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Am
29. Mai 2000 war Herr Dekan Wolfgang Brjanzew aus Bruchsal
als Referent bei uns im Treffpunkt Glaube und Leben.
Nach der Begüßung , Liedern und einführenden
Worten, wandte sich Herr Brjanzew dem Thema des Abends
zu:
Der Mensch - von Natur aus religiös?
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Diese
Frage beantwortete der Referent zunächst mit einem
klaren Ja.
Religion, ein aus dem lateinischen kommendes Wort, das
von religo kommt, bedeutet soviel wie: zurück-festbinden.
Die Frage nach Religion ist aber immer auch die Frage
nach Wahrheit! Man kann Religionen beschreiben, Fakten
nennen, aber auch ein Religionswissenschaftler kann daraus
keine Wahrheit ableiten. Visionäre, audiotive, ekstatische
und mystische Erfahrungen gibt es in allen Religionen.
Sie sind der Versuch eine Brücke zu schlagen zwischen
dem Mensch und dem Heiligen. Dabei ist es eine oft verbreitete
aber falsche Meinung, sich dem Heiligen mit bestimmten
Übungen zwingend nähern zu können. Begeisterung
ist nichts schlechtes, aber nicht alles kommt vom Heiligen
Geist. |
Die
religiösen Vorstellungen sind sehr unterschiedlich.
Immer sind aber ein Kult, bestimmte Riten oder Bräuche
damit verbunden. In unserer heutigen Zeit schneidern sich
viele eine eigene Patchworkreligion zusammen. Dies ist
der Versuch mir die Religion gefügig zu machen.
Der Philosoph Feuerbach vertrat die Ansicht, dass Religion
im Grunde nur eine Projektion des menschlichen Denkens
ist. Der Mensch stellt sich alles (Gott) nur vor. Religion
ist etwas für Naive - letztlich ist der Mensch allein.
Eine religiöse Sehnsucht findet man überall.
Mit Zwang kann Glaube aber genausowenig durchgesetzt,
wie unterdrückt werden.
G.E. Lessing hat in "Nathan der Weise" in der
"Ringparabel" den Versuch einer Antwort auf
die Frage "Was ist die richtige Religion?" gewagt.
Für Dekan Brjanzew ist die einzig richtige Antwort,
die Offenbarung, das Kreuz Jesu und dies ist etwas
einmaliges. Andere Religionen sollen dabei nicht abgeurteilt
werden. Wir haben keine Antwort auf die Frage, geht einer
verloren, der woanders, in einem anderen Kulturkreis aufgewachsen
ist. Als Christen kennen wir aber die Aussage Jesu, die
für uns, für mich gilt. Jesus sagt: Ich bin
der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum
Vater denn durch mich. Joh.14,6 |
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