überschaubaren Gottesdienst in Würde
und ohne hektische Betriebsamkeit das Abendmahl zu feiern,
bestätigten die Jugendlichen am 9. März 2008,
dem Sonntag Judika, ihren Glauben an Jesus Christus
und damit ihre Taufe.
Im Festgottesdienst wurden sie von Pfarrer Boch und
Ralph Schmidhuber, die sie in der Vorbereitungszeit
begleitet hatten, eingesegnet. Die Predigt von Pfarrer
Boch machte deutlich, dass mit diesem Tag der Glaubensweg
noch nicht an sein Ziel gekommen ist. Auch in der Zukunft
muss die Richtung immer wieder überprüft werden.
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| Wenn heutzutage jemand den Weg wissen will, wenn
er wissen will, wo er steht, dann kann er heute
ein kleines elektronisches Teil, einen GPS-Empfänger
benutzen. Wenn die Bedienung auch nicht immer einfach
ist, so war dies früher aber noch viel komplizierter:
man orientierte sich am Lauf der Sonne, um die ungefähre
Himmelsrichtung zu finden, oder man nutzte am nächtlichen
Himmel die Sterne, um seine Position zu bestimmen.
Ein Kompass, der den Magnetismus der Pole nutzt,
um Norden anzuzeigen, war eine kluge Erfindung,
die vielen half, sich im endlosen Meer oder in unbekannter
Gegend zurechtzufinden. Ein Navigationsgerät
ist aber noch viel genauer. Es funktioniert mit
Hilfe von Sateliten, die es ermöglichen, die
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| exakte Position überall auf der Erde zu bestimmen.
Auf diesem kleinen Gerät sind alle Informationen
drauf, damit der Benutzer an jedem Ort in Deutschland
weiß, wo er ist. Mit Hilfe von Landkarten, die dann
auf dem Display erscheinen, kann er sich überall
und zu jeder Zeit orientieren. Wenn man in einer fremden
Stadt an einer großen Straße mit vielen Hinweisschildern
steht, braucht man nicht unbedingt ein Navigationsgerät.
Ungemein praktisch ist es aber, wenn man z.B. mitten im
Wald steht. Wie geht es jetzt nach Hause? |
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Auch ihr, die Konfirmandinnen und Konfirmanden,
ihr habt einen Weg hinter euch, meinte Pfarrer Boch.
Erinnert ihr euch noch an den Gottesdienst im letzten
Jahr, in dem Ihr Euch vorgestellt habt?
Nun ist die Konfirmandenzeit vorbei, das große
Fest heute ist der krönende Abschluss dieses
Weges, den wir gemeinsam gegangen sind. Ralph Schmidhuber
und ich sind diese Zeit gerne mit euch gegangen.
Ebenso steht ihr heute aber auch am Anfang eines
neuen Weges, für manche bedeutet es ein Stück
Erwachsenwerden. |
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Tatsächlich seid Ihr mit der Konfirmation endgültig
keine Kinder mehr, sondern macht einen großen Schritt
in die Selbstständigkeit hinein - als Konfirmandinnenvater
konnte Pfarrer Boch solch eine Aussage machen.
Heute entscheidet ihr euch und sagt: Ja, ich will zu dieser
Kirche, zu dieser Gemeinde gehören. Eure Eltern richten
euch ein Fest aus und staunen, wie groß ihr schon
seid, wie schnell die Jahre vergangen sind. Ihr seid weiter
auf Eurem Lebensweg unterwegs – und wenn man unterwegs
ist, dann braucht man eine Orientierung.
