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Bläser-Freizeit
auf der Insel Rügen
Ein Bläser-Wochenende
mit dem Posaunenchor Liedolsheim, das war schon immer eine
runde Sache. Aber im Jahr 2000 wollten wir unseren Bläserinnen
und Bläsern nun doch etwas Besonderes bieten. Nach langer
Vorbereitungs- und Planungszeit war es dann am 1. Juni endlich
soweit: Abfahrt um 4.00 Uhr an der Festhalle mit dem Bus in
Richtung Insel Rügen - eine weite Reise, die sich aber lohnen
sollte. 19 Bläserinnen und Bläser mit ihren Familien und mit
einigen Freunden waren mit Koffern und Instrumenten pünktlich
versammelt und Herr Kasper sen. musste seine ganze Routine
einsetzen, um schließlich alles in seinem Bus zu verstauen:
das war Maßarbeit.
Nach fast 14-stündiger Fahrt erreichten wir schließlich Stralsund
und sahen uns auf dem Rügendamm zum ersten mal rechts und
links von Ostseewasser umgeben. Die prächtigen Alleen auf
der Insel mit ihren alten Baumbeständen entschädigten uns
für die doch recht lange Busfahrt mehr als genug. 
Das Ostseebad Binz sollte für die nächsten 11 Tage unser Aufenthaltsort
sein und Schwester Bärbel, die Leiterin der Bibel- und Tagungsstätte
"Königseck" empfing uns mit einem kräftigen Abendessen. Nun
sagt ja eigentlich das Wort "Bläser-Freizeit", dass es sich
hier weder um eine reine Arbeitstagung noch um eine reine
Urlaubsreise handelt. Vielmehr ist die Kombination von Arbeit
und Freizeit unsere Absicht gewesen. Dabei sollten unsere
Chorproben natürlich nicht in Stress ausarten, sondern wir
wollten die Tage auf Rügen nutzen, um entspannt und ohne Alltagsbelastung
zu musizieren. Dies gelang uns auch sehr gut und wir konnten
einige Musikstücke einüben, die wir bei passender Gelegenheit
in unserer Gemeinde in diesem Jahr zu Gehör bringen werden.

Einen Teil der erarbeiteten Musikstücke spielten wir in zwei
Gottes- diensten in Putbus und Garz zur Freude der Besucher.
Natürlich nutzten wir die Tage auf Deutschlands größter Insel
auch, um die Sehenswürdigkeiten Rügens und der vorgelagerten
Insel Hiddensee kennen zu lernen. Deshalb stand auf unserem
Programm quasi als Pflichtübung eine Fahrt zu den berühmten
Kreidefelsen.

Sehenswert ist auch der Fährhafen von Sassnitz, der noch zu
DDR-Zeiten für die Verladung von Gütern nach Schweden und
Russland erbaut und nach der Wende mit hochmoderner Technik
ausgerüstet wurde. Hier können Eisenbahnzüge mit bis zu 100
Waggons in ein Fährschiff verladen werden. Einen Blick zurück
ins letzte Jahrhundert hat man im Jagdschloss Granitz und
von seinem Turm nach Überwindung von 144 Stufen eine herrliche
Sicht über die gesamte Insel Rügen mit ihren ausgedehnten
Buchenwäldern, weiten Getreidefeldern und vielen Buchten und
Seen. 
Für Eisenbahnfreunde gehört auf Rügen natürlich auch eine
Fahrt mit dem "Rasenden Roland" unbedingt dazu. Die Rügen-Kleinbahn
fährt mit einer Dampflok Baujahr 1953 auf Schmalspur und mit
einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Und zur Abrundung
der erlebnisreichen Tage auf Rügen gingen wir schließlich
noch an Bord der "Kap Arkona" , um mit ihr entlang der Kreideküste
bis zum nördlichsten Punkt der Insel, dem Kap Arkona zu gelangen
und diese herrliche Landschaft nochmals "von See aus" zu betrachten.
Nicht zuletzt hatte es uns aber der Ort Binz selbst angetan.
Von allen Bäderorten der Insel am weitesten restauriert, die
Strandhotels und Pensionen im alten Bäderstil renoviert oder
auch neu erbaut, ein herrlicher Sandstrand über mehrere Kilometer
mit zahlreichen Feldern für Beach-Volleyball,
viele Cafe´s mit Eis-Spezialitäten, eine ungewöhnlich lange
Strandpromenade, musikalische Darbietungen nach jedem Geschmack,
kurz, Binz übertraf unsere Erwartungen in jeder Hinsicht.
Das gemeinsame Musizieren, Beach-Volleyball und Spaziergänge
am Strand von Binz, die Ausflüge, Bus- und Schiffsfahrten,
vorsichtiges Baden am Strand, gemeinsames Eis-Essen, viel
Zeit und Muse zu Gesprächen, dies alles trug dazu bei, dass
sich unsere Chorgemeinschaft in diesen Tagen vertiefte und
dass die Tage auf Rügen noch lange in unserer Erinnerung lebendig
bleiben werden.

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