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Am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres begehen wir
den Volkstrauertag.
Wie in jedem Jahr waren wir am Volkstrauertag aufgerufen,
all derer zu gedenken, die in den großen und kleineren
Kriege der Vergangenheit und Gegenwart zu Opfern der Gewalt
wurden. Bis heute können wir bald täglich von
kriegerischen Auseinandersetzungen und gewalttätigen
Anschlägen hören: gerade in diesen Tagen konnte
man wieder vom Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste
hören, ein Krisengebiet, das lange schon aus unserem
Blickwinkel verschwunden war. Gerade deshalb dürfen
die Opfer von Krieg und Gewalt und ihr Leid nicht aus
dem Blick geraten. Wir brauchen die Erinnerung, das Gedenken
an das, was in der Vergangenheit geschehen ist, wir brauchen
die Anteilnahme am Leid der Opfer in unserer Gegenwart,
damit es gelingen kann, Krieg und Gewalt in der Zukunft
zu ächten und Frieden und Versöhnung Raum zu
geben. |
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Rüdiger Wirtz hielt im Rahmen seiner Ausbildung
zum Prädikanten, am 14. November 2004, die
Predigt zum vorletzten Sonntag des Kirchenjahres.
Er ging dabei auf die besonderen Zeichen der Natur
in dieser Zeit ein.
Nebel und fallende Blätter verbreiten ein
Gefühl von Melancholie. Bei manchen Menschen
löst diese Zeit auch depressive Zustände
aus.
Herr Wirtz erinnerte daran, dass katholische Feiertage
wie Allerheiligen und Allerseelen sowie in der
evangelischen Kirche der Buß- und Bettag,
der Volkstrauertag und der Ewigkeitssonntag die
Vergänglichkeit alles Lebendigen vor Augen
führen.
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Viele Vertreter verschiedener Vereine waren an diesem
Sonntag im Gottesdienst um der sinnlosen Opfer vergangener
Kriege und heutiger Gewalttaten zu gedenken.
Mitten in Trauer und Ratlosigkeit fällt es schwer
von Hoffnung zu predigen, aber immer wenn Gottes Wort
Menschen weitergesagt wird, ist dies die zentrale Aussage.
So las Herr Wirtz aus Römer 8, die Verse 18 bis 25: |
Denn ich bin überzeugt, daß
dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber
der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.
Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet
darauf, daß die Kinder Gottes offenbar werden.
Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit
- ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie
unterworfen hat -, doch auf Hoffnung; denn auch
die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft
der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit
der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß die
ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit
uns seufzt und sich ängstet. Nicht allein aber
sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist
als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und
sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung
unseres Leibes. Denn wir sind zwar gerettet, doch
auf Hoffnung. |
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| Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung;
denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? Wenn
wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten
wir darauf in Geduld.
Herr Wirtz wies darauf hin, dass Paulus, als Verfasser
dieser Zeilen, auch unsere Situation klar im Blick hat.
Hoffnung und Glaube sind eng miteinander verbunden.
Durch sie kann die Endlichkeit schwinden und die Vergänglichkeit
ihren Schrecken verlieren. Das Wissen, dass jedes Ende
einem neuen Anfang weichen muss und es eine Hoffnung
gibt die ihren Ursprung im Kreuz auf Golgatha hat, kann
uns Trost geben in dieser Zeit. |
Im Anschluß an den Gottesdienst fand eine Feierstunde
zum Volkstrauertag an den Mahnmalen der Weltkriege statt.
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