So ein Navigationssytem, um sich auf dem Lebensweg zu
Recht zu finden, wäre jetzt ganz prakisch. Aber ich
glaube, dazu ist ein GPS Empfänger genauso ungeeignet
wie ein Kompass, meinte Pfarrer Boch. |
Die Wege unseres Lebens sind nicht allein Wege
durch eine Stadt oder über Land. Im Leben müssen
wir uns ganz anders orientieren. Aber auch da ist
die Frage, welche Richtung muss ich einschlagen,
um ans Ziel zu kommen? Lebenswege sind immer auch
persönliche Entscheidungen. Was will ich? Was
ist gut, was ist richtig im Leben? Welchen Lebensweg
soll ich nehmen? Woran kann ich mich orientieren
in meinem Leben. Und so fantastisch dieses GPS-Gerät
auch ist, so wenig werdet ihr auf die Frage der
persönlichen Lebensorientierung hier eine Hilfe
bekommen.
Pfarrer Boch hatte deshalb noch eine andere Orientierungshilfe
mitgebracht. Eine Bibel. Oder zwei.
Zum einen seine Bibel, in der er als Jugendlicher
gelesen hat. Ihm war es damals wichtig, dass die
Bibel klein ist und er sie überall mit hin
nehmen konnte. So war sie schon auf mancher Reise
mit dabei, und ist leider auf einer Radtour nach
Taizé auch nass geworden. "Ich habe
in der Zeit viel in der Bibel gelesen. Ich habe
mich mit Fragen nach dem Sinn und Ziel des Lebens
beschäftigt. Ich wollte mehr wissen von Gott,
vom Glauben. Ich habe weiter nachgedacht über
die Geschichten von Jesus, über das, was er
getan und gepredigt hat und habe mit Freundinnen
und Freunden in einem Jugendkreis auch viel darüber
gesprochen.," sagte Pfarrer Boch. "Die
Bibel – die ich später gegen eine größere
ausgetauscht habe, hat mir geholfen, mich |
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in meinem Leben zu orientieren, in meinem Handeln, in
meinem Denken, in meinen Entscheidungen. Diese Bibel hat
mir geholfen zu beten, sie hat mir im wahrsten Sinne eine
Lebensorientierung gegeben. Und so ist diese Bibel so
etwas wie ein GPS-Empfänger gewesen, mit dem ich
mich im Leben orientieren konnte.
Im Konfirmandenunterricht haben wir einiges aus der Bibel
besprochen. Wir sind miteinander Wege im Glauben gegangen.
Ich denke zum Beispiel daran, als wir uns mit den Worten
aus dem Psalm 23 beschäftigt haben. Ihr habt ihn
ja auch auswendig gelernt," erinnerte Pfarrer Boch. |
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Die Bibel hält die Erfahrung von Menschen
fest: Es ist Gott, der mich beschützt und mir
hilft, wenn ich Angst habe. Gott, der mich auf meinen
Wegen begleitet, wie ein guter Hirte. Das war eine
der Erfahrungen, die Ralph Schmidhuber und Matthias
Boch an die Jugendlichen weitergeben wollten. Durch
die Worte, die uns in der Bibel überliefert
sind, wissen wir, dass wir auf den schönen
wie auf den dunklen Wegen in unserem Leben nicht
alleine sind. Gott ist dabei. Mit ihm kann man im
Gebet reden. Ihm danken oder ihn um Hilfe bitten.
Die Bibel macht es einem dabei aber nicht so einfach,
wie so ein GPS-Computer. Den schalte man an –
und wenn er genug Strom hat - weiß man wo
man ist und welchen Weg man gehen muss. Die Bibel
ist keine Landkarte mit elektronischer Ortsbestimmung. |
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| Sie gibt auch keine einfachen Rezepte fürs Leben.
Mit der Bibel muss man sich auseinandersetzen - gerade
im Hinblick auf die eigenen Lebensfragen. Die Bibel ist
zum Glück kein Buch, in dem für jede Lebensfrage
eine Antwort steht, sondern in der Bibel ist das Geheimnis
Gottes aufbewahrt, seine Weisheit für unser Leben.
