Was mich traurig macht ...

sind Reaktionen auf meine Entscheidung, die Website nicht weiter zu betreuen.
Ich versuche dann zu erklären und merke, wie aggressiv ich werde, wenn mir Unverständnis entgegen schlägt. Darum möchte ich es an dieser Stelle, wo es keine Möglichkeit zu Ratschlägen gibt, versuchen zu erklären.

Die nicht verstehen können bitte ich, die Augen zu schließen und sich vorzustellen, sie wären Anfang 50, die Kinder sind aus dem Haus oder schicken sich an das Elternhaus zu verlassen und man bereitet sich mit dem Ehepartner auf eine neue Lebensphase vor. Wünsche, Vorstellungen oder die Sorge, wie wird es sein wenn es ruhiger wird, werden wir uns mehr oder weniger streiten? Wie werden wir die neue Zweisamkeit gestalten? Wird sich Angst vor dem Alter einstellen? ....?

Wer diese Zeit erlebt hat, wird wissen wovon ich spreche.
Da hinein bricht plötzlich unerwartet Schreckliches. Ohne Vorahnung stirbt der Partner und man ist allein.

Zunächst dachte ich, das erste Jahr muss vorüber gehen, dann wird das Leben wieder eine Gewohnheit bekommen und ich werde Altes wieder aufnehmen können. Dem war aber nicht so. Vor dem 19. Juli 2009 hatte ich ein anderes Leben, das neue ist 10 Tage später über mich hereingebrochen und nichts wird mehr werden wie es war. Immer noch brauche ich meine Kraft zum Überleben.

Wer mich kennt weiß, dass ich die Pflege der Website mit einem Stück Herzblut betrieben habe. Nicht dass der Internetauftritt professionell aussah. Aber die Archivseiten der Hochzeiten und Taufen waren für mich ein wichtiges Tun. Diese Festtage sollen nicht nur schöne Ereignisse im Leben sein, sondern zu Haltepunkte im Glauben werden. Da ich überzeugt davon bin, dass Zeiten die man visuell im Gedächtnis hat, besser haften, lag mir das fotografische Festhalten aus Kirchengemeindeseite besonders am Herzen (Es gab ja immer mehr Bilder als veröffentlicht). Mit dem Text der jeweiligen Predigt, denke und hoffe ich, dass die Seiten durchaus auch missionarischen Charakter hatten.

Bei jeder Hochzeit, Taufe oder anderem Fest denke ich nun immer:
Nie wird eines meiner Kinder seinen Vater bei der Hochzeit zur Seite haben.
Bei keinem Enkelkind wird bei der Taufe, der Großvater väterlicherseits auf den Bildern vor Stolz lachen.
Kein Jubiläumsfest wird Armin feiern können.

Wer jetzt immer noch nicht verstehen kann, warum ich diese, früher als schön empfundene Arbeit, nicht mehr machen kann, soll abwarten bis er in der gleichen Lage ist. Wer einen Partner hat wird dies auf der einen oder anderen Seite, früher oder später, zwangsläufig erleben. Spätestens dann werdet ihr verstehen.