Evangelische Kirchengemeinde Liedolsheim

Einweihung der Gedenkmauer mit dem Wandbild „Neues Werden“ von Dietmar Israel auf dem Friedhof in Liedolsheim
am Sonntag, 29. Oktober 2006
Es spricht: Sparkassendirektor Michael Huber
Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Karlsruhe

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Hillenbrand, sehr geehrter Herr Pfarrer Boch,
sehr geehrter Herr Israel, meine sehr geehrten Damen und Herren,

es ist ein besonderer und zugleich ein schöner Anlass, der uns heute zusammenführt, nämlich die Einweihung der Gedenkmauer auf dem Friedhof hier in Liedolsheim.
Dass wir sie gerade heute einweihen, hat für mich auch ein Stück symbolischen Charakter. Denn nächste Woche beginnt der November.
Und sein alter deutscher Name lautet sehr vielsagend: Totenmonat.
Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag sind die Gedenktage, die im Monat November gefeiert werden.
Doch offizielle Gedenktage sind eine Sache, die andere ist das persönliche Gedenken, die persönliche Erinnerung an die Verstorbenen, die für die Menschen wichtig und wertvoll ist.
Dafür jedoch ist in unserer Gesellschaft, in unserer schnelllebigen Zeit, kaum Platz. Der Gedanke an den Tod wird meistens verdrängt. Nicht umsonst ist der November der unbeliebteste Monat und das liegt bestimmt nicht allein am schlechten Wetter.
Hier in Liedolsheim hat man dieser Entwicklung entgegengewirkt und einen ganz besonderen Raum geschaffen. Ich sage ganz bewusst Raum, da ich schon bei der ersten Begegnung die Gedenkmauer und den schön gestalteten Platz im Schutz der hohen Kirchenfassade als einen Raum empfunden habe.
Nur wenige Schritte von der Hauptstraße entfernt, erscheint er doch fernab vom geschäftigen Alltag, als ein Ort der Stille – als ein Ort der Besinnung.
Hier haben nun die Namen lange Verstorbener und mit ihnen die Erinnerung an sie einen festen Platz. Und ich bin sicher, in einer Dorfgemeinschaft, wie sie hier in Liedolsheim besteht, werden sehr viele Menschen die Namen kennen und gerne an die Verstorbenen zurückdenken. Denn hinter jedem Namen steht ein ganzes Leben und mit seinem Namen lebt auch der Mensch in der Erinnerung weiter.
Diese Überzeugung ist tief verwurzelt und allen Kulturen eigen.
So sagt ein orientalisches Sprichwort: (ich zitiere)
„Der ist nicht wirklich tot, der einen guten Namen hinterlässt.“

Über das Gedenken hinaus, lädt dieser Ort aber auch dazu ein, inne zu halten, zur Ruhe zu kommen oder sich ganz allgemein mit dem Sinn des Lebens zu beschäftigen.
Anregung dazu gibt die bildliche Darstellung des Künstlers Dietmar Israel.
„Neues Werden“ ist ihr Titel. Sie symbolisiert den Kreislauf des Lebens und ist damit ein Bild der Vergänglichkeit aber zugleich auch ein Bild der Hoffnung.
Zu dieser Vorstellung, zu diesem Bild passen auch die Buchsbäumchen hier auf dem Platz. Während ringsum die Natur vergeht, bleiben sie grün und sind daher, wie alle immergrünen Pflanzen, seit alters her ein Symbol für das ewige Leben.

Meine Damen und Herren,
gerade aufgrund der vielschichtigen Bedeutung dieses neu gestalteten Ortes haben wir, und damit meine ich die Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe, den Vorschlag von Herrn Bürgermeister Hillenbrand, diese gute Idee zu unterstützen, sehr gerne und auch überzeugt aufgenommen.
Der Zweck der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe, nämlich die Kunst und Kultur sowie die Denkmalpflege und damit letztlich auch die Lebensqualität der Menschen in unserem Geschäftsgebiet zu fördern, wurde mit dieser Gedenkmauer, in besonders gelungener Art und Weise verwirklicht.

Wie meistens im Leben braucht es zur Verwirklichung einer guten Idee viele Helfer. So auch hier. Neben der Kunst an der Friedhofsmauer haben für die Platzgestaltung zahlreiche Menschen und Institutionen mit Spenden und Unterstützung zum Gelingen beigetragen.
Ihnen allen gilt heute unser Dank. Besonders bedanken darf ich mich bei den Vertretern der Gemeindeverwaltung sowie der Kirchengemeinde. Von der ersten Anfrage bis zur Umsetzung war die Zusammenarbeit stets beispielhaft und harmonisch.

Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren, und allen Besucherinnen und Besuchern der Gedenkmauer wünsche ich, dass dieser Ort ein Raum der Besinnung und ein Raum der Ruhe für sie sein wird, ein Ort, der ihnen Trost und neue Kraft spendet.

Ich danke Ihnen für ihre Aufmerksamkeit.

 

Gedanken des Künstlers zum Bild

Ansprache Pfarrer Boch

 

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