Gottes Maßstäbe für unsere, für eine
menschliche Welt. Worte, wie wir sie vorhin in der Schriftlesung
gehört haben: Selig sind, die Frieden stiften, denn
sie werden Kinder Gottes heißen. - Das ist ein göttlicher
Maßstab, ein wichtiger Orientierungspunkt fürs
ganze Leben. - Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden
Barmherzigkeit erlangen. - Kann ich dadurch mein Handeln
leiten lassen? Jesus war überzeugt davon, dass wir
einen guten Weg gehen, wenn wir seinen Spuren folgen.
- Seit vielen Jahren macht ein großes Nachrichtenmagazin
Werbung für sich: |
SPIEGEL-Leser wissen mehr. Seit
2.000 Jahren müsste es auch heißen: Bibelleser
wissen mehr. Sie wissen mehr über die Herkunft
der Welt und über ihre Zukunft. Sie wissen
mehr über Gott, der nicht nur diese Welt ins
Leben gerufen hat, sondern auch dich und mich. Vergiss
es nie: Dass du lebst, war keine eigene Idee. Du
bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune
der Natur. Du bist ein Gedanke Gottes - ein genialer
noch dazu. Du bist du. – so heißt es
in einem Lied.
Bibelleser wissen mehr: Ich danke dir dafür,
dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine
Werke; das erkennt meine Seele. So betet es der
Beter von Psalm 139. |
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| Kommen wir noch einmal zu den beiden
Orientierungshilfen: dem GPS-Empfänger und der
Bibel: GPS heißt ja: Global Positioning System
- also das weltweite Positionierungssystem - eben um
die eigene Position, den eigenen Standort zu bestimmen.
Im Blick auf die Bibel könnten wir GPS einfach
anders übersetzen. Das GPS der Bibel heißt
auf Deutsch: Gott positioniert sich.
Er positioniert sich als der Gott an deiner Seite. Da
will Gott seinen Standort haben, in deinem Leben. Davon
redet die Bibel in ihren vielen Geschichten. Oder anders
gesagt: Der unendlich große Gott, er stellt sich
an deine Seite, wie es die Bibel erzählt. GPS -
Gott positioniert sich, er stellt sich an deine Seite.
Er geht mit dir den Lebensweg.
Für die Standortbestimmung mit GPS braucht man
die Signale von drei Satelliten - mehr nicht. Damit
kann jeder Ort auf unserem kleinen Planeten eindeutig
bestimmt werden. Auch die Bibel kennt diese Dreizahl.
Gott gibt sich uns zu erkennen als Gott Vater, Sohn
Jesus Christus und als Heiliger Geist.
So wie wir es auch im Glaubensbekenntnis miteinander
sprechen: Ich glaube an Gott, den Vater, an Jesus Christus.
Ich glaube an den Heiligen Geist. Auch darin liegt ein
Geheimnis der Bibel, über das sich nachzudenken
lohnt. Gott ist ganz konkret, er gibt sich uns zuerkennen
in dem Menschen Jesus Christus, aber er ist doch unendlich
viel mehr noch. Er ist der Schöpfer am Anfang der
Welt, er ist der Geist, der lebendig macht und unter
uns gegenwärtig ist.
GPS - Gott positioniert sich als Begleiter in meinem
und deinem Leben. Als Orientierung und Mutmacher für
dein Leben. Und auch als der, dem ich Danke sagen kann.
Danke für das geschenkte Leben, danke für
die schöne Konfirmandenzeit. Und auch danke jetzt
für die Konfirmation.
Gott positioniert sich, er gibt sich uns in den Worten
der Bibel zu erkennen als ein Begleiter auf unseren
Lebenswegen. Darum soll am Schluss die großartige
Zusage von Jesus Christus stehen, die er seinen Freunden
mitgegeben hat. "Und siehe ich bin bei euch, alle
Tage bis an das Ende der Welt." Daran zu glauben,
das festzuhalten im Leben und das mitzunehmen für
unseren Lebensweg wünschte Pfarrer Boch allen Anwesenden.